Auf der Grenze zwischen Skulptur, Rauminstallation und Fotografie: Kuratorin Claudia Rinke vor einem Werk von Kyoung Jae Cho. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Die Städtische Galerie in den Museen der Stadt Lüdenscheid zeigt vom 6. Mai bis 23. Juli die Ausstellung „Expanding Photography“. Die vom Westdeutschen Künstlerbund organisierte und realisierte Schau präsentiert Werke von 16 Künstlerinnen und Künstlern mit überraschenden Sichtweisen auf das Fotografieren und einen unkonventionellen und erweiterten Umgang mit dem Medium Foto.



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Kuratiert wurde die Ausstellung von der Kunsthistorikerin Claudia Rinke und der Künstlerin Elly Valk-Verheijen.

Umdeuten und verfremden

„In dieser Ausstellung geht es vor allem um Arbeiten, die das Medium der Fotografie umdeuten und verfremden“, sagt Kuratorin Claudia Rinke. So wie beispielsweise die Werke des gebürtigen Koreaners Kyoung Jae Cho. Seine Bilder siedeln sich auf der Grenze zwischen Skulptur, Rauminstallation und Fotografie an. Ausgangspunkte sind immer architektonische Situationen.

Grenze zwischen Zufälligkeit und Kontrolle

Nora Schattauer lotet in ihren Fotogrammen die Grenzen zwischen Zufälligkeit und Kontrolle aus. So malt sie mit chemischen Substanzen wie Silbernitrat mit einer Pipette auf Fotopapier, das dann oft mehrere Tage der Sonne ausgesetzt wird. Dabei verformen sich die Punkte, stoßen aneinander und verfärben sich.

Der Fuji aus der Webcam

Ganz anderes wiederrum die Bilder des Dortmunders Jens Sundheim. Er hat über Jahre eine Webcam beobachtet, die aus dem Fenster eines Tagungshotels den Fuji, den höchsten Berg Japans, fotografiert. Screenshots dieser Bilder, aufgenommen zu den unterschiedlichsten Tages- und Jahreszeiten und Wetterlagen präsentiert er als großformatige Fotografien. Dabei sucht er bewusst Bezüge der digitalen Bilder zu japanischen Holzschnittarbeiten des 19. Jahrhunderts.

Kleinformatige Arbeiten von Katja Butt. Foto: Wolfgang Teipel

„Fotografie war ist seit ihrer Erfindung eines der künstlerischen Medien, die immer wieder zu neuen Auseinandersetzungen herausfordern“, sagt Claudia Rinke. Die digitale Fotografie und die moderne Bildbearbeitung hätten diesen Prozess nochmals erweitert.

Freude über die Kooperation

Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen und Ekkehard Neumann, Vorsitzender des Westdeutschen Künstlerbund, sind stolz auf die Kooperation. „Der Name Westdeutscher Künstlerbund hat einen guten Klang“, sagt Dr. Susanne Conzen. „Mit der Ausstellung können wir an die Szene im südlichen Ruhrgebiet andocken. Das ist eine Bereicherung für unsere Arbeit.“

Mehr Informationen zum Westdeutschen Künstlerbund unter http://www.westdeutscher-kuenstlerbund.de/

Dr. Susanne Conzen, Ekkehard Neumann, Claudia Rinke und Elly Valk-Verheijen mit dem Werk „Judy 2000“ von Ulrich Haarlammert. Foto: Wolfgang Teipel

Die Ausstellung „Expanding Photography“ wird am Freitag, 5. Mai, 19 Uhr eröffnet. Die Begrüßung der Gäste übernimmt der städtische Beigeordnete Thomas Ruschin. Elly Valk-Verheijen, stellvertretende Vorsitzende des Westdeutschen Künstlerbundes und Kuratorin, sowie Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen sprechen Grußworte. Kuratorin Claudia Rinke führt in die Ausstellung ein.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:

Nina Brauhauser

Peter Buchwald

Katja Butt

Kyoung Jae Cho

Frauke Dannert

Christine Erhard

Ulrich Haarlammert

Klaus Küster

Alwon Lay

Oster+Koezle

Nora Schatthauser

Walter Schernstein

Jens Sundheim

Christoph Westermeier

Denise Winter

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen (deutsch/englisch). Herausgeber ist Ekkehard Neumann für den Westdeutschen Künstlerbund (Texte von Claudia Rinke). Der Katalopg ist vom Type Directors Club (tdc) für excellente Typographie ausgezeichnet worden.

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