localaid.eu. Das Benefizkonzert im Lüdenscheider Kulturhaus kam gut an. Es war komplett ausverkauft. Fotos: Iris Kannenberg und Wolfgang Teipel

localaid.eu – ein gemeinsames Fazit einer gelungenen Veranstaltung der TACH-Redakteure Iris Kannenberg und Wolfgang Teipel.

Die Künstlerin Christina Appelt und die Mitwirkenden an ihrem Kunst-Projekt. Alles Flüchtlinge.
Die Künstlerin Christina Appelt und die Mitwirkenden an ihrem Kunst-Projekt.

Lüdenscheid. „localaid.eu – Projekt eins“ fand am 18.12.2015 im Lüdenscheider Kulturhaus statt und war ein voller Erfolg.

Frei nach dem Kästner-Wort „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ hatten die fünf Gründungsmitglieder der localaid-Initiative Klaus Sonnabend und Ingo Starink vom Verein KultStädte e.V. sowie Ivo Rissone, Markus Hartkopf und Artur Ayos Dulinski, Künstler und Redner aus allen möglichen Bereichen zusammengerufen.

Mit einem besonderen Ziel, nämlich die Stadt durch das Sammeln von Spenden bei der derzeitigen Flüchtlingsproblematik, finanziell und mental zu unterstützen.

Benefizkonzert der besonderen Art für die Flüchtlingshilfe

Auch die Band wurde interviewt.
Auch die Band wurde interviewt.

Die an diesem Abend durch das Benefizkonzert und die Veranstaltungen um das Konzert herum gesammelten Spenden kommen zweckgebunden der Flüchtlingshilfe zu Gute und werden für verschiedene  Integrationsprojekte innerhalb Lüdenscheids genutzt (für mehr Information: www.localaid.eu).

Die Veranstaltung war jedenfalls nicht nur brillant durchgeplant und ausgeführt, das ganze Veranstaltungsformat war top. Vergleichsweise kurze Gesprächsrunden mit viel Information, die vom Moderator in englischer Sprache für die ausländischen Gäste zusammengefasst wurden, wechselten mit Live-Musik und künstlerischen Projekten.

Beeindruckender Bericht aus einem Flüchtlingslager

Michael Wirth erzählt von seinen Erlebnissen in einem jordanischen Flüchtlingslager.
Michael Wirth erzählt von seinen Erlebnissen in einem jordanischen Flüchtlingslager.

Beeindruckend: Die Schilderungen von Michael Wirth, unterlegt mit Videos aus Jordanien. Michael war 2013 dort vor Ort in einem Flüchtlingslager. Schon damals bahnte sich das an, was nun Realität ist. Ein ununterbrochener Flüchtlingsstrom und ein Krieg gegen Isis und Boku Haram.

Was er dort bei seinem Besuch gesehen und wahrgenommen hatte, wollten jedoch damals viele in Europa nicht sehen. Die Folgen sind heute zu spüren. Menschen wollen eigentlich in ihrer Heimat bleiben, müssen aber vor Hunger, Terror und Tod flüchten.

Michael Wirth war aber nur einer der Sprecher, die die Situation der Flüchtlinge eindringlich darstellten. Auch die Vertreter der Johanniter, SPD-MdL Gordan Dudas und Künstler wie Christina Appelt gaben dem Publikum einen tiefen Einblick in die derzeitige Flüchtlingssituation und die Herausforderung für die Stadt und ihre Bewohner.

Die Band: Absolut top!

Der localaid-Projekt-Chor, der extra für diesen Abend gegründet wurde.
Der localaid-Projekt-Chor, der extra für diesen Abend gegründet wurde.
Die Band war einfach super!
Die Band war einfach super! Hier: Klaus Sonnabend, Luka Merschmann, Thomas Wurth, Rudolf F. Nauhauser und Matthias Ortmann (v.l.n.r.).

Der ganze Abend wurde natürlich zudem durch die Musiker getragen.

Die Band: absolut top, die Auswahl vor der Pause zudem genau passend zum Thema: „Englishman in New York“, „What a wonderful world“ mit der Satchmo-Stimme von Thomas Wurth, „Imagine“ von John Lennon – das passte einfach.

In der zweiten Hälfte Stimmung pur! Die letzten zwei Lieder „Let love rule“ von Lenny Kravitz und „Let it be“ von den Beatles, wurden gemeinsam mit dem localaid-Projekt-Chor gesungen, der sich aus den Mitgliedern der Albert Singers aus Halver zusammensetzte und von Matthias Ortmann geleitet wurde. Die Band und der Chor zusammen brachten den Musikern am Schluss dann auch noch einmal Standing Ovations und anhaltenden Applaus ein.

Alles in allem und über den gesamten Abend hinweg: Einfach eine gute, sehr kraftvolle und professionelle musikalische Mischung, die sehr gut ankam.

70 Flüchtlinge mit ihren Kindern waren dabei

Überhaupt, das Publikum: 70 Flüchtlinge mit ihren Kindern waren mit Hilfe eine kostenfreien Shuttle-Services zu dem Event erschienen und feierten mit den Lüdenscheidern eine großartige Party, bei der eines klar wurde: Wir sind einfach Menschen. ALLE. Und außer in unserem eigenen Land, sind wir auch überall Ausländer. Was aber gar nichts ausmacht. Denn, Menschen, die einfach zusammen feiern dürfen, ohne Verfolgung und Vorurteile, die verstehen sich selbst dann, wenn sie nicht die gleiche Sprache sprechen. Musik, Lachen, Händereichen, eine freundschaftliche Umarmung, das sind die weltumfassenden Sprachen, die jeder versteht und keiner Übersetzung bedürfen. Von daher war dieser Abend auch rundherum friedlich und entspannt.

Dieses Event hat in vielerlei Hinsicht die Erwartungen übertroffen

_DSC0401
Es war sehr, sehr voll im Kulturhaus!
_DSC0566
Ingo Starink, Ivo Rissone, Daniel Hartkopf, Markus Hartkopf, Anja Bitzhenner (v.l.n.r.).

Auch unter den Organisatoren, die mit localaid etwas geschaffen haben, das zukunftsträchtig ist und hoffentlich noch viele Nachahmer findet, war man sich am Ende der Veranstaltung einig: Dieses Event hat in vielerlei Hinsicht die Erwartungen weit übertroffen.

Mit soviel Zuspruch hatte man nicht gerechnet. Klaus Sonnabend und seinen Mitstreitern sah man die Anspannung der letzten sechs Wochen deutlich an, aber nach der Veranstaltung dann eben auch das Glück und die Freude darüber, dass alles so gut geklappt hatte.

Der vielleicht einzige kleine Kritikpunkt: Es wurde viel davon geredet, wie gut das alles mit den Flüchtlingen in Lüdenscheid klappt, die Beispiele blieben jedoch weitgehend aus. Da wünschte man sich noch mehr konkreten Ein- und Durchblick.

Eine herausragende Initiative

Der Poetry Slammer Marian Heuser rührte sein Publikum zu Tränen.
Der Poetry Slammer Marian Heuser rührte sein Publikum zu Tränen.

Den Stellenwert von „localaid – project one“ kann das aber nicht mindern. Eine herausragende Initiative dieser Lüdenscheider Künstlergruppe und ihrer vielen Kooperationspartner.

Sprecher, Musik, Kunst, Fotos, Videos und der beeindruckende Auftritt des Poetry Slammers Marian Heuser, dessen Vortrag viele im Saal zu Tränen rührte.

Dazu die Benefiz-T-Shirts von Daily Shirt, die extra für das Event gestaltet worden waren und reißenden Absatz fanden. Und das Fotobuch, dass während der Veranstaltung von den dortigen Fotografen Björn Othlinghaus und Iris Kannenberg kreiert und so schnell von der Lüdenscheider Druckerei Seltmann gedruckt und verarbeitet wurde, dass man es am Ende als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnte. Das alles hat die Gäste total beeindruckt.

So geht „Willkommenskultur“!

Interessante Interviews mit Johannitern, Abgeordnetem, Leiter der Flüchtlingshilfe und Intergrationsrat
Interessante Interviews mit Johannitern, Abgeordnetem, Leiter der Flüchtlingshilfe und Intergrationsrat

Das Fazit: So geht „Willkommenskultu“r!
Und das steckt an: Kleine Szene in der Raucherpause. Zwei junge Männer, die eine scheinbar deutsche Frau fragen: „Where are you from?“ „Poland“. Die beiden waren schwarz. Sie lachen sich fast kaputt. Frau: „Ihr kommt jetzt mit rein“. Und schon waren sie drin. Und saßen auch schon bald ganz vorne in der ersten Reihe mit den anderen Flüchtlingen zusammen. So einfach geht das. Einfach super.

Wer noch spenden oder sich informieren möchte über die Initiative localaid.eu, kann dies tun über die Webseite: www.localaid.eu

Hier gibt es noch einige Impressionen von den Vorbereitungen und vom Abend im Kulturhaus:

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here