Komm auf Tour
Der Zeittunnel wurde von den Jugendlichen rege genutzt. Foto: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Wer am Dienstag-Morgen erwartete, das Lüdenscheider Rathaus beschaulich und ruhig vorzufinden, sollte sich gewaltig täuschen. Statt der üblichen drei bis vier Bürger, die an anderen Tagen durch den Eingang wechseln, traf der erstaunte Besucher auf eine muntere Schar von mehr als 100 Schülern, die sich vor, im und über dem Foyer tummelten. Grund dafür war das Projekt “ Komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“. Ein Projekt der Stadt Lüdenscheid in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, der AOK Nord/West, SIHK, der Stabsstelle Wirtschaft der Stadt Lüdenscheid und vielen anderen Partnern.

Eigene Stärken kennenlernen

„Du kannst mehr, als Du bislang weißt. Probiere aus, was Dir Spaß macht, zuhause, in der Schule und im Praktikum“. So lautet die zentrale Botschaft des Projektes „Komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“, das heute begann. Insgesamt 580 Jugendliche der Klassen 7 und 8 entdecken unter der Schirmherrschaft des Lüdenscheider Bürgermeisters Dieter Dzewas von heute an bis zum 30. Oktober in einem 500 Quadratmeter großen Erlebnisparcour ihre eigenen Stärken. Vom Reiseterminal über einen „echten“ Zeittunnel und einem Labyrinth, bis hin zur sturmfreien Bude und einer Bühne, auf der die Schüler spontan kurze Sequenzen zum Thema „Lebensplanung“ durchspielen können, ist alles dabei.

So saßen die Jugendlichen gleich zu Anfang im großen Ratssaal, begleitet und betreut von einem Netzwerk von Lehrern, Mitarbeitern der Stadt und den Azubis aus dem 1. Ausbildungsjahr der Aok und lauschten gespannt den Ausführungen von „Madame Futura“, die sie auf das kommende Programm einstimmte und ihnen das Projekt genau erklärte. Danach folgte eine Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid, Dieter Dzewas. Zu guter Letzt wurde noch ein kleiner Film zum Thema „Selbstfindung“ gezeigt, der mit gerappten Texten, Tanzeinlagen und guten Grooves großen Anklang fand. Danach ging es dann auch schon gemeinsam zu den einzelnen Erlebnisstationen.

Besondere Wertschätzung durch Betreuer

Was besonders positiv auffiel war, dass die jungen Menschen mit einer wirklich besonderen Wertschätzung und Freude von Seiten der Betreuer und Organisatoren empfangen und durch das Programm geführt wurden. Hier fühlte sich jeder von Beginn an wertgeschätzt und wohl. Ziel der Veranstaltung ist es, den jungen Menschen eine erste Orientierungsmöglichkeit in einer sich stetig verändernden Arbeitswelt zu bieten und sie dabei zu unterstützen, herauszufinden, wo genau sie ihr Lebensweg sie hinführen könnte. Dabei wird z.B. durch die Station „Labyrinth“ deutlich, dass man durchaus auch einmal eine Zeitlang in die falsche Richtung gehen darf, dies jedoch nicht allein tun muss und darauf Vertrauen darf, begleitet und aufgefangen zu werden.

“ Komm auf Tour “ soll Jugendlichen helfen

Dieter Dzewas sagt dann auch in seiner Begrüßungsrede: „Wir machen diese Veranstaltung deshalb, weil wir euch helfen wollen, euren persönlichen Lebensweg einzuschlagen. Nicht jeder kann Superstar im Fernsehen werden. Dafür gibt es eh dann nur einen Arbeitsplatz. Aber, man kann Superstar in einem Beruf werden. Davon kenne ich viele. Damit man sich mal langsam mit seiner Berufswahl beschäftigen kann – in einer guten Art und Weise wie ich finde – machen wir diese Veranstaltung hier im wichtigsten Raum des Rathauses. Das hier ist euer Haus und das eurer Eltern und Großeltern, aller Lüdenscheider, und deshalb finde ich es gut und richtig und wichtig, dass ihr heute hierhin gekommen seid, zusammen mit euren Lehrern und Lehrerinnen. Ich bedanke mich auch bei den vielen Helfern und Unterstützern dieses Projektes, die geholfen haben diese Veranstaltung durch großzügige finanzielle Hilfe möglich zu machen. So bedanke ich mich bei den Lüdenscheider Stadtwerken, aber auch bei Herrn Geßler, Frau Keppel von der Agentur der Arbeit und vielen anderen. Das besondere an dieser Veranstaltung ist, dass es keine klassische Schulnoten gibt, sondern dass ihr außerhalb der Schule in einem für euch geschaffenen Freiraum ohne Druck ausprobieren könnt, wo eure Stärken und Schwächen liegen.“

Des weiteren wies der Bürgermeister darauf hin, wie gut das Projekt, insbesondere von den Eltern angenommen wurde und wird. Am Mittwoch, den 29.10.2014, gibt es deshalb extra für die vielen interessierten Eltern einen Informationsabend im Rathaus Lüdenscheid zu dem Projekt. Frau Keppel von der Agentur für Arbeit berichtete zudem, dass dieses Projekt von einer großen Nachhaltigkeit für die Teilnehmer ist. So kommen regelmäßig Jugendliche noch zwei Jahre später zu ihr in die Berufsberatung und bringen die Ergebniszettel aus dem Projekt mit, um zu dokumentieren, in welchen Bereichen sie ihre eigenen Stärken sehen.

Projekt finanziell gefährdet – Partner gesucht

Dieses wertvolle Projekt, das nunmehr über fünf Jahre läuft, ist bereits im nächsten Jahr aufgrund der schlechten Haushaltslage der Stadt Lüdenscheid finanziell gefährdet. Die Stadt sucht daher Handwerksbetriebe, große Firmen, Innungen oder auch einfach nur Menschen mit einem Herz für junge Menschen, die “ Komm auf Tour “ gern mitfinanzieren und unterstützen wollen. Interessierte und Angesprochene, die der Meinung sind, dass es gut ist, in die Zukunft von jungen Menschen zu investieren, können sich gern mit Herrn Jörg Geßler der Stabsstelle Wirtschaft der Stadt Lüdenscheid in Verbindung setzen. Sie erreichen ihn unter der Nummer: 02351 171090 oder per E-Mail: stabsstelle.wirtschaft-arbeit@lüdenscheid.de

Jede Hilfe und Unterstützung ist willkommen und führt dazu, dass auch in den kommenden Jahren junge Menschen Zugang finden zu ihren eigenen Stärken und ihrer Zukunft im Berufsleben und damit zu wertvollen Mitgliedern unserer Gesellschaft werden.

Fotostrecke

Fotos: Iris Kannenberg

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