Rund 80 Quadratmeter Fläche gehen im Märkischen Kreis tagtäglich durch private oder industrielle Nutzung oder durch Ausgleichsmaßnahmen verloren. Schon im Herbst 2011 verdeutlichen Kuh "Qualle" und die damalige Auszubildende Vera Mühlhoff den "Landfraß". Foto Elke Teipel

Märkischer Kreis. Die Fläche, die 20 Bauernhöfe brauchen, ging in den letzten zehn Jahren der Landwirtschaft im Märkischen Kreis verloren – 936 Hektar (ha) wertvoller Fläche sind versiegelt oder anderer Nutzung zugeführt worden. Darauf macht der Landwirtschaftliche Kreisverband Märkischer Kreis nach der Veröffentlichung der neuen Zahlen des IT.NRW aufmerksam.



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Geht man von einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 50 Hektar aus, ergibt sich dieser für die Landwirtschaft verheerende Zahl. Obwohl es politischer Wille sei, den „Flächenfraß“ zu stoppen, sei das Gegenteil der Fall, kritisiert Günter Buttighoffer, Kreisverbandsvorsitzender und Landwirt aus Wiblingwerde, diese Entwicklung.

Äker und Weiden gehen verloren

Günter Büttighoffer und Ludwig Krämer, Geschäftsführer des WLV-Kreisverbandes Märkischer Kreis, wollen den Landfraß stoppen. Foto: Elke Teipel
Günter Büttighoffer und Ludwig Krämer, Geschäftsführer des WLV-Kreisverbandes Märkischer Kreis, wollen den Landfraß stoppen. Foto: Elke Teipel

Buttighoffer: „Durch Versiegelung, private oder industrielle Nutzung oder auch durch Naturschutzmaßnahmen gehen uns Landwirten die Äcker und Weiden verloren. Wir müssen diesen Flächenfraß stoppen, denn auf einer schrumpfenden Fläche kann die Landwirtschaft nicht den Anforderungen gerecht werden, gleichzeitig mehr Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, erneuerbare Energien zu erzeugen und dem Umweltschutz verstärkt Rechnung zu tragen.“

Die Vorschläge der Bauern zur Abhilfe sind eindeutig: „Vorrangig Industriebrachen statt neuer Gewerbegebiete nutzen, Innenentwicklung der Städte vor Außenentwicklung betreiben, für Ausgleichsmaßnahmen vorrangig minderwertige landwirtschaftliche Flächen verwenden.“

In NRW betrug der Flächenverlust für die Landwirtschaft von 2006 bis 2016 durchschnittlich 16,67 ha pro Tag.

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