Die letzte "Open Stage" vor der Sommerpause hatte einen melancholischen Touch. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Die letzte Open Stage vor der Sommerpause stand ganz im Zeichen von „Jammen bis zum Abwinken“. Unter der Leitung des ersten Vorsitzenden des Vereins KultStädte e.V. Klaus Sonnabend, hatte sich eine durchweg männliche Klientel eingefunden, um den Abend in eine stundenlange Session zu verwandeln.

Fast durchweg instrumentaler Abend

Irgendwie anders dieser Abend. Mit vor Ort: Kaasenwartin Ulrike Starink vom Verein KultStädte e.V., die ihren grippekranken Eheman Ingo würdig vertrat (rechts). Auch unter den Gästen: Die Streetworkerin und Künstlerin Jutta Hellmann und der Sänger Markus Schulte.
Irgendwie anders dieser Abend. Mit vor Ort: Kassenwartin Ulrike Starink (rechts) vom Verein KultStädte e.V., die ihren grippekranken Ehemann Ingo (2. Vorsitzender KultStädte e.V.) würdig vertrat. Auch unter den Gästen: Die Streetworkerin und Künstlerin Jutta Hellmann und der Sänger Markus Schulte.

Das Publikum reagierte teilweise recht irritiert, aber auch durchaus wohlwollend. Die Open Stage und ihre Betreiber finden einfach großen Anklang bei den Lüdenscheider Musikfans und sind aus der hiesigen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Daher wurde auch dieser eher melancholische Abend vom Publikum gelassen hingenommen.

Raum für Sänger gab bei dieser Open Stage so gut wie nicht, allein Lisa Kramer bildete mit gerade mal zwei Songs eine Ausnahme in dem ansonsten durchweg instrumentalen Abend.

Die Gruppe auf der Bühne wirkte einfach zu homogen, um den insgesamt 12 Sängern, die außer Lisa sonst noch im Raum waren, die Hemmschwelle zu nehmen, vielleicht ebenfalls etwas auf der Bühne zum besten zu geben. Und das war irgendwie sehr schade.

Nicolas Leitgeb an der Trompete

Nicolas Leitgeb an der Trompete. Wie immer ein Genuss für die Ohren des Publikums.
Nicolas Leitgeb an der Trompete: Ein echter Genuss.

Sehr schön hingegen: Nicolas Leitgeb, der sich mit seiner Trompete locker in das Geschehen einklinkte und Volkmar Dumm, dem der Spaß an seiner Gitarre sichtbar im Gesicht geschrieben stand.

Dazu bemerkenswert wie immer: Ulli Kuhn. Er tauchte gegen 21 Uhr mit einem ganzen Wagen voller Schlaginstrumente auf und zeigte einmal mehr, dass er ein Ausnahme-Percussionist ist. Überraschend seine Soloeinlage an der Gitarre, bei der er sowohl mit Sambarhythmen, als auch mit einem herzzerreissenden, in italienisch gesungenen „Azzurro“ überzeugte.

Locker zusammengewürfelte Männer-Riege

Der Abend hatte ganz allgemein die Anmutung von Abschied, die locker zusammengewürfelte Männer-Riege, zu der auch Steven Stegnitz, der Gitarrist Thomas und „Piano-Man“ Christian Sasse gehörten, umwehte ein Hauch von Wehmut. Man gab sich verschlossen und in sich gekehrt.

Sanfte Rhythmen

Volkmar Dumm an der Gitarre. Ihm stand der Spaß an der Sache den ganzen Abend buchstäblich im Gesciht geschrieben.
Volkmar Dumm an der Gitarre. Ihm stand der Spaß an der Sache den ganzen Abend buchstäblich im Gesicht geschrieben.

Das Publikum, das sonst meistens in Feierlaune die Bühne umlagert, nahm die sanften Rhythmen dann auch eher zum Anlass, gemütlich ein Bier zu trinken und sich dabei zu unterhalten.

Fazit: Eine schöne Runde da auf der Bühne, die durch Klaus Sonnabend immer wieder neu inspiriert wurden, aber teilweise leicht unnahbar ganz in ihrer Musik versunken war.

Softer Ausklang

Klaus Sonnabend führte sein Musiker gewohnt professionell durch diesen Abend.
Klaus Sonnabend führte sein Musiker gewohnt professionell durch diesen Abend.

Für das treue Open Stage Publikum tatsächlich ein softer Ausklang eines bis dahin sehr lebendigen Halbjahres, in dem viele Musiker die Stage genutzt haben und die kleine Bar oft aus allen Nähten platzte vor Gästen.

Nichtsdestotrotz: Die Open Stage hat Format und macht Spaß, auch die leisen Töne müssen wohl einmal sein, denn hier ist für alles Platz, was den „Geist der Musik“ zelebriert. Man darf gespannt sein, wie es im Oktober weiter geht. Bis dahin heißt es „durchhalten“! Nach der „Stage“ ist vor der „Stage“ und auch im Sommer gibt es sicher auf der kleine Bühne des Lönneberga noch das eine oder andere Event zu feiern.

Es geht weiter

Die nächste „Open Stage“ findet nach der Sommerpause im Oktober statt. Auch dann wieder in Kooperation von Kultstädte e.V., Bar Lönneberga und Music Store Musikschule. Das genaue Datum wird rechtzeitig auf Facebook und unter www.Kultstaedte.de bekannt gegeben.

 

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here