Märkischer Kreis. Michael Kern, Vorsitzender des Bezirksverbandes des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, schlägt Alarm. Nach seiner Auffassung fehlen an Rhein und Ruhr in den nächsten Jahren 4000 Polizeibeamte. Was das für den Märkischen Kreis bedeutet, hat Michael Kern ausgerechnet. „Das bedeutet ein Minus von etwa 80 Polizisten, schreibt er auf der Homepage des BdK https://www.bdk.de/lv/nordrhein-westfalen/bv

In Zeiten des internationalen Terrorismus, der international agierenden Einbrecherbanden, der Rockerkriminalität und der stetig steigenden Cyberkriminalität seien kriminalistisch ausgebildete Fachleute bei der Polizei rar gesät. Eine Folge verschlafener Personalpolitik, falscher Einheitsausbildung und dem in der Vergangenheit von einigen Gruppierungen gewünschten Einheitspolizisten.

Fachwissen wandert ab

Zudem sei die Kriminalpolizei durch eine besoldungsrechtliche Funktionszuordnung geschwächt worden. Das habe zu einer landesweiten Abwanderung von rund 200 Jahren kriminalistischem Fachwissen geführt, kritisiert der Polizei-Gewerkschafter.

Die Landesregierung reagiere auf die derzeitige Gefährdungslage und wolle noch bis 2017 weitere 360 Polizisten einstellen. „Ein erster, kleiner Schritt in die richtige Richtung, der jedoch bei weitem nicht ausreichen wird, die Lücken zu schließen“, schreibt Michael Kern.

Diese enorme Zahl von 80 Fehlstellen im MK stellt er plakativ wie folgt dar. Sie entspreche

  • der benötigten Stärke der Polizeiwachen für Iserlohn und Menden
  • wäre die gesamte Direktion Verkehr
  • oder der Wegfall der Hälfte aller Kriminalisten

Neben Forderungen nach erhöhten Einstellungszahlen müssten man aber auch Gegenmaßnahmen aufgabenkritisch angegangen werden.  Die Polizei müsse zur Stelle sein, wenn der Bürger sie brauche. Immer dann, wenn der Notruf 110 betätigt werde, müssten Kräfte da sein, die zeitnah helfen könnten. Werde der Bürger Opfer einer Straftat, benötige er Fachleute, die kriminalistisch geschult seien und alles Erdenkliche tun könnten, um den Täter zu ermitteln.

Kripo überaltert

Die landesweite Forderung des BDK, den Altersdurchschnitt der überalterten Kripo (Altersdurchschnitt in MK über 50 Jahre!) schnell zu senken und eine eigene Ausbildung zum Kriminalisten herbeizuführen, seien hierfür Grundbedingungen.

Michael Kern kritisch: „Der Bürger benötigt kein internes polizeiliches Controlling, das mehr Kräfte bindet, an der Arbeit hindert und langsam zum Selbstzweck verkommt.“

Die Ausrichtung der Polizei dürfe dabei die geografischen Besonderheiten des Märkischen Kreises mit seinen vielen Gemeinden nicht unberücksichtigt lassen, müsse sich aber auch auf eine effektive Einsatzbewältigung fokussieren, fordert der Polizei-Gewerkschafter.

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