Kierspe. Eigentlich wäre es eine Zeit gewesen, nach den arbeitsintensiven Sommermonaten wieder etwas zur Ruhe zu kommen, schildern die Rotkreuzler des DRK Kierspe den Herbst des vergangenen Jahres. Stattdessen ging es im September nochmal richtig rund. Sowohl in Halver an der Susannenhöhe als auch am Raithelplatz in Lüdenscheid standen zahlreiche Einsätze im Rahmen der Flüchtlingshilfe an. „513 Mannstunden in nur 24 Tagen waren wir an beiden Notunterkünften im Einsatz“, zitiert Rotkreuzleiter Christian Bendt die Einsatzstatistik. In Ankerkennung dieser außergewöhnlichen Leistung stiftete der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe das Einsatzabzeichen „Flüchtlingsnothilfe“. Zusammen mit einer Urkunde überreichte die Kiersper Rotkreuzleitung dies jetzt im Rahmen der halbjährlichen Gemeinschaftsversammlung.

„Eine personelle Mammutaufgabe“

„Das war eine personelle Mammutaufgabe“, erklärte Gruppenführer Alexander Kalcher die Herausforderung. Innerhalb der Einsatzeinheiten des Roten Kreuzes im Märkischen Kreis wurden die Schichten im tageweisen Wechsel aufgeteilt. „Dementsprechend waren wir jeden zweiten Tag an einer der Unterkünfte vor Ort“, fasste Kalcher zusammen. 28 Aktive aus Kierspe haben im September und Oktober ehrenamtlich Flüchtlinge betreut, bevor die beiden Notunterkünfte von hauptamtlichen Kräften übernommen werden konnten. Neben der eigentlichen Arbeit vor Ort war viel Organisation nötig.

Freistellung nicht mehr selbstverständlich

Denn während die Helfer gerade vor Ort aktiv waren, galt es bereits, die Folgeschichten zu besetzen und Bescheinigungen an Arbeitgeber auszustellen. „Es ist längst nicht mehr selbstverständlich, für ehrenamtliche Tätigkeit im Beruf freigestellt zu werden“, so Kalcher.

In besonderem Maße unterstützt wurden die Aktiven der Bereitschaft auch von der Frauengruppe der Wohlfahrtsarbeit in Kierspe, die sich sonst vornehmlich um die Bewirtung der Blutspenden kümmert. Elf Helferinnen wurden aus diesen Reihen für ihren Einsatz geehrt.

Fordernde und spannende Erfahrung

Das sei eine sehr fordernde, aber auch spannende Erfahrung gewesen, sind sich die Helfer einig. Vielfältig seien die Eindrücke vor Ort gewesen, im direkten Kontakt mit den Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen. So wechselten sich irritierende Erfahrungen mit schönen und aufgeschlossenen Momenten ab. „Wir haben selber erlebt, dass wir es nicht einfach nur mit ‚den Flüchtlingen‘ zu tun haben. Diese Menschen sind genauso unterschiedlich, wie wir auch. Vom unfreundlichen Jugendlichen bis zum dankbaren Familienvater war alles dabei“, schildert Kalcher die Eindrücke vor Ort.

Für ihren Einsatz geehrt wurden: Inge Aberle, Carmen Bendt, Christian Bendt, Brigitte Greis, Franzoise Gryczka, Willi Harms, Christian Immig, Frederik Jarosch, Anke Josteit, Alexander Kalcher, Anne Kemper, Stefan Kinas, Hanne Kleinhofer, Ben Köster, Hauke Marxen, Anne Mohn, Rita Räbsch, Annika Reiffert, Romina Salpetro, Nora Schinner, Heidrun Schmidt, Jan Schwarze, Edelgard Spelter, Dominic Tofote, Volker Vollmann, Helga Wiedemeier und Marianne Wolfgard.

 

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