WLV-Demonstration im Märkischen Kreis. Landwirte kritisieren das Verhalten des Handelsunternehmens Edeka bei der Initiative Tierwohl in der Schweinehaltung. Foto: Tonscheidt

Iserlohn/Märkischer Kreis. Protestaktion der heimischen Landwirte in Iserlohn-Sümmern: Dort hatten sich heute (22.12.2015) die Märkischen Landwirte des Westfälischen-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) versammelt, um gegen das aktuelle Verhalten des Unternehmens Edeka bei der Initiative Tierwohl zu protestieren.

Diese branchenübergreifende Initiative aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel setzt sich seit April 2015 konkret dafür ein, das Tierwohl bei der Schweine- und Geflügelhaltung zu verbessern. Zehn Handelsketten, darunter auch Edeka sind finanziell beteiligt. Sie zahlen beim Schweinefleisch für jedes verkaufte Kilo 4 Cent in den Tierwohlfond. Das Geld wird dafür eingesetzt, dass Schweine bei der Mast bessere Lebensbedingungen haben, mehr Platz, mehr Licht, besseres Futter und auch Beschäftigungsmöglichkeiten. Landwirte, die das umsetzen, bekommen für ihre Schweine einen höheren Erlös von den Schlachtereien.

Es stelllte sich heraus, dass das zur Verfügung stehende Geld nicht ausreicht, um die 4600 Schweinezüchter, die sich bundesweit für das Programm beworben haben, zu beteiligen. Es reicht für knapp 2200. Eine Erhöhung des Tierwohl-Bonus pro Kilokramm Fleisch und Wurst von vier auf sechs Cent, soll das Problem lösen.

Darüber sei man sich mit allen Beteiligten einig, nur Edeka bremse die Initiative aus, erläuterten vor Ort bei der Protestaktion für den Märkischen Kreis Kreisverbandsvorsitzender Günter Buttighofer aus Wiblingwerde und sein Stellvertreter Ulrich Brinckmann aus Iserlohn im Gespräch mit Tach! eine Resolution der Landwirte. Im Märkischen Kreis nähmen erst vier Schweinezüchter an der Aktion Tierwohl teil, so die beiden ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder. Es brauche dringend zusätzliche finanzielle Mittel.

Edeka-Offizielle weisen den Vorwurf zurück. Man sei zu Gesprächen über einen höheren Beitrag bereit. Das sei allerdings an eine Erfolgsmessung in den teilnehmenden Zuchtbetrieben geknüpft. Die war ursprünglich 2015 mittels eines Tierwohlindex vorgesehen, wurde aber auf das zweite Halbjahr 2016 verschoben, so die Edeka-Information.

 

 

 

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