Bei den Wirtschaftsdiensten Hellersen informiertehn siuch die teilnehmer der Klimatour über die Energieeinsparung durch neue Kondensatabscheider. Foto: Rüdiger Kahlke

Lüdenscheid. Ein kleines Chromteil mit großer Wirkung. Der Kondensatabscheider hat bei den Wirtschaftsdiensten Hellersen zu erheblichen Energieeinsparungen geführt. Das erfuhren die Teilnehmer der zweiten Klimatour, zu der Landrat Thomas Gemke eingeladen hatte.

33 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung Gemkes und Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper gefolgt. Vier Kommunen standen auf dem Fahrplan, in denen sich Firmen innovativ beim Ressourcenverbrauch, der Energieeffizienz und dem Klimaschutz zeigten.

Widi senkt kosten durch neue Technik

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Durch die neuen Abscheider (re.) erzielten die WIDI Hellersen in kurzer Zeit Einsparungen, die die Investitionskosten überstieien. Foto: Rüdiger Kahlke

Erste Station waren die Wirtschaftsdienste (WIDI) in Hellersen. Dort wurden herkömmliche Kondensat-Ableiter, die bisher Dampfverluste im hohen fünfstelligen Bereich verursachten, gegen eine neue, effizienter und zuverlässiger arbeitende Technik ausgetauscht. Damit werden rund 20 Prozent Wasser und etwa 480 Tonnen CO2 eingespart. Die Energiekosten konnten um ca. 30.000 Euro gesenkt werden. Im Internet hatte WIDi nach neuen Lösungen gesucht und dann einen Anbieter eingeladen, schildert Christof Hackler, Betriebsleiter Technik bei Widi. Zunächst seien die Abscheider im Heizwerk ausprobiert und dann auch in der Wäscherei eingesetzt worden. Beeindruckend für die KlimaTouristen war die Logistik in der Großwäscherei, die täglich 40 Tonnen Kleidung, Bettwäsche und Handtücher reinigt. Rund 100 Kunden aus dem Gesundheitswesen versorgen die Wirtschaftsdienste mit Wäsche und Kleidung.

Die Energieagentur NRW zeichnte die Inovation in Hellersen im Januar als Projekt des Monats aus. http://www.energieagentur.nrw.de/growaescherei-laesst-weniger-dampf-ab-26327-26328.asp?find=widi%20hellersen

Technik für Kreuzfahrtschiffe

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Geschäftsführerin Dr. Sarah Schniewindt erläuterte den Klimatour-Teilnehmern die Technik des Neuenrader Unternehmens. Foto: Rüdiger Kahlke

Weitere Stationen auf der Klimatour war die Firma Schniewindt in Neuenrade. Das mittelständische Familienunternehmen steht seit kurzem im Lexikon der Weltmarktführer. Schniewindt hat einen elektrischen Bremswiderstand entwickelt, mit dem riesige Kreuzfahrt- und Containerschiffe ca. 20 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen. Der Bremsweg verkürzt sich, und die Wärme, die dabei entsteht, kann noch zur Erhitzung von Brauchwasser genutzt werden. Ungewöhnlich ebenfalls die Verkleidung der Fassade mit Photovoltaikelementen. Vor zehn Jahren war dies die erste senkrecht aufgestellte Anlage in Nordrhein-Westfalen.

Drittes Ziel war das Hotel Antoniushütte in Balve-Eisborn. Hier hat man bereits bei der Einrichtung auf Nachhaltigkeit gesetzt, historische Bauteile wiederverwendet und einheimischen Hölzern den Vorrang gegeben. In der Hotel-Küche werden regionale, saisonale Produkte verarbeitet. Darüber hinaus steht eine Ladestation für E-Bikes zur Verfügung.

Gemke: Innovative Firmen in Blickpunkt stellen

Zuletzt hielt der KlimaTour-Bus bei der Sundwiger Drehtechnik GmbH in Hemer. In einem umfassenden Projekt wurden die veraltete Heizung durch ein Blockheizkraftwerk und die Beleuchtung durch LED ersetzt. Eine Besonderheit ist, dass die vom BHKW erzeugte Wärme in Kälte umgewandelt wird, um die Maschinen zu kühlen. Die Maßnahmen (eine Photovoltaikanlage soll noch gebaut werden) sind noch nicht komplett abgeschlossen – dennoch werden bereits jetzt 24 Prozent Strom eingespart.

„Wichtig ist mir, dass einmal mehr in die Öffentlichkeit gerückt wird, wie innovativ Firmen aus dem industriestarken Märkischen Kreis im Thema Klimaschutz unterwegs sind. Und das ist mit dieser Tour sehr gut gelungen“, zog Landrat Thomas Gemke ein positives Fazit.

 

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