Pastor Claus Optenhöfel (Mitte) Michael Kißing vom Koordinierungsgremium zur Pfarrentwicklung (links) und Peter Sieger von der Agentur brauckmannsieger stellten die Fragebogenaktion der Pfarrei vor. Foto: Wolfgang Teipel

 Halver/Schalksmühle/Breckerfeld/Dahl/Rummenohl. „Kirche neu denken“ – unter diesem Titel startet die katholische Groß-Pfarrei Christus König in diesen Tagen eine groß angelegte Umfrage zu den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen in ihrem Einzugsgebiet zu den Themenbereichen Kirche und Glaube. Initiiert wurde das Projekt, das in dieser Größenordnung und Ausprägung bisher ohne Beispiel ist, vom Bistum Essen. Neu ist beispielsweise auch der Ansatz, nicht nur Menschen katholischen Glaubens, sondern auch andere Christen und Nichtchristen zu befragen.

Auch interaktives Formular

Rund 10.000 gedruckte Fragebögen sollen in den kommenden zwei Monaten verteilt werden, außerdem besteht die Möglichkeit, im Internet unter https://goo.gl/forms/2qgAA2oZfWdQn5O92 ein entsprechendes interaktives Formular online auszufüllen oder über die Internetseite der Pfarrei www.christus-koenig.de einen Fragebogen im PDF-Format herunterzuladen.

Rund die Hälfte der Fragebogen-Auflage wird zum Auftakt der Aktion als Beilage im Bistums-Magazin „BENE“ verschickt, dessen aktuelle Ausgabe am vergangenen Wochenende erschienen ist. Weitere Fragebögen sollen in den kommenden Wochen auf Großveranstaltungen im Einzugsgebiet der Pfarrei, in kirchlichen Einrichtungen, als Postwurfsendung sowie in Religionskursen der weiterführenden Schulen verteilt werden.

Zusammenarbeit mit Kommunikationsagentur

Bei der Konzeption und Realisierung des Projektes arbeitet die Pfarrei mit der Halveraner Kommunikations-Agentur siegerbrauckmann zusammen, die auch den markanten Slogan „Kirche neu denken“ entwickelt hat.

So sieht die Titelseite des Fragebogens aus. Das gedrehte "e" fällt besonders ins Auge. Es soll Aufmerksamkeit erregen und ein neues Denken symbolisieren. Grafik: siegerbrauckmann
So sieht die Titelseite des Fragebogens aus. Das gedrehte „e“ fällt besonders ins Auge. Es soll Aufmerksamkeit erregen und ein neues Denken symbolisieren. Grafik: siegerbrauckmann

„Die Kirchen in Deutschland“, so die im Fragebogen formulierte Begründung für das Projekt, „stehen vor großen Herausforderungen.“ Einerseits müssten sie auch morgen noch in der Lage sein, „den Menschen gute Antworten auf wichtige gesellschaftliche und spirituelle Fragestellungen“ zu geben. Und andererseits stehe man angesichts rückläufiger Einnahmen vor der Notwendigkeit, die vorhandenen Budgets „so effektiv und sinnvoll wie möglich“ einzusetzen.

Pfarrer Claus Optenhöfel: „Mit unserer Fragebogenaktion wollen wir die Menschen – gleich welcher Konfession und Glaubensrichtung – nach ihren ganz persönlichen Wünschen und Bedürfnissen zum Thema Kirche befragen.“ Mit dem Ziel, „auch im Jahr 2030 in unserer Pfarrei eine lebendige Kirche an der Seite der Menschen zu sein“. Deshalb sei es wichtig, „jetzt Entscheidungen treffen zu können, die das ermöglichen.“ Das ist dringend nötig. Die Basis in den Pfarreien bröckelt.

In zehn Jahren 1000 Gläubige verloren

Die Pfarrkirche Christus König in Halver. Foto: Wolfgang Teipel
Die Pfarrkirche Christus König in Halver. Foto: Wolfgang Teipel

„Seit 2006 haben wir rund 1000 Gläubige verloren“, sagte Pfarrer Claus Optenhöfel. Zurzeit gehören der Pfarrei noch 8200 Katholiken an. Peter Sieger von siegerbrauckmann reizte die Aufgabe nicht nur diese Menschen anzusprechen. „Die Faszination liegt darin, dass sich die Kirche öffnet. Das hebt das Projekt hervor“, sagte er bei der Vorstellung der Fragebogenaktion.

Beim Umfrage-Design haben sich die Autoren auf lediglich zehn Fragen beschränkt, die größtenteils durch Ankreuzen von Bewertungsfeldern analog zu Schulnoten zu beantworten sind. Optenhöfel: „Das Ausfüllen dauert nur ein paar Minuten.“ Bis auf einige wenige Angaben zur Person wie Alter, Familienstand, Konfession und Wohnort bleiben die Fragebögen anonym. Die zusammengeklappten Formulare können abgegeben oder einfach in den nächsten Briefkasten geworfen werden.

Hoffen auf größtmögliche Beteiligung

„Wir müssen uns bei der Gestaltung unserer Angebote für die Menschen mehr denn je an den tatsächlichen Wünschen und Bedürfnissen orientieren“, begründet Claus Optenhöfel das Engagement „seiner“ Pfarrei in diesem Projekt. So findet man auf dem Fragebogen beispielsweise Fragen wie „Gibt es für Sie Glauben/Spiritualität auch unabhängig von Kirche und Konfession?“ oder „Für welche Projekte würden Sie Ihren Anteil an der Kirchensteuer gern investiert sehen?“ Optenhöfel: „Wir wünschen uns natürlich eine möglichst große Beteiligung bei diesem aufwendigen Projekt. Und vor allen Dingen ehrliche Antworten.“

Die Ergebnisse der Umfrage sollen in einen großen Zukunfts-Workshop einfließen, den die Pfarrei für den 20. November angesetzt hat. „Dieser Workshop steht unter dem Motto ‚Querdenker‘“, erläuterte Claus Optenhöfel.

 

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