Kunststoff-Institut
Referentin Julika Steppat (links) und Torsten Urban (4. von links) mit einigen Teilnehmern der Ausbildungsmaßnahme, die am 17. Mai begonnen hat. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Junge Männer aus Syrien, dem Irak und afrikanischen Bürgerkriegsgebieten wollen arbeiten. Über das Lüdenscheider Kunststoff-Institut und kunststoffverarbeitenden Unternehmen in der Region erhalten sie ihre große Chance. Am 17. Mai hat im Kunststoff-Institut an der Karolinenstraße eine insgesamt 16-wöchige Ausbildungsmaßnahme begonnen. Sie soll den 17 Teilnehmern sprachliches und Kunststoff-Fachwissen vermitteln.

Diplom-Ingenieur Torsten Urban von der Geschäftsleitung des Kunststoff-Instituts ist zuversichtlich, dass es klappt. Außerdem: „Wer nichts wagt, gewinnt auch nichts.“ Er glaubt, dass das Institut in Kooperation mit dem Jobcenter MK und den ESO-Sprachschulen den gewünschten Erfolg für die Teilnehmer und die heimische Kunststoffbranche bringt. „Die Unternehmen sind sehr aufgeschlossen. Sie wollen diese Leute haben und scharren schon mit den Hufen“, sagt Torsten Urban.

Bei den Kunststoffverarbeitern werden Fachkräfte knapp

Die Ausgangslage: Bei den Kunststoffverarbeitern wird das Personal knapp. Zu wenig Nachwuchs bei den Verfahrensmechanikern Kunststoff- und Kautschuk-Technik. Das bedeutet gute Chancen für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive und ersten Deutschkenntnissen. Aus Sicht von Torsten Urban lassen sich beide Dinge gut verbinden.

„Wer Arbeit hat, lässt sich auch nieder.“

Die Integration der in den letzten Monaten nach Deutschland geflüchteten Menschen sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, heißt es in einer Mitteilung des Kunststoff-Institutes. Der Qualifizierung der Neuankömmlinge für ihre Einbettung in den Arbeitsmarkt komme dabei eine Schlüsselrolle zu. So werde einerseits grundlegenden Bedürfnissen nach sozialer Einbindung in die Gesellschaft Rechnung getragen, andererseits machten wirtschaftliche Aspekte ein rasches, entschiedenes Handeln nötig. „Wer Arbeit hat, lässt sich nieder und kann ein neues Leben aufbauen“, sagt Torsten Urban. Wer zur Untätigkeit verdammt sei, wandere womöglich in die Metropolen ab. „Außerdem gelingt erfolgreiche Integration nur, indem Menschen ausgebildet und mit einer sinnvollen Beschäftigung bedacht werden, so Torsten Urban, Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung am Kunststoff-Institut Lüdenscheid.

16-wöchige Qualifizierungsmaßnahme

Das Polymer Training Centre des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid stellt sich diesem Auftrag in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit, dem Jobcenter MK und den ESO Sprachschulen in Form einer Qualifikationsmaßnahme von Flüchtlingen. In einem Pilotprojekt werden 17 Asylbewerber im Rahmen einer 16-wöchigen sprachlichen, theoretischen und praktischen Qualifizierungsmaßnahme die Grundlagen der Kunststoffverarbeitung vermittelt.

Anschließend Praktikum

Das Ausbildungslevel soll die Teilnehmer in die Lage versetzen, ein Praktikum in einer ortsansässigen Firma zu absolvieren, welches sich an die Maßnahme anschließt. Da eine allgemeine Sprachausbildung bereits vorher erfolgt ist (Kompetenzniveau A2 oder B1), wird der Schwerpunkt in den ersten acht Wochen auf die Vermittlung der „Kunststoff-Fachsprache“ gelegt. Anschließend werden Trainer des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid, unterstützt von einem Integrationsbegleiter, auf diesen Block aufbauen und den Kandidaten in weiteren 8 Wochen die Basics der Werkstoffkunde und des Spritzgießens in Theorie und Praxis beibringen.

Resonanz ausgesprochen positiv

Das eigentliche Ziel ist ein dauerhaften Arbeitsverhältnis bzw. ein Ausbildungsvertrag. Interessierte Unternehmen haben daher die Möglichkeit, ihre potenziellen Mitarbeiter im Rahmen eines Praktikums kennenzulernen – und umgekehrt. „Die Resonanz ist ausgesprochen positiv“, freut sich Urban, „denn bereits jetzt haben einige Firmen signalisiert, Praktikumsplätze bereitzustellen.“

 

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