Henri Sigfridsson. Foto: Marco Borggreve

Lüdenscheid. Das Liepāja Symphony Orchestra (LSO)/ Libauer Symphonieorchester wurde 1881 gegründet und gehört damit zu den ältesten Orchestern in den baltischen Staaten. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte die Neugründung; das Orchester wurde zunächst der lokalen Musikschule zugeordnet, deren Direktor Valdis Vikmanis bis 1987 auch der Chefdirigent war. Valdis Vikmanis rief auch die Liepājas vasara-Konzerte ins Leben und knüpfte damit an die Tradition der Gründerjahre an, in den Sommermonaten renommierte Musiker aus Deutschland und Polen nach Libau einzuladen. Neben dem Liepājas vasara Festival mit seinen Opern-Air-Konzerten an der See findet im Monat März jährlich das Piano Stars Festival statt. Dieses Festival wurde 1993 gegründet und gehört heute zu den bekanntesten Festivals in den baltischen Ländern. Das seit 1986 professionell geführte Orchester hat für seine Aufnahmen mehrmals den „Latvian Recordings Awards of the Year“ erhalten (2000, 2001, 2004, 2006, 2008) und bekam 2006 aufgrund seiner Verdienste den höchsten nationalen Musikpreis, den „The Great Music Award“, zugesprochen. 2010 wurde das Liepāja Symphony Orchestra zum lettischen Nationalorchester ernannt.

Pianist von Weltformat

Henri Sigfridsson, Pianist von Weltformat. Foto: Marco Borggreve

Der finnische Pianist Henri Sigfridsson ist in den letzten Jahren auf vielen wichtigen Konzertpodien Europas aufgetreten, u.a. in der Tonhalle Zürich, im Konzerthaus Berlin, in den Philharmonien von Köln, Essen, Budapest und St. Petersburg und im Herkulessaal München. Zudem gastierte er bei vielen internationalen Festivals wie z.B. den Salzburger Festspielen, dem Beethoven Festival Bonn, dem Klavierfestival Ruhr, dem Lucerne Festival, dem Kissinger Sommer, dem Augsburger Mozart-Festival und dem Menuhin Festival Gstaad. Während seiner Laufbahn hat Henri Sigfridsson an vielen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen. So gewann er 1994 den 1. Preis beim internationalen „Franz-Liszt-Wettbewerb“ in Weimar und 1995 den großen skandinavischen Wettbewerb „The Nordic Soloist Competition“. 2000 erspielte er sich bei dem Géza Anda Wettbewerb in Zürich den zweiten Preis und den Publikumspreis. Als Krönung seiner

Wettbewerbserfolge ist die Beethoven Competition Bonn 2005 anzusehen, bei der er den ersten Preis, den Publikumspreis und den Kammermusikpreis gewann. Als Solist wirkte er bei Orchesterkonzerten u.a. mit dem Tonhalle-Orchester Zürich, den St. Petersburger Philharmonikern, der Weimarer Staatskapelle, dem RSO Helsinki, der Camerata Salzburg und dem Stuttgarter Kammerorchester. Auf dem Gebiet Kammermusik arbeitete Sigfridsson u.a. mit Gidon Kremer, Mischa Maisky, Leonidas Kavakos, Patricia Kopatchinskaja, Sol Gabetta und Johannes Moser. Von Henri Sigfridsson liegen verschiedene CD-Aufnahmen vor, u.a. mit Werken von F. X. Mozart, Jean Sibelius Klavierwerke und Sergej Rachmaninow. Henri Sigfridsson begann seine musikalische Ausbildung am Konservatorium in Turku, Finnland. Weitere Studien führten ihn in die Klasse von Prof. Erik T. Tawaststjerna an die Sibelius-Akademie Helsinki und nach Köln in die Meisterklasse von Prof. Pavel Gililov an der dortigen Musikhochschule. Von 1995 bis 1997 studierte er auch in der Klasse von Lazar Berman in Weimar. 2008-09 übernahm Henri Sigfridsson eine Professur für Klaviermusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. 2010-11 war er Professor an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin. Seit 2011 ist der Professor für Klavier an der Folkwang Universität der Künste.

Atvars Lakstigala begann seine Laufbahn als Chefdirigent des Liepāja Symphony Orchestra (LSO) im Januar 2010 mit einem furiosen Auftritt. Er studierte an der Lettischen Jazeps-Vitols-Musikakademie in Riga, und machte seinen Abschluß in den Fächern Horn und Dirigieren. Von 2009 bis 2011 setzte er seine Studien an der Berliner Universität der Künste bei Prof. Lutz Köhler fort. Meisterkurse u.a. bei Leonid Grin, Neeme Jarvi, Paavo Järvi und Heinrich Schiff gaben ihm wichtige künstlerische Impulse. Als Hornist war Atvars Lakstigala von 1997 bis 2010 Mitglied bei verschiedenen lettischen und ausländischen Orchestern und trat auch als Solist und als Kammermusiker auf. Von 2001 – 2010 war er stellvertretender Solo-Hornist an der lettischen Nationaloper.

Sein Debüt beim Liepāja Symphony Orchestra (LSO) gab er im Jahr 2008, zu dessen Chefdirigent er nach einer zweijährigen Zusammenarbeit berufen wurde. Im Januar 2009 dirigierte er erstmals an der lettischen Nationaloper, die ihn seither regelmäßig als Gastdirigenten einlädt. So dirigierte er u.a. die Opern „La Traviata“, „Ein Maskenball“ und „Macbeth“ von Guiseppe Verdi, „Tosca“ von Giacomo Puccini und „Eugen Onegin“ von Peter I. Tschaikowsky. Darüber hinaus dirigierte er u.a. die Berliner Symphoniker, das Tallinner Kammerorchester, das São Paulo State Symphony Orchestra und Orchestra Sinfonica di Roma. Bereits im Jahr 2010 wurde Atvars Lakstigala für seine Arbeit mit dem Liepāja Symphony Orchestra von der lettischen Regierung mit dem „Latvian Great Music Award“ ausgezeichnet.

Sinfoniekonzert Liepāja Symphony Orchestra, Sonntag, 15.10.2017, 19:30 Uhr Leitung: Atvars Lakstigala, Klavier: Henri Sigfridsson. Konzertdirektion Hannemann

Programm: 500 Jahre Reformation, Robert Schumann: Genoveva-Ouvertüre c-moll op. 81, Sergej Prokofjew: Klavierkonzert Nr. 4 B-dur op. 53 für die linke Hand, Felix Mendelssohn Bartholdy: Symphonie Nr. 5 d-moll op. 107 „Reformationssymphonie“

Für die Veranstaltung gibt es noch Karten an der Theaterkasse des Kulturhauses (Tel: 02351/ 171299) und – nach Vorrat – noch an der Abendkasse vor der Veranstaltung. An der Abendkasse gilt ein erhöhter Eintrittspreis. Weitere Informationen gibt es unter: www.kulturhaus-luedenscheid.de.

 

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