Der Gülleunfall fällt in die Zeit, in der die Landwirte Gülle auf ihren Feldern ausbringen.

Halver. Obwohl noch keine endgültigen Ergebnisse über die Folgen der Gülle-Katastrophe bei Halver vorliegen, ist schon jetzt davon auszugehen, dass Flora und Fauna der Talsperre und der Uferzone nachhaltig beschädigt sind. Das teilt der Wupperverband mit. Die Untere Wasserschutzbehörde des Märkischen Kreises geht davon aus, dass die betroffene Weide und ein etwa vier Kilometer langes Stück des Neyebachs nach dem Austritt von rund 1700 Kubikmeter Gülle biologisch tot sind. Es könne ein Jahr lang dauern, bis sich der Bereich durch Regenfälle und Verdünnung regeneriere. Auch Fischlaich und Jungtiere in den flachen Bereichen der Talsperre seien mit hoher Wahrscheinlichkeit getötet worden.

Fischereibeauftragter: Beseitigung der Schäden dauert Jahre

„Die Fische werden nicht mehr da sein. Darüber hinaus ist der Naturkreislauf zerstört. Die Neyetalsperre ist jetzt ein totes Gewässer, eine Kloake. Es wird Jahre dauern, bis die Schäden beseitigt sind“, wird auch Henning Rauschert, Fischereibeauftragter der EWR GmbH (Energie und Wasser Remscheid), zitiert. Damit hätte der Vorfall auf einem Hof in der Halveraner Ortslage Kotten weitreichende Folgen.

Die Behörden untersuchen den Vorfall und werden dabei vom Wupperverband sowie der EWR GmbH unterstützt. Die Kriminalpolizei hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie ermittelt in „alle Richtungen“. Neue Informationen gibt es noch nicht. „Wir müssen die nächsten Tage und Wochen abwarten“, sagte Polizeisprecher Marcel Vormann. Insbesondere soll geklärt werden, ob es sich bei der Ausleitung der Gülle um einen Sabotageakt handelt. Das glaubt nämlich der betroffene Landwirt.

Hundebesitzer zu Vorsicht aufgerufen

Experten sind sich noch nicht einig, wie die Gesamtlage einzuschätzen ist. Sie müssen auch die Frage klären, wann die Neyetalsperre wieder geöffnet werden kann. Zurzeit fließt das Wasser nämlich in die nahezu volle Talsperre.

Nach dem Gülleunfall sind inzwischen Hundebesitzer rund um die Neyetalsperre zu besonderer Vorsicht aufgerufen worden. Nach Angaben des zuständigen Revierförsters sollten Hunde im Einlaufbereich zur Talsperre kein Wasser trinken.

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