Foto: Derian/Märkischer Kreis

Altena. Angehörige zu Hause pflegen und betreuen ist eine anstrengende Aufgabe, rund um die Uhr. Pflegende Angehörige, die sich dieser verantwortungsvollen und zeitintensiven Aufgabe widmen, sind vielfach bereit, eigene Wünsche zurückzustellen oder aufzuschieben. Um pflegenden Angehörigen aus dem Märkischen Kreis die Möglichkeit zu geben, sich umfassend zu informieren und gleichzeitig auch mal an sich zudenken, veranstaltet das Team vom Projekt „Quartiersnahe Unterstützung pflegender Angehöriger“ in Zusammenarbeit mit dem Märkischen Kreis am 04. September von 15:30 – 19 Uhr einen „Tag der pflegenden Angehörigen“ in der Burg Holtzbrinck in Altena.

Los geht es um 15:30 Uhr im Saal der Burg Holtzbrinck mit der Eröffnung des Tages und einem Grußwort von Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Anschließend wird in einem Interview mit Betroffenen die Frage erörtert „Was brauchen pflegende Angehörige?“. Durch das Interview führt Tanja Segmüller von der Universität Witten-Herdecke. Um 16:00 Uhr erklärt Björn Uhr von der AOK Nord-West anhand von Fallbeispielen erste Einblicke in die Pflegeversicherung: „Was steht mir eigentlich zu?“ so der Titel seines Vortrages. Um 16:20 Uhr wird es dann musikalisch: Musik befreit, Singen hilft! Johannes Köstlin, Kantor und Kirchenmusiker, bereitet „Freude durch Musik“. Ab 16:50 Uhr wird dann der Markt der Möglichkeiten im Foyer eröffnet. Bei Kaffee und frischen Waffeln gibt es Gelegenheit zur Information und Beratung, aber auch zum gegenseitigen Austausch.

Ab 17:30 Uhr beginnen die Workshops „Zeit für mich“. Alle Interessenten sind eingeladen etwas für sich selber auszuprobieren und Neues zu entdecken: Im Workshop 1 im Kaminzimmer lernen sie eine Entspannungsmethode kennen, „Entspannen Sie sich!“ mit Fritz Boeke. Workshop 2 beschäftigt sich mit „Handwerk und Kunst“ im Blauen Zimmer. Mit Ursula Panke und Ursula Buschmann wird Kreatives aus Holz und Draht hergestellt und Leinentäschchen kunstvoll gestaltet. Im Workshop 3 sind Interessenten eingeladen gemeinsam spazieren zu gehen: Ulla Rinke bietet „eine kleine Stadtführung“ an.

Nach den Workshops um 18:30 Uhr versammeln sich die Teilnehmer erneut im Saal der Burg um bei einer kleinen Andacht den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Um 19 Uhr endet die Veranstaltung. Während der Veranstaltung liest Heinrich Gebrande zwischendurch aus seinen Gedichten zum Thema Demenz.
„Am ‚Tag der pflegenden Angehörigen‘ wollen wir uns bei allen pflegenden Angehörigen für ihr Engagement bedanken und ihnen unsere Wertschätzung ausdrücken. Wir möchten, dass es Pflegenden an diesem Tag gut geht und bieten deshalb allen Interessenten Schnupperangebote an, um auszuprobieren, wie wohltuend es ist, etwas für sich selbst zu tun „, so Anette Wesemann vom Projektteam. Denn „nur wenn es einem selber gut geht, kann man auch weiterhin Gutes tun und für Andere da sein“, so Wesemann weiter.

Folgende Institutionen präsentieren sich auf dem Markt der Möglichkeiten im Foyer und stehen für Fragen und Beratung zur Verfügung: Altenaer Baugesellschaft; Betreuungsstelle Märkischer Kreis; Caritasverband Lüdenscheid – Altena; Demenzservicezentrum Dortmund; Diakoniestation Lüdenscheid/ Altena; Ellen-Scheuner-Haus, Altenpflegeeinrichtung; Heti – barrierefrei bauen & wohnen für Jung und Alt; Markt-Apotheke; Pflegeberatung AOK; Pflegeberatung Märkischer Kreis; Pflegedienst Heike Krutzsch; Pflegedienst Zu Hause; Selbsthilfe-Kontaktstelle, MK; Stellwerk; Generationenbüro; Sozialpsychiatrischer Dienst, Märkischer Kreis; Volkshochschule Lennetal.

Den Verantwortlichen vom Projektteam ist es wichtig möglichst viele pflegende Angehörige zu erreichen. Damit diese teilnehmen und den Tag in Ruhe genießen können, ist eine Betreuung der zu Pflegenden unerlässlich. Die Diakoniestation Lüdenscheid/Altena bietet dazu eine individuelle Beratung an und informiert über die Möglichkeiten der „stundenweisen Betreuung“ zu Hause. Neben diesen individuellen Lösungen bietet das Team eine Betreuungsgruppe parallel zur Veranstaltung im „Alten Pfarrhaus“ an, selbstverständlich mit Fahrdienst. Geschulte Ehrenamtliche kümmern sich in dieser Zeit um die zu Pflegenden. Interessierte wenden sich bitte an: Hanna Klischat, Tel: 02352 / 24354. Nähere Informationen gibt es auch bei Anette Wesemann, Stadt Altena, Tel: 02352 / 209-218, oder Sandra Rinke, Märkischer Kreis, Tel: 02352 / 966-7113.

Hintergrund

Die Sicherstellung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen in der Häuslichkeit betrifft immer mehr Familien, dabei steht die Situation des Pflegebedürftigen zumeist im Fokus der Betrachtung. Die häusliche Pflegesituation kann aber meistens nur durch pflegende Angehörige aufrechterhalten werden. Wenn diese z. B. erkranken, kollabiert häufig das häusliche Pflegearrangement. Um die Situation für pflegende Angehörige im Märkischen Kreis zu verbessern und auf die Situation pflegender Angehöriger aufmerksam zu machen, nimmt der Märkische Kreis in Kooperation mit der Stadt Altena und unter wissenschaftlicher Begleitung des Department für Pflegewissenschaft der Universität Witten/ Herdecke seit März 2013 an dem Modellprojekt des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW teil. (pmk)

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