Lüdenscheid. Austoben mit Jugendlichen in der Sporthalle – auch das gehört dazu, wenn der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas eins seiner zahlreichen Tagespraktika absolviert. Am 15. April hieß es wieder einmal „Freitag ist DienstTag“. Dudas lernte das Zentrum für jugendliche Diabetiker Lüdenscheid am Danziger Weg kennen. Wie immer wenn Politik auf Wirklichkeit trifft, war es ein spannender Tag für Dudas mit Überraschungen und Lerneffekten.

Nach dem ersten Kennenlernen ging’s gleich an die praktische Arbeit  – Gordan Dudas als Handlanger des Hausmeisters. Beide mussten einen Umzug innerhalb des weitläufigen Komplexes am Danziger Weg bewerkstelligen. Später dann die Portionierung während der Essensausgabe. „Da muss man ganz schön aufpassen. Bei den Jugendlichen, die alle Typ1-Diabetiker sind, kommt es weniger auf die Nahrungsmittel selbst, als auch die Portionen an, die aufgetischt werden“, erfuhr Dudas.

Blutzucker-Tagebuch und hohe Disziplin

Das überraschte den Politiker. „Ich dachte bisher immer, dass hier eine strenge Diät eingehalten werden müsste.“ Erstaunt war er über die hohe Disziplin, mit der die Jugendlichen ihr Blutzucker-Tagebuch führen und mit der sie sich ihre Insulin-Gaben verabreichen. Für Michael Langhals, den stellvertretenden Einrichtungsleiter, sowie Michael Vogt, Gruppenleiter und Erzieher, zählt das allerdings zu den Selbstverständlichkeiten.

Der Politiker lernte die familiäre Atmosphäre in der Astrid-Lindgren-Gruppe und die Niederungen des Schüleralltags kennen. Er unterstützte die Kinder und Jugendlichen bei den Hausaufgaben und musste sich unter anderem an so mache längst vergessene Regel erinnern, die zum Bruchrechnen gehört. Anschließend dann die Entspannung beim Nachmittagssport.

Familiäre Atmosphäre

Sein Eindruck: „Hier wird sehr viel für die Jugendlichen getan. Die ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher kümmern sich intensiv um ihre Schützlinge. Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden und habe direkt auch den harmonischen Umgang und damit einhergehend die familiäre Atmosphäre gespürt.“

Was nimmt der Politiker sonst noch mit? Er erfuhr einiges über Fachkräftemangel und die unzureichende Bezahlung der Erzieher/innen. „Ein Dauerbrenner auch hier: Kritik an zu hohem bürokratischen Aufwand“, sagte Gordan Dudas im abschließenden Gespräch. Er glaubt, dass die Vielfalt der Aufgaben und Herausforderungen, die sich Mitarbeiter sowohl in Kindertagesstätten als auch in der Heimerziehung gegenüber sehen, stärker in den Mittelpunkt gerückt werden müssen.

Pflegesätze für Diabetiker reichen nicht

Und auch einen ganz speziellen Punkt nimmt der Politiker mit nach Düsseldorf: Die Pflegesätze, die für Kinder und Jugendliche, die im Zentrum für jugendlichen Diabetiker leben, decken den Aufwand nicht. Michael Langhals und sein Team sind daher auf Einnahmen aus besonderen Aktionen und Spenden angewiesen.

Zurzeit werden 35 Kinder und Jugendliche in vier Wohngruppen sowie neun erwachsene Diabetiker mit zusätzlicher geistiger Behinderung am Danziger Weg stationär betreut. Vierzehn junge Erwachsene leben im Stationären Einzelwohnen, im Betreuten Wohnen oder in der Ausgelagerten Wohngruppe mit verschieden Graden der Selbstständigkeit.

Die Einrichtung ist Mitglied des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

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