Der Fotograf Lothar Borchert zeigt den besonderen Blick auf Lüdenscheid. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. An Stellen in Lüdenscheid, an denen viele achtlos vorüber gehen, bleibt Lothar Borchert gern mal stehen. Der Lüdenscheider Fotograf sieht die Welt mit anderen Augen und durch die Sucher seiner Kameras. Und da wird so etwas Hässliches wie der Aufgang zum Parkhaus-Mitte an der Weststraße beinahe zum Kunstwerk. Was der Hobbyfotograf auf seinen Streifzügen durch Lüdenscheid und die Umgebung entdeckt hat, ist noch bis zum 23. Mai im Kundenzentrum der Sparkassen-Hauptstelle am Sauerfeld zu sehen. Auf 28 großformatigen Bildern zeigt Lothar Borchert seinen Blick auf Lüdenscheid.



Anzeige | Eigene Anzeige schalten



„Ich kenne hier jede Ecke“

„Ich kenne hier jede Ecke“, sagt der Mann, der schon Tausende Fotos geschossen. Die Auswahl für die erste Ausstellung in seiner Heimatstadt war deshalb nicht leicht. Dann hat sich der Fotograf auf seine Lieblingsmotive besonnen. Häuser, Architektur, Plätze, Straßenansichten faszinieren den Mann, der seit 30 Jahren in Lüdenscheid lebt. Er zeigt den Filmpalast an der Werdohler Straße in schillernden Farben, ein Landschaftsbild, aufgenommen bei Fernhagen mutet an wie ein Gemälde, die Kirche St. Josef und Medardus am Sauerfeld erhebt er mit seinem Bild in den Rang einer Kathedrale. Auch Borcherts Ausflüge in die Umgebung haben es in sich. Den „Skywalk“, eine Aussichtsplattform an der Biggetalsperre, hat er so abgebildet, dass er Betrachter ihn als eine Art Ufo wahrnimmt.

Zeitaufwändige Bildbearbeitung

Der Blick des Fotografen und die Bearbeitung am Bildschirm machen aus Borcherts Fotos etwas besonders. Der Fotograf verwendet für die dramatischen Szenen, die knalligen Farben und die perfekte Ausleuchtung die „High Dynamik Range“-Technik, ein Verfahren das auch Digitalbildern Fotokunst macht. Das erfordert Zeit und Geduld. „Manchmal sitze ich zwei bis drei Stunden an der Bildbearbeitung“, sagt Lothar Borchert.

Fotos in der „blauen Stunde“

Am liebsten fotografiert er in der „blauen Stunde“, als in der kurzen Zeitspanne, in der die Sonne abends den Horizont erreicht. Dieses kurze Zeitfenster bietet dem Fotografen ideale Voraussetzungen.

Ein Foto vom Sternplatz während der Lichtrouten 2013, aufgenommen in der "blauen Stunde". Foto: Lothar Borchert
Ein Foto vom Sternplatz während der Lichtrouten 2013, aufgenommen in der „blauen Stunde“. Foto: Lothar Borchert

Auf der Suche nach dem perfekten Standort für seine Aufnahmen klettert Lothar Borchert auch schon mal in den fünften Stock eines Hauses, klingelt und bittet um Zutritt zum Balkon. „Manchmal staunen die Leute. Die meisten sind freundlich und helfen mir“, sagt er. So gelingt ihm immer wieder der besondere Blick auf seine Heimat.

Auch Gespür für andere Motive

Auch wenn sich Lothar Borchert auf Architektur-Fotografie spezialisiert hat, so hat er sein Gespür für andere Motive nicht verloren. So ist ihm an einer Haltestelle ein Bild wartender Menschen gelungen, das eine seltene Intimität ausstrahlt.

„Lothar Borchert zeigt auch die weniger schönen Ecken in einem neuen Licht“, sagte Sparkassendirektor Markus Hacke bei der Ausstellungseröffnung. Für den SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas drücken sie auch die enge Verbindung Borchert zu seiner Heimat aus.

Die Ausstellung ist bis zum 23. Mai während der Geschäftszeiten der Sparkasse geöffnet. Interessenten, die ein Bild kaufen möchten, wenden sich an Mitarbeiter die Sparkasse. Sie stellen dann den Kontakt zu Lothar Borchert her. Mehr Fotos von Lothar Borchert auf www.lotharborchert.de

 

 

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here