Das geplante Festival in Meinerzhagen wird unter anderem mit diesem Flyer beworben.

Meinerzhagen. Am 5. September soll auf dem Flugplatz Meinerzhagen das 23. Internationale Kurdische Kulturfestival stattfinden. Der Märkische Kreis prüft zurzeit, ob die Veranstalter die Auflagen für die Großveranstaltung erfüllen können. Zu diesem Treffen werden rund 20.000 bis 25.000 Menschen erwartet. „Zwei Nummern zu groß für Meinerzhagen“, sagt Kurt Vedder, ehemaliger CDU-Ratsherr in der Volmestadt. Der Landwirt aus Güntenbecke und weitere Sprecher forderten am Montag von der Verwaltung weitere Auskünfte über den Stand der Planungen. Für die Anfrage nutzten sie die Stunde der Öffentlichkeit vor der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Bürgermeister: „Auflagen noch nicht erfüllt“

Nach Auskunft von Bürgermeister Jan Nesselrath müssen die Veranstalter ein Verkehrskonzept sowie ein Sicherheitskonzept vorlegen. „Bisher sind die Auflagen noch nicht erfüllt“, sagte er. „Sonst hätte der Märkische Kreis die Genehmigung bereits erteilt.“ Erst wenn der Märkische Kreis grünes Licht gegeben habe, könne sich die Stadt Meinerzhagen näher mit der geplanten Veranstaltung befassen. Einschreiten könne die Stadt allenfalls, wenn von der Veranstaltung konkrete Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu erwarten seien. „Das müsste dann in Form einer Einzelfallentscheidung geregelt werden.“

Nicht im Sinne des Landschaftsschutzes

Der Rathaus-Chef ist sicher, dass der Märkische Kreis mit größter Sorgfalt prüft, ob die Veranstalter alle Auflagen einhalten können. Kurt Vedder wundert sich allerdings, dass eine Veranstaltung solcher Größenordnung noch nicht „in trockenen Tüchern“ sei. Immerhin solle das Festival ja schon am 5. September stattfinden.

Er und weitere Sprecher fürchten, dass landwirtschaftliche Flächen Schäden davontragen könnten. Außerdem befinde sich auf dem märkischen Teil des Flugplatzes ein Naturschutzgebiet. Dazu komme das Wasserschutzgebiet im oberbergischen Bereich des Platzes. „Eine solch große Veranstaltung kann nicht im Sinn des Landschaftsschutzes sein“, sagte Kurt Vedder.

Chaos schon bei kleineren Veranstaltungen

Er erinnerte zudem an Probleme, die bei weitaus kleineren Veranstaltungen entstanden seien, angefangen vom Verkehrschaos bis zu Schäden, die ihm als Landwirt nicht erstattet worden seien. Andere Landwirte sehen das offenbar anders. Einer seiner Berufskollegen habe seiner Kenntnis nach bereits eine Fläche als Parkraum zur Verfügung gestellt, berichtete Kurt Vedder weiter.

Das Festival wird bereits in den Sozialen Netzwerken und mit Flyern unter Nennung des Datums 5. September Veranstaltungsortes Flugplatz Meinerzhagen beworben. Die Veranstalter erwarten folgende Redner:

-Selahattin Demirtas, Hevseroke HDP
-Nunere Kantonen Rojava
-Nunere Meclisa Sengal
-Tahir Kemalizade Hevseroke KNK
-Nunere ABDEM’e

2014 waren 30.000 Besucher in Düsseldorf dabei

Im vergangenen Jahr hatten sich beim kurdischen Kulturfestival unter dem Motto „Freiheit für Abdullah Öcalan – Status für Kurdistan“ nach Polizeiangaben rund 30.000 Menschen aus ganz Europa auf den Düsseldorfer Rheinwiesen. Das Demokratische Gesellschaftszentrum der Kurden in Deutschland NAV-DEM (ehemals YEK-KOM) hatte das Festival mit Kundgebung organisiert. Die Teilnehmer forderten die Freilassung des Kurdenführers Abdullah Öcalan, der seit 1999 auf einer türkischen Insel im Gefängnis sitzt.

In Deutschland leben nach Schätzungen rund 500.000 bis 800.000 Kurden. Die Anzahl der in Deutschland lebenden Kurden ist nicht amtlich erfasst, weil Ausländer, in amtlichen Statistiken, nach ihrer Staatsangehörigkeit differenziert werden und es keinen kurdischen Staat und damit auch keine kurdischen Staatsangehörigen gibt.

 

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