Mit von der Partie: Der Saxofonspieler Rudolf F. Nauhauser aus Halver. Foto: Kannenberg

Lüdenscheid. Halver. Am Samstagabend trat Rudolf F. Nauhauser im Karolina´s auf. Er und sein Saxofon zeigten dabei, dass man sich auf die beiden verlassen kann. Schwungvoll und lebensfroh spielte Rudolf insgesamt drei Sets und musst auch noch die eine oder andere Zugabe geben. Eigentlich ist jedem bewusst, dass Saxofon zu spielen ein ganz bestimmtes, durchaus positives Lebensgefühl impliziert. Und so brauchte auch Rudolf an diesem Abend nicht lange, um seine Zuhörer in diesen gewissen Zustand von samtigem Wohlgefühl zu versetzen, der so typisch ist, wenn Saxofonspieler und Zuhörer möglichst bei dämmrigem Licht und Kerzenschein aufeinandertreffen.

Im Sauerland wegen der Liebe zu Melissa

Wegen ihr ist er im Sauerland gelandet: Melissa, seine große Liebe.
Wegen ihr ist er im Sauerland gelandet: Melissa, seine große Liebe.

Rudolf F. Nauhauser beherrscht sein Handwerk. Und entlockte seinem Instrument nicht an diesem Abend nicht nur jazzige Töne, sondern auch klassische Melodien. Er komponiert zudem eigene Musik, improvisiert und covert auch einmal ganz gerne. Er und sein Instrument sind gute Freunde, das kann man auf den ersten Blick erkennen.

Rudolf ist ein bekanntes Gesicht in der NRW-Jazz-Szene. Ins Sauerland gelockt hat ihn vor drei Jahren die Liebe, wie kann es auch anders sein. Er wohnt mit seiner Lebensgefährtin Melissa, die auch Sängerin ist, in Halver und findet sich mittlerweile ganz gut zurecht zwischen den Bergen und Tälern. Arbeiten tut er allerdings nach wie vor in Düsseldorf beim WDR als Beleuchter und Lichttechniker. Parallel dazu blickt auf ein 30-jähriges abwechslungsreiches Musikerleben zurück.

Sein Leben als Musiker? Abwechslungsreich!

Chillen und Saxofon. Irgendwie gehört das zusammen.
Chillen und Saxofon. Irgendwie gehört das zusammen.

So ist er im Max-Ernst-Museum in Brühl als Performance-Künstler aufgetreten, gehört zu einer Jazz-Band (Seven Trumpets, einer Formation OHNE Trompeten wohlgemerkt,-) und spielt in einer Rockband mit. Hat auch keine Angst vor Schlagern oder Punkmusik und macht auch sonst alles mit, was ihm musikalisch Spaß macht. Dabei hat er wohl schon fast alles gemacht, was man als Musiker so auf die Beine stellen kann, inklusive CD-Produktionen und Auftritten auf großen Festivals.

Zum Saxofonspielen ist er erst mit 20 Jahren gekommen. Interessehalber hatte er es da mal zuerst mit der Querflöte versucht, die damals schwer angesagt war bei den Rockfans. Durch die Gruppe „Jethro Tull“. Jeder wollte damals kurzzeitig zottelige lange Haare haben, auf einem Bein stehen und Querflöte spielen können. Glücklicherweise hat sich dieser Trend dann doch nicht durchgesetzt.

Saxofonspielen für Kurzentschlossene

Auch Rudolf hat es dann doch mehr zum weniger fragilen Saxofon hingezogen und so hat er sich recht kurzentschlossen eines zugelegt. Ohne es spielen zu können selbstverständlich. Die Zeiten in den 80-er Jahren waren halt durchaus etwas spontaner und bei weitem experimentierfreudiger als heute. Als er das Instrument dann hatte, kamen von Stund´ an Angebote, in Bands mitzuspielen. Das war es dann an der Zeit für eine kleinen Crashkurs „Saxofon“ und paralleles „Learning by Doing“.

Geld, Ruhm und Starallüren? Nein, Spaß muss es machen.

Er kann auch klassisch. Doch das bedeutet: Üben, üben, üben.
Er kann auch klassisch. Doch das bedeutet: Üben, üben, üben.

Er hatte zum Glück nicht nur Willen, sondern auch Talent. Heute spielt er eben auch klassische Stücke, was nach seinen Äußerungen auch nach 30 Jahren Saxofon und großem Können am Instrument üben, üben, üben bedeutet.

Aber die Musik ist eben ein sehr wichtiger Teil seine Lebens. Trotz seines Jobs beim WDR, der auch Passion ist und zu dem er merkwürdigerweise über eine Ausbildung als Elektiker, ein Studium der Sozialpädagogik und seiner Vorliebe zu kleinen bunten Lichtern gekommen ist.

Rudolf F. ist sympathisch, dazu klug und irgendwie ein besonderer Typ. Geld, Ruhm und Starallüren stehen für ihn definitiv an letzter Stelle. Spaß muss es machen. Deshalb spielt er auch in vielen Gospelchören als Begleitung mit. Denn da hat er das Gefühl, die Musiker dort haben Freude an dem, was sie tun. Und das ist etwas, das ihn inspiriert, berührt und das er unterstützen will. Und ja, sollte bei so einem Auftritt mal was schiefgehen mit dem Licht: Dann kann er zur Not auch noch aus einem Kugelschreiber und zwei Glühbirnen eine Lichtanlage zaubern und dabei als Sozialpädagoge gleich die Chormitglieder mental wieder aufbauen, ehe es dann weitergeht mit dem Auftritt als Musiker.

 

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