Im Gesprach mit Bürgermeister Dieter Dzewas und Wolfgang Löhn berichtete René Konings (Mitte) über seine Erfahrungen mit dem holländischen Rettungswesen. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Leben retten auf Niederländisch – wie das geht, hat René Konings vom 9. Februar bis 7. März 2014 miterlebt. Rauf auf den Rettungswagen und raus zu den Einsätzen. Während seines Praktikums hat der 34-jährige Lüdenscheider den Alltag der Retter in Lüdenscheids holländischer Partnerstadt Den Helder studiert. Was bleibt als erstes Resümee: Ein Kompliment für die Kollegen in den Niederlanden. „Die machen ihre Sache gut.“

Studium an Fachhochschule für Gesundheit

René Konings arbeitet als Lehrrettungswart bei der Lüdenscheider Feuerwehr und absolviert berufsbegleitend ein Studium an der Mathias Hochschule in Rheine, einer privaten Fachhochschule für Gesundheit. Er studiert im dritten Semester Pre Hospital Managing, vereinfacht gesagt alles, was mit der Versorgung von Patienten zu tun hat, bevor sie ins Krankenhaus kommen. Warum ausgerechnet ein Praktikum in Den Helder? „Das Studium verlangt Erfahrungen mit Rettungssystemen, die nicht mit einem Notarzt besetzt sind“, berichtete René Konings am Montag Bürgermeister Dieter Dzewas und Wolfgang Löhn vom Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Vermittlung war kein Problem

Die Niederlande verzichten bei der Besetzung ihrer Rettungswagen auf Notärzte. Dazu kommt: Lüdenscheid verfügt beste Beziehungen in die Partnerstadt Den Helder. „So war die Vermittlung eines Praktikumsplatzes und einer Unterkunft kein Problem“, erklärte Wolfgang Löhn. Die Büroleiterin von Bürgermeister Koen Schuiling organisierte beides im Handumdrehen.

Praktika junger Leute aus den Partnerstädten in Lüdenscheid und umgekehrt seien durchaus nicht ungewöhnlich, erläuterte Rathaus-Chef Dieter Dzewas. „Wir unterstützen Interessenten gern dabei.“ Das gelte nicht nur für den Bereich der öffentlichen Verwaltung.

Ausbildung dauert sehr lange

Holland zeige, so René Konings, dass ein Rettungssystem auch ohne Notarzt funktioniere. Hintergrund sei unter anderem die sehr breit angelegte Ausbildung der Rettungssanitäter, zu der neben den notwendigen Qualifikationen im Rettungswesen auch eine mehrjährige Arbeit im Pflegebereich gehöre. Erst danach könnten sich Interessenten für den Rettungsdienst bewerben und müssten zudem noch eine sieben- bis neunmonatige Spezialausbildung durchlaufen. „Anschließend sitzen aber Menschen mit jeder Menge Lebenserfahrung in den Rettungsteams“, lobt der Lüdenscheider.

René Konings hat in vielfacher Hinsicht von seiner Zeit in Den Helder profitiert. Zum einen hat er neue Einblicke in die Arbeit der Kollegen im Nachbarland gewonnen, die ihn auf dem Weg zur Führungskraft im Rettungswesen weiter bringen. Mit dem Apartment in Julianadorp an Zee verschaffte ihm das Büro des Bürgermeisters einen angenehmen Aufenthalt. „Ich hatte ganz Nordholland im Blick“, schwärmte René Konings. Verständigungsprobleme gab’s übrigens keine. Der 34-Jährige stammt aus einer belgischen Familie und spricht flämisch.

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