In der Altstadt gibt es viele Ecken, in denen es insbesondere im Sommer sehr gemütlich sein kann. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Lüdenscheid geht auf die Suche nach Ideen für seine Altstadt. Daran beteiligten sich am Samstag mehr Frauen und Männer als erwartet. Dipl. Kaufmann Reinhart Richter von der Osnabrücker Richter Richter-Beratung war angenehm überrascht. „58 Teilnehmer hatten sich für unseren Workshop im Rathaus angemeldet. 90 sind gekommen.“ Das zeige, wie stark das Interesse an dem integrierten Handlungskonzept sei, mit dem die Altstadt fit für die Zukunft gemacht werden solle.

Standortfaktor Kultur

Die sechs Arbeitsgruppen sorgten am Samstag von 9 bis 13 Uhr für ungewöhnlichen Betrieb im Bürgerforum des Rathauses.  Sie arbeiteten im Laufe des Vormittags heraus welche Bedeutung der Standortfaktor Kultur für Lüdenscheid besetzt, wie die allgemeinen kulturpolitischen Ziele aussehen sollen und welchen Rollen Kinder und Jugendliche und Schulen dabei spielen. Weiter ging es um Identifikation mit der Stadt, den Möglichkeiten zur Teilhabe und die Chancen für Integration. Eine weitere Arbeitsgruppe widmete sich den Themen Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement. Kulturförderung und Kulturschaffende waren das Thema der sechsten Arbeitsgruppe.

Namhafter Planer und Berater

Zuvor hatte Reinhart Richter die Teilnehmer mit einem Vortrag auf die Veranstaltung eingestimmt. Er erläuterte die gesellschaftlichen Trends, die in Zukunft die Rahmenbedingungen für Kultur beeinflussen können. Richter ist spezialisiert auf Kulturentwicklungen Planungen für ganze Regionen, Kreis und Städte. Zudem hat er sich als Planer und Berater von Verwaltungs- und Politikreformprozessen einen Namen gemacht.

Die Ergebnisse der Veranstaltung im Rathaus bilden die Grundlage für einen weiteren Workshop. Am 23. März wird es konkret darum gehen, welche Rolle Kultur und Bildung im integrierten Handlungskonzept für die Altstadt spielen werden.

Altstadt als Literatur-Quartier

Schon vor den Beratungen am Samstag lagen ausformulierte Vorschläge auf dem Tisch. So mache sich etwa der Heimat- und Geschichtsverein für die Altstadt als Literatur-Quartier stark, ließ Reinhart Richter bei einem Pressegespräch anklingen. Auch die junge Union Lüdenscheid hat bereits Vorstellungen entwickelt. Mit Hinblick auf den jungen Fachhochschul-Standort Lüdenscheid biete die Altstadt die Chance, eine Art Studentenviertel in Lüdenscheid zu etablieren.

Lüdenscheid, so heißt es in der Pressemitteilung weiter, verfüge mit der Altstadt, über ein besonderes Stadtviertel, welches sich hervorragend als Standort für Cafés, „Studentenkneipen“ und Szenekultur eigne. Die Altstadt befinde sich zudem in unmittelbarer Nähe zu den Gymnasien, sodass Freistunden zum Cafébesuch genutzt werden könnten.

Studentenviertel

Aber auch gerade in Hinblick auf den jungen Fachhochschulstandort biete die Altstadt die Chance, ein „Studentenviertel“ in Lüdenscheid zu etablieren. Vor diesem Hintergrund sollen Politik und Verwaltung Traditionsgaststätten bestmöglich unterstützen und somit deren Fortbestand sichern. Bereits kleine Entscheidungen, wie die Aufhebung des Taxiverbots in der Altstadt, können hier eine positive Wirkung zeigen, glaubt die Junge Union.

Wunderschöne Kulisse

Außenflächen sollen nutzbar gemacht werden. Im Sommer biete die Altstadt eine wunderschöne Kulisse, um draußen zu sitzen. In den schmalen Gassen müsse jedoch eine vertretbare Lösung gefunden werden, bei der Brandschutzauflagen die Nutzung der Außenflächen nicht verhinderten. Außerdem müsse auch spät abends die Möglichkeit gegeben sein, draußen zu sitzen. Bei müssten Ruheschutzauflagen für die Anwohner eingehalten werden. Eine kategorische ‘Sperrstunde’ für die Außenflächen lehnt die Junge Union allerdings ab. Gastronomie und Wohnen dürften sich nicht gegenseitig ausschließen. „Wir setzen uns daher dafür ein, dass ein Konzept für die Altstadt entwickelt wird, indem das eine das andere nicht ausschließt, sondern der Standort in seiner Gesamtheit gefördert wird“, heißt es in einer JU-Pressemitteilung zur Zukunft der Altstadt.

 

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