Im Bürgerforum diskutierten mehr als 120 Erwachsene über Kinderbetreuung. Foto: Elke Teipel

Lüdenscheid. Kinder, Kinder – alle wollen nur ihr Bestes. Die Minis schaffen es, die Großen zu mobilisieren. Mehr als 120 Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Vertreter aus der Verwaltung, Parteien und Institutionen diskutierten am Dienstagabend im Bürgerforum im Rathaus über „Bildungsqualität von der Kita bis zur Grundschule“. Kita 21, die Interessenvertretung Lüdenscheider Eltern, hatte zum Gespräch eingeladen. Im Podium: Gordan Dudas (SPD-Landtagsabgeordneter) und Ralf Schwarzkopf (CDU-Landtagskandidat). Am Ende waren sich alle einig: Es wird besser.

Volles Bürgerforum

Die Politiker wollen sich dafür einsetzen, dass mehr Kinder besser betreut werden. Die Ziele: Mehr Personal, mehr Geld und langfristig Beitragsfreiheit. „Es tut sich was und das ist gut.“, stellte Frank Albrecht (1. Vorsitzender Kita 21) fest. Albrecht moderierte die Diskussion gemeinsam mit Jennifer Sippel. Der Vorsitzende von Kita 21 sagte: „Wir haben das richtige Fass aufgemacht“.

Jennifer Sippel, Frank Albrecht, Ralf Schwarz und Gordan Dudas. Fotos: Elke Teipel
Jennifer Sippel, Frank Albrecht, Ralf Schwarz und Gordan Dudas. Fotos: Elke Teipel

Es soll besser werden

Albrecht kündigte an, dass weitere Diskussionen folgen werden, insbesondere zum Thema Schule. Das sei am Dienstagabend zu kurz gekommen. Kita 21 will die Gespräche weiter führen. Die Elternvertretung wolle mit den beiden Politikern eine Nachlese vornehmen und die Erkenntnisse sammeln.

Am 1. August 2018 soll ein neues Gesetz in Kraft treten. Das kündigte Gordan Dudas, MdL, am Dienstagabend an. Der SPD-Landtagsabgeordnete nannte die Eckpunkte: Sockelfinanzierung für die Fixkosten plus Baukastenfinanzierung für die unterschiedlichen Angebote der Einrichtungen. Die Kindpauschale soll es künftig nicht mehr geben.

Beitragsfreiheit

CDU-Landtagskandidat Ralf Schwarzkopf sprach sich auch dafür aus, mehr Geld in die Betreuung zu investieren. Schwarzkopf meinte ebenso wie Dudas, dass die Kosten für die Eltern gesenkt werden müssten – Endziel: Beitragsfreiheit.

Wie lassen sich Kosten senken? Auf einen Teil der Bürokratie verzichten – Dokumentation auf das Nötigste reduzieren, lautete der Ansatz des CDU-Kandidaten. Ralf Schwarzkopf stellt darüber hinaus fest: Die Unternehmer seien gefordert. Betriebskindergärten seien eine Perspektive.

Mehr Flexibilität

Arbeitszeit und Betreuungszeit – ein Kapitel für sich. Das passt nicht immer. Einmal mehr schilderten Mütter und Väter, welche zum Teil teuren Verrenkungen nötig sind: Mehr Stunden buchen,  damit 20 Minuten „Verspätung“ aufgefangen werden. Der Wunsch nach mehr Flexibilität ist groß.

„Eine Baustelle“, darüber besteht kein Zweifel. Wer welche Arbeiten in welchem Rahmen übernimmt, darüber muss die Baukolonne offenbar noch reden. Mehr Flexibilität bei den Öffnungszeiten. „Wie groß ist der Bedarf?“, lautet die Frage.  Bedarfsanfragen bei den Eltern sollten eigentlich die Antwort liefern.

Nachlese

„Würden nicht zwei oder drei Kitas mit flexibler Öffnungszeit in Lüdenscheid reichen?“, stellte Gordan Dudas einen Ansatz vor, „über den man reden sollte“. Flexibilität. Dem steht der Wunscn der Eltern entgegen: Der Kita-Platz direkt um die Ecke.

Sie alle wollen das Beste für die Kinder und diskutierten im Bürgerforum. Foto: Elke Teipel
Sie alle wollen das Beste für die Kinder und diskutierten im Bürgerforum. Foto: Elke Teipel

Gesprächs- und Informationsbedarf

„Die Resonanz war groß“, freut sich der Kita 21-Vorsitzende. Frank Albrecht: „Es bleibt was in den Köpfen hängen“. Er erkennt Informations- und Gesprächsbedarf bei allen Beteiligten. Kita 21 gehe es darum, Mängel im Bildungwesen aufzuzeigen und Lösungen zu finden.

Blickpunkt Schule

Auf der Arbeitsliste stehen auch die Eckpunkte für die Schule: Inklusion, Klasssengröße; Offener Ganztag: keine Wahlfreiheit bei den Zeiten, die Qualität sei nicht festgelegt. Kita 21 wolle die Diskussion weiter anstoßen und in den städtischen Gremien zur Sprache bringen.

 

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