Die Verwandlung. Foto: Volker Beushausen

Am Dienstag, den 03.11.2015 um 19:30 gastiert das Ensemble des Westfälischen Landestheaters Castrop-Rauxel mit dem Schauspiel „Die Verwandlung“ von Franz Kafka im Kulturhaus Lüdenscheid. Diese Aufführung ist speziell für Schüler interessant, da sie einen für das Abitur relevanten Stoff zeitgemäß interpretiert.

„Die Verwandlung“ ist eines der literarischen Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts. Die 1912 entstandene Erzählung ist nicht nur für das Gesamtwerk Kafkas von entscheidender Bedeutung, aufgrund der zahlreichen Interpretationsmöglichkeiten funktioniert es als Metapher für die Selbstwahrnehmung des Menschen in der westeuropäischen Zivilisation bis heute.

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Er kann sich nicht rühren, sein Bett nicht verlassen, auf unerklärliche Weise ist er zu einem Monster geworden. Oder ist das sein wahres Ich? Oder ist das, wie er sich selber sieht? Seine Bewegungsunfähigkeit zwingt ihn, sein Dasein zu reflektieren: Sein Beruf als Handelsvertreter, der ihn auffrisst, seine Familie, deren Ernährer er ist, sein Leben, das nur aus Abhängigkeitsverhältnissen besteht. Doch viel Zeit bleibt ihm nicht, denn sein Vorgesetzter erscheint, um zu sehen, warum er nicht zur Arbeit erschienen ist. Als seine Eltern und seine Schwester ihn sehen, reagieren sie mit Entsetzen und Abscheu, sie sperren ihn in sein Zimmer, schließen ihn weg. Und das ist erst der Anfang.

Ein grandioser Text, der gerade auf der Bühne enorme Räume für Erkenntnisse und Einsichten bietet. Die Verbildlichung, mögliche Perspektivwechsel und die Verkörperung der Protagonisten lassen die Relevanz des Werkes für die heutige Zeit mehr als deutlich werden.

Franz Kafka ist einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er wird 1883 inPrag geboren und wächst dort auf. 1906 promoviert er in Jura, widmet sich aber schon in dieser Zeit der Schriftstellerei und veröffentlicht erste Werke. Zu seinen wichtigsten Werken gehören „Der Prozess“ (1915, erschienen 1925), „Das Schloss“ (1922, erschienen 1926), „Ein Bericht für die Akademie“ (1917) und „Amerika“ oder „Der Verschollene“ (1911 – 1914, erschienen 1927).

In einer Inszenierung von Ralf Ebeling spielen Thomas Zimmer, Bülent Özdil, Samira Hempel, Thomas Tiberius Meikl, Thomas Tiberius Meikl, Guido Thurk, Vesna Buljevic und Julia Gutjahr. Die Dramaturgie stammt von Christian Scholze, die Ausstattung von Jeremias Vondrlik.

Für die Veranstaltung im Rahmen der Reihe Jugendtheater gibt es noch Karten zu Preisen von 6,00 € bis 7,50 €, Erwachsene zahlen einheitlich 9,00 € zzgl. 10% VVk. Geb. an der Theaterkasse des Kulturhauses (Tel: 02351/ 171299) und – nach Vorrat – noch an der Abendkasse vor der Veranstaltung. An der Abendkasse gilt ein erhöhter Eintrittspreis. Weitere Informationen unter: www.kulturhaus-luedenscheid.de

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