Das Lønneberga hat nach Anwohnerbeschwerden seinen Betrieb vorübergehend eingestellt. Foto: Sven Parnemann

Lüdenscheid. Gute Nachricht für alle Freunde des Lønneberga: Das Szenelokal wird Anfang September seine Pforten wieder öffnen. Das bestätigte im Gespräch mit UnserLünsche Steve Schulte-Lippern vom Betreiber-Team. Dem von der Politik angestrebten Gespräch zwischen Beschwerdeführern und Betreiber sieht er gelassen entgegen. „Wir sind jederzeit gesprächsbereit. Man muss nur auf uns zu kommen“, sagt Schulte-Lippern.

Leben und leben lassen

Zum Hintergrund: Auf einige telefonische Beschwerden und einem Brief wegen angeblicher Ruhestörung durch Gäste des Lønneberga beim Ordnungsamt der Stadt Lüdenscheid hatten die Betreiber mit einer vorübergehenden Schließung des beliebten Lokals reagiert. Die Folge: Eine ausführliche Diskussion in den sozialen Medien, einige Leserbriefe und ein Antrag der SPD. Er wurde im Planungsausschuss einstimmig verabschiedet. Ziel der Beschlussfassung: Leben und leben lassen. Lønneberga-Betreiber und Beschwerdeführer sollen sich auf Vermittlung des Ordnungsamtes zusammensetzen und versuchen, einen Weg zu finden, mit dem Nachbarn des Lønneberga und die Kneipe leben kann.

Zielkonflikt

„Das Ganze wurde ein wenig aufgebauscht“, sagt Steve Schulte-Lippern. Tatsache sei aber, dass sich Verwaltung und Politik in einem Zielkonflikt befänden. „Auf der einen Seite wird nach Möglichkeiten der Belebung von Ober- und Altstadt gesucht.“ Auf der anderen Seite gehe es wohl um das Thema ruhiges Wohnen. Darüber müsse vor dem Hintergrund des Integrierten Handlungskonzeptes für die Altstadt, das ja zu einer Belebung des Quartiers führen solle, intensiv nachgedacht werden.Das Lønneberga hat für sich vorerst einen Weg gefunden. „Wir werden es vorläufig etwas ruhiger angehen lassen“, versichert Steve Schulte-Lippern. An die Vorgabe des Ordnungsamtes, die Zahl der Musikveranstaltungen zu begrenzen, wollen sich die Betreiber halten. Außerdem soll das Lønneberga-Konzept in Ruhe überdacht werden.

Keine Messungen, keine Verfügungen

Regelrechte Verfügungen habe es bisher nicht gegeben, räumte Martin Haase vom Ordnungsamt der Stadt Lüdenscheid in der Sitzung des Planungsausschusses ein. Bislang seien auch keine Messungen vorgenommen worden, mit denen ruhestörender Lärm hätte nachgewiesen werden können. Allerdings seien die Betreiber darauf hingewiesen worden, dass in Sachen Lärmbekämpfung etwas unternehmen müssten. „Das Kernproblem ist die nächtliche Ruhestörung durch Musik“, betonte Martin Haase.

Am Montag ist der Antrag der SPD nochmals Thema in der Ratssitzung. Sie beginnt um 17 Uhr.

 

 

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