Jochen Schröder. Landrat Thomas Gemke undKarsten Lahme bei der Werksbesichtigung der Firma Lahme in Kierspe. Foto: PMK

Kierspe (pmk) – Gemeinsam mit Jochen Schröder von der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS) informierte sich Gemke bei einer Werksbesichtigung in Kierspe über die Qualitäts-, Logistik- und Serviceleistungen sowie über die Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme des Familienunternehmens.

Seit 51 Jahren steht der Betrieb mit seinen modernen Spritzgussverfahren für „Präzision in Kunststoff“. Die roten Abdeckkappen von Flüssiggasbehältern, die goldfarbenen Schraubverschlüsse von Honiggläsern oder die Deckel von Senfgläsern kamen auch Landrat Gemke bekannt vor. Mit diesen Produkten hatte sich das Unternehmen einen Namen in der Flüssiggas- und Verpackungsindustrie gemacht. Ein weiteres Standbein ist der Werkzeugbau.

Heute liegt der Schwerpunkt allerdings bei Kunststoffprodukten für die Automobilzuliefererindustrie. Zu der Produktpalette gehören beispielsweise Autogriffe und Griffmulden für Scania-LKW. Für den Ford Fiesta liefert die Firma Lahme Bauteile für die Frontpartie bis hin zum Kühlergrill – natürlich just-in-time direkt nach Köln. Hierfür ist eine Spritzgussmaschine mit einer Schließkraft von 1300 Tonnen notwendig – eine Investition, die sich auch in Zukunft lohnen wird, ist Karsten Lahme überzeugt. In den letzten Jahren wurden die Produktions- und Lagerflächen kontinuierlich ausgebaut. Dank der guten Auftragslage konnte das Unternehmen die Zahl der Beschäftigten von 100 auf 120 Mitarbeiter erhöhen und das trotz eines hohen Automatisierungsgrades. Um allerdings flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können, geht es aus Lahmes Sicht nicht ohne Zeitarbeitskräfte. Dafür hat die Lahme GmbH und Co. KG aber auch keine Ambitionen, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. „Bei uns ist vor allem Qualität gefragt und wir wollen auch in Zukunft ein überschaubares Familienunternehmen mit kurzen Entscheidungswegen bleiben“, antwortet Karsten Lahme auf Nachfrage von Jochen Schröder.

Da in der Automobilindustrie zunehmend leichtere und energieeffizientere Fahrzeuge gefragt sind, sieht der gelernte Werkzeugmacher viel Entwicklungspotential in der Kombination von Metall und Kunststoff, wie sie beispielsweise von BMW erprobt wird. Auch die Fachhochschule Südwestfalen, mit der das Kiersper Unternehmen projektweise zusammenarbeitet, forscht zum Thema energieeffizienter Einsatz von Kunststoffen.

Energieeffiziente Technologie ist auch für Landrat Thomas Gemke ein gutes Stichwort. Er be-dauerte, dass öffentliche Fördergelder bisher einseitig in die Erforschung alternativer Energieerzeugung und viel zu selten in Innovationen zur effizienten Energienutzung investiert wurden. Mit seiner geplanten Klimatour im Mai will er beispielhaft auf verschiedene Einsatzmöglichkeiten energieeffizienter Technologien aufmerksam machen.

Ebenso am Herzen liegt Gemke das Thema Berufsausbildung. Auch die Firma Lahme will sich hier in Zukunft stärker engagieren. „Derzeit liegen wir bei einer Ausbildungsquote von sieben bis acht Prozent. Unser Ziel liegt bei zehn Prozent“, erklärte der Geschäftsführer. Jochen Schröder nutzte die Gelegenheit, erneut für die Berufsfelderkundung Im Rahmen der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ zu werben. Aktuell werden für die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen, die im laufenden Schuljahr an drei Tagen drei verschiedene Berufsfelder kennenlernen sollen, noch rund 1500 Plätze im Märkischen Kreis gesucht. Unter der Internetplattform: www.berufsfelderkundung-mk.de gibt es weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Angebote zur Berufsfelderkundung anzubieten.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here