Lüsterklemme
Olivier Sanrey verzauberte mit seinem französischen Akzent das Publikum.

Lüdenscheid. Olivier Sanrey ist ein Schelm, ein Meister der leisen Töne. Aber die Pointen des Belgiers, der seit zehn Jahren in München lebt, zünden. Und wenn er mit seinem feinen französischen Akzent der Damenwelt zuruft: „Isch bin kein Akzent“ möchte man hinzufügen: „Bestimmt nicht. Eher eine Ausrufezeichen.“

Olivier Sanrey entpuppte sich am Sonntagabend in der umgebauten Garderobenhalle des Kulturhauses als Bereicherung der Lüdenscheider Kleinkunsttage. Selbstverständlich hatte er vor seinem Auftritt die Bergstadt gegoogelt und prompt einen Presseartikel gefunden, in dem es um die unsachgemäße Benutzung der öffentlichen Toilette am Rathaus geht. „Das ist ein Fass ohne Boden“, zitierte Sanrey aus dem Presseartikel. Olala. Aus seinem Mund klingt das wie ein guter Witz. Und so ging es weiter.

Belgische Langsamkeit und deutsche Perfektion

Belgische Langsamkeit und deutsche Perfektion – aus diesem Gegensatz entwickelt er unter dem exqusit deutschen Programmtitel „alle garstig“ lustige Geschichten. Sie spielen im Fitnessstudio, wo er auf der Hantelbank den besten Blick auf hübsche Frauen auf dem Laufband hat, im Zoo, wo sein Lieblingstier, das Faultier lebt. Oder aber in Belgien, seiner etwas absonderlichen Heimat. „Ein Asyl für Politiker, die keiner mehr haben will“, scherzt Sanrey. „Stoiber, Öttinger . . .“. Aus seiner Sicht ließe sich die Namensliste locker fortsetzen. „Belgien ist wie die Bauchspeicheldrüse“, sagt er. „Man weiß nicht so genau, wo sie liegt und was sie macht. Man könnte also auch ganz gut ohne sie leben.“

Gestörtes Verhältnis zur Polizei

Nach so viel Selbstironie bekommen auch die Deutschen ihr Fett weg. Zum Beispiel ihre Nikolausbräuche. „Lebensmittel in Schuhen?“, zürnt der belgische Schelm. „Das geht gar nicht.“ Oder sein Verhältnis zur Polizei. Inzwischen finanziere er mit seinen Strafzetteln die gesamte bayerische Ordnungsmacht. 65 Euro für Parken in einer Feuerwehreinfahrt betrachte er inzwischen als Sonderangebot.

Und so plaudert er sich in die Herzen des Publikums – locker, charmant, äußerst sprachgewandt und immer mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen.

Maxi Schafroth nächster Anwärter auf die Lüsterklemme

 

Der dritte Anwärter auf die „Lüdenscheider Lüsterklemme“ ist Maxi Schafroth (Gitarrenbegleitung Markus Schalk); Auftritt am Donnerstag, 26. Februar, 19.30 Uhr, Garderobenhalle des Kulturhauses.

Der Preis: Der von der Sparkasse Lüdenscheid gestiftete Kleinkunstpreis ist mit einem Preisgeld von 1500 Euro verbunden. Über den Preisträger entscheidet das Publikum. Die Übergabe der Lüsterklemme als Trophäe, einer Urkunde und des Preisgeldes erfolgt immer im darauffolgenden Jahr bei einem erneuten Auftritt des Kleinkunstpreisgewinners im Kulturhaus.

Theaterkasse des Kulturhauses:
Tel.: 02351 / 171 299
Freiherr-vom-Stein-Str. 9
58511 Lüdenscheid

Ticket-Shop Lüdenscheider Nachrichten:
Tel.: 02351 / 158 333
Schillerstraße 20
58511 Lüdenscheid

 

 

 

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