Vorlesehauptstadt
Lesen sich schon mal ein: Michael Rolland, Bürgermeister Dieter Dzewas, Rolf Scholten und Bibliotheksleiterin Dagmar Plümer. Bürgermeister DieterDzewas hat die Schirmherrschaft für die Lüdenscheider Aktion übernommen. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Lüdenscheid soll Vorlesehauptstadt werden. Weil Vorlesen die beste frühkindliche Bildung ist, sollen möglichst viele Lüdenscheider ein gutes Beispiel geben und vom 10. November bis 9. Dezember an selbst gewählten Orten aus selbst ausgesuchten Büchern vorlesen, jeweils zehn bis 20 Minuten und das möglichst oft. Das Motto dieser Aktion beim 13. bundesweiten Vorlesetag am 18. November lautet „Stimmen der Welt für Lüdenscheid“.

Rolf Scholten, Vorsitzender des Fördervereins „Freunde der Stadtbücherei“ kann es kaum noch abwarten. Bei der Vorstellung der Aktion am Donnerstag griff er in der Stadtbücherei zum Kinderbuch „Mit Affenzahn in der Bimmelbahn“ von James Krüss und lieferte eine Kostprobe seiner Lesekunst. Aber der Weg zur Vorlesehauptstadt ist weit.

Förderverein will groß einsteigen

„Bisher hat der Förderverein kleinere Aktionen ins Leben gerufen. Jetzt wollen wir groß einsteigen“, sagt Rolf Scholten. Die Freunde der Stadtbücherei wollen wahre Massen mobilisieren. Nur so können sie für Lüdenscheid die Auszeichnung „Lesehauptstadt“ gewinnen.

Warum ist das so wichtig? „Kindern, denen regelmäßig vorgelesen wird, verfügen über einen deutlich größeren Wortschatz als Gleichaltrige ohne Vorleseerfahrung“, zitiert Rolf Scholten eine Studie. Im Schnitt hätten die Kinder auch bessere Schulnoten und später auch mehr Spaß am Selbstlesen und am Umgang mit Texten. Leider sei es so, dass in etwa jeder dritten Familie in Deutschland selten oder sogar nie vorgelesen werde. „Jeder der sich an der Vorleseaktion beteiligt, leistet einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit und Ausbildungsfähigkeit unserer Kinder“ ist Rolf Scholten überzeugt.

Aktion soll Spaß machen

Vorlesehauptstadt
Rolf Scholten stellte in der Stadtbücherei die Website zum Vorlesetag vor. Foto: Wolfgang Teipel

Und ganz wichtig: Die Aktion soll Spaß machen. Beispielsweise, weil an außergewöhnlichen Orten gelesen wird. Michael Rolland vom Orga-Team der Büchereifreunde hat schon mal getestet, was geht. Kürzlich musste er mit seinem Wagen zum TÜV. Da kam ihm die Idee: Das wäre doch mal ein ungewöhnlicher Ort. Und siehe da: Der TÜV spielt mit. Passend zur Örtlichkeit wird Rolland hier Autogeschichten vorlesen. Floristin Resi Bräcker stellt ihren Blumenhandel für Lesungen zur Verfügung. Auch zwei Rechtsanwaltskanzleien, mit denen Michael Rolland verbunden ist, sind dabei.

Motto „Stimmen der Welt“

Ein Anfang, aber nur ein kleiner. Menschen aus allen Ländern sollen auf dem Weg zur Vorlesehauptstadt aus Büchern von Autoren aus allen Ländern lesen. Die Vorleser sollen aus allen Ländern der Welt kommen. Bürgermeister Dieter Dzewas, Schirmherr der Aktion, ist da ganz optimistisch: „Immerhin leben in unserer Stadt Menschen aus mehr als 100 Nationen“, sagt er.VLT_Logo_rz

Hohe Teilnehmerzahlen sind wichtig. In Selm, der Vorlesehauptstadt 2015“ beteiligten sich kann zehn Prozent der Bevölkerung an der Aktion,. Deshalb hat Michael Rolland schon mal gerechnet. „Drei Prozent der Lüdenscheid lesen jeweils einmal. Das sind schon 2160 Lesungen.“ Um die Sache anzuschieben, erhalten in diesen Tagen rund 700 Vereine, Gruppen und Einrichtungen über die Stadt Lüdenscheid Informationen zur Aktion.

Initiatoren des Vorlesetages sind die Wochenzeitung „Die Zeit“, die „Stiftung Lesen“ und die Deutsche Bahn Stiftung. Mehr zum Vorlesetag unter http://www.vorlesetag.de/vorlesetag/

Auf dieser Seite können sich Vorleser anmelden. Außerdem können Vorleser und Vorleseorte gesucht werden. Bevor die Aktion anläuft, werden die Freunde der Stadtbücherei am 25. Oktober zu einer Informationsveranstaltung einladen.

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here