Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Klaus Kaiser, sprach auf Einladung des CDU-Stadtverbands zum Thema "Schulentwicklung in Plettenberg". Foto: Bernhard Schlütter
Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger waren zum Vortrag von Klaus Kaiser in die Event-Gaststätte Ochtendung in Holthausen gekommen. CDU-Vorsitzender Adrian Viteritti war erfreut, dass „auch etliche Bürger ohne parteipolitischen Hintergrund“ unter den Zuhörern waren. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die Überprüfung der Lehr- und Unterrichtspläne, eine Inklusion mit Augenmaß und Leistung als ausschlaggebendes Kriterium für den Schulabschluss – mit diese drei Schlaglichter kennzeichnen die Position der NRW-CDU zur Schul- und Bildungspolitik. Klaus Kaiser, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion und bildungspolitischer Sprecher, erläuterte auf Einladung des CDU-Stadtverbands diese Position am Donnerstag (2. März) in der Event-Gaststätte Ochtendung in Holthausen. Erfreulich viele Bürgerinnen und Bürger interessierten sich für das Thema, darunter auch etliche „ohne politischen Hintergrund“, wie CDU-Vorsitzender Adrian Viteritti erfreut feststellte.

Marco Voge möchte für die Region ackern

Nach Holthausen gekommen war auch Marco Voge, der für die CDU im heimischen Wahlkreis zur Landtagswahl am 14. Mai antritt. „Ich ackere für die Region“, verspricht der Mellener seinen Wählern. Im Wahlkampf legt er Schwerpunkte auf die Themenbereiche Sicherheit, Nchwuchskräfte für die heimische Wirtschaft sowie Bildung und Schule. Marco Voges Tenor lautet: „Ich will nah an den Menschen hier im Kreis und in Südwestfalen sein.“

Zu viele Bildungsverlierer

Zum Thema Schulentwicklung in NRW und Plettenberg stellte Klaus Kaiser fest: „Nordrhein-Westfalen hat großen Nachholbedarf.“ Hier würden auf einen Hauptschüler, der zum Gymnasium wechselt, mehr als zwölf Gymnasiasten kommen, die den umgekehrten Weg gehen. In Bayern seien es nur gut fünf. „Wir haben zu viele Bildungsverlierer und in keinem anderen Bundesland wirkt sich Armut so stark auf den Bildungsbereich aus wie in NRW.“

Dabei betont Klaus Kaiser, dass keinesfalls nur das Abitur zähle. Angesichts des Nachwuchsmangels in Handwerk und Industrie müssten auch die weiteren Schulformen gestärkt werden. „Es gibt in Südwestfalen ausreichend Industrie. Daher müssen wir dafür sorgen, dass die zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze auch besetzt werden können. Schule hat die Aufgabe, darauf vorzubereiten.“ Das betreffe die Haupt- und Realschulen genauso wie die Berufskollegs.

Über Leistung reden

In diesem Zusammenhang müsse über Leistung geredet werden. Deutliche Kritik übt Klaus Kaiser an der SPD-Bildungsministerin Schulz: „Sie lobt Prämien für Unis aus, wenn sie die Quote der Studienabbrecher senken. Diese Prämien nehmen die Unis mit auf Kosten der Qualität.“ Andere handwerkliche Fehler der SPD-Regierung würden dafür sorgen, dass der Lehrerberuf in NRW unattraktiv sei und dass NRW in allen Bildungsvergleichen auf den Plätzen 14 bis 16 lande.

Inklusion mit Augenmaß

Zum Thema Inklusion findet Klaus Kaiser es richtig, dass mehr Chancen für Kinder mit Handicaps in Regelschulen geschaffen werden. „Dafür muss aber die Qualität definiert werden.“ Die Schulen seien nicht ausreichend auf die Anforderungen der Inklusion vorbereitet. Im Gegenzug würde durch die Schließung von Förderschulen den Eltern die Wahlmöglichkeit genommen. In der Folge würden die Schulwege gerade für sowieso schon benachteiligte Kinder immer weiter. „Wir schlagen vor, erst mal keine Förderschule zu schließen und zunächst die Qualität zu verbessern und die notwendigen Voraussetzungen für Inklusion an den Regelschulen zu schaffen.“

Foto: Bernhard Schlütter

Klaus Kaiser steht für eine pragmatische Schulpolitik. Beispiel G8 oder G9, diese Entscheidung möchte er den einzelnen Gymnasium überlassen. „Die Leute vor Ort wissen, was für sie das Beste ist.“ Er hat festgestellt, dass unter Lehrern die Meinung herrscht, es werde zu viel experimentiert, und die große Sehnsucht danach, dass man sie einfach ihre Arbeit tun lässt. Für die Landtagswahl wünscht er sich natürlich eine absolute CDU-Mehrheit, erwartet sie aber nicht. Es werde vermutlich auf eine Koalition hinauslaufen und die werde einen vernüftigen und praktikablen Weg finden müssen, um die Schulen in NRW zukunftsfähig zu machen.

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