Der folgende Leserbrief wurde unserer Redaktion mit der Bitte um Veröffentlichung zugesandt. Dieser Bitte kommen wir gerne nach.

Zu der Debatte um die Aufnahme von neuen Flüchtlingen in Lüdenscheid erklären die JusoLüdenscheids :

Dominik Hass Vorsitzender der Jusos Lüdenscheid. Foto: Jusos Lüdenscheid
Dominik Hass Vorsitzender der Jusos Lüdenscheid. Foto: Jusos Lüdenscheid

Die Diskussionen in den Lüdenscheider Facebook Gruppen sind unerträglich. Bei einigen Kommentaren wird deutlich, wie sehr der Alltagsrassismus in der Mitte der Gesellschaft verankert ist.

Viele vergessen wohl unsere Geschichte und denken nicht daran, dass auch Deutschland mal Internationale Hilfe benötigte. Immer wieder liest man in den Netzwerken Kommentare die Asylanten als sozial Schmarotzer bezeichnen, sie anderweitig verunglimpfen oder sich gegen eine Aufnahme von ihnen aussprechen. Die Geschichte hinter den Personen die hierhin kommen wird hierbei nicht berücksichtigt. Es sind Menschen die aus den verschiedensten Gründen in ihrem Heimatland verfolgt werden und es auf ihrem Lebensweg keinesfalls einfach hatten. Es sind teilweise Personen die um ihr und das Leben ihrer Familie fürchten mussten. Leute die die Gräueltaten der IS und die Torturen von den Bürgerkriegen an den verschiedensten Orten der Welt am eigenen Leib erfahren mussten. Ihr ganzes Hab und Gut in ihrer Heimat zurück ließen und eine lange Reise teilweise unter Menschenunwürdigen Bedingungen hinter sich haben und werden in Deutschland als sozial Schmarotzer angesehen. Das erschließt sich uns ehrlich gesagt nicht. Wir sollten sie herzlich in unserem Land willkommen heißen und ihnen helfen hier ein neues Leben zu beginnen. Wir sollten ihnen unsere Sprache näher bringen, ihnen die Möglichkeit geben hier zu arbeiten und sie in unsere Gesellschaft integrieren.

Deshalb rufen wir alle Parteien, Verbände, Glaubensgemeinschaften und Vereine in Lüdenscheid auf für eine Willkommenskultur zu werben. Nur wenn in der Öffentlichkeit für Toleranz und Akzeptanz geworben wird ist das gemeinsame Miteinander zu wahren. Wir finden, kein Cent ist zu viel gezahlt, wenn dadurch ein Menschenleben gerettet werden kann. Kosten spielen wir nicht gegen Menschenleben aus. Menschen sollten zunächst mal die Vermögensverteilung in Deutschland beachten, bevor sie auf die schwächsten einprügelt.

Wir müssen die Menschen hier aufnehmen, ihnen die Chance auf einen geregelten Tagesablauf ermöglichen, erst dann werden sich die Menschen hier aufgenommen fühlen, was sehr wichtig ist für eine erfolgreiche Integration.

MFG
Dominik Hass
Vorsitzender der Jusos Lüdenscheid

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