Dirk Voß und Familie (links) begleiteten Christina Schulz Föcking, Dr. Matthias Heider, Dr. Hartmut Schauerte und Landrat Thomas Gemke bei einem kurzen Rundgang. Foto: Wolfgang Teipel

Herscheid. „Landwirtschaft, das ist mehr als der Hahn auf dem Mist“, sagt Christina Schulze Föcking. Die neue NRW-Landwirtschaftsministerin trifft den Ton der Bauern. Landwirte aus der Region bereiteten der 40-jährigen Politikerin am Mittwoch auf dem Hof von Kreislandwirt Dirk Voß in Herscheid einen großen Empfang. Rund 150 Besucher wollten hören, was Christina Schulze Föcking zur Zukunft des ländlichen Raums zu sagen hatte.

Seit neun Jahren Kreislandwirt

Ihre Botschaft bei der vom CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Heider organisierten Veranstaltung lautete: „Engagieren Sie sich“. Für Dirk Voß ist das nichts Neues. Seit neun Jahren setzt er sich als Kreislandwirt für die Belange seiner Berufskollegen ein. Er gehört dem Herscheider Gemeinderat an und mischt mit klaren Worten auch gern mal die Politik auf.

Rund 150 Besucher wollten hören, was die neue Ministerin zur Zukunft des ländlichen Raums zu sagen hat. Foto: Wolfgang Teipel

Dirk Voß hängt an seinem Beruf. Dennoch, gestand er der Ministerin bei einem Rundgang durch die Stallungen, habe er lange Zweifel gehabt, ob die Landwirtschaft Zukunft besitze und ob er seinen Kindern die Verantwortung für den 90-Hektar-Betrieb aufbürden solle. „Wer weiß, ob es das Richtige ist?“, sagte er.

Staatlich geprüfte Landwirtin

Christina Schulze Vöcking ist für „Naturschutz mit Augenmaß“. Foto: Wolfgang Teipel

Inzwischen ist klar: Die Familie stärkt ihm den Rücken. Die Nachfolge ist frühzeitig geregelt. Dirk Voss zeigte sich am Mittwoch begeistert vom Zuspruch der Berufskollegen. „Klasse, dass die Halle so voll ist“, rief er ihnen zu. Auch der Wechsel in der Landesregierung und die neue Ministerin stimmen ihn sehr zufrieden. „Christina Schulze Föcking ist eine von uns.“ Die aus Steinfurt stammende und dort lebende Politikerin ist staatlich geprüfte Landwirtin.

Naturschutz mit Außenmaß

Naturschutz mit Augenmaß, Bürokraftabbau, Wertschätzung von Nahrungsmitteln, kein Graben zwischen Bio-Nahrung und konventionell erzeugten Nahrungsmitteln und eine angemessene öffentliche Darstellung der Landwirtschaftsbranche liegen ihr am Herzen. Über die wachsende Bedeutung der Landwirtschaft seien sich viele nicht im Klaren, glaubt sie. Welches Gewicht die Landwirtschaft besitzt, so Christina Schulze Föcking, verdeutliche eine Statistik: „1950 war ein Landwirt für die Ernährung von zehn Menschen zuständig. Heute versorgt ein Landwirt bereits 145 Menschen.“

Flächenverbrauch und Schwarzwildplage

Dr. Matthias Heider: „Die neue Ministerin wird uns in der Landwirtschaft weiterhelfen.“ Foto: Wolfgang Teipel

Im anschließenden Dialog mit der Ministerin legten die Landwirte ihre Sorgen auf den Tisch. Dazu zählt neben dem zunehmenden Flächenverbrauch durch Gewerbe- und Industrieansiedlungen auch die Schwarzwildplage. Wildschweine ruinierten Acker- und Grünland, klagte ein Sprecher. Deshalb müssten Änderungen des Jagdgesetzes her.

Zu den ganz großen Sorgen zählt die Rückkehr des Wolfes. „Dann wird Weidewirtschaft unmöglich“, sagte ein Besucher aus Breckerfeld.

 

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