Kim Leitinger
Kim Leitinger zu Gast im Breakfastclub. Foto: Iris Kannenberg
Eine freundliche Bedienung, plus Büffet plus Live-Musik – was will man mehr!
Eine freundliche Bedienung, plus Büffet plus Live-Musik – was will man mehr!

Lüdenscheid. Der erste Breakfastclub des Jahres 2015 war gut besucht, gemütlich und zeigte mit Kim Leitinger einen wirklich schönen Live-Act. Der Club, der 2015 an jedem 2. Sonntag im Monat gemeinsam von STOCK und KultStädte e.V. veranstaltet wird, ist in Lüdenscheid mittlerweile eine feste Größe. Neben Kim, die gerade mal 17 Jahre ist und als Haupt-Live-Act angekündigt war, traten zudem an diesem Morgen auch noch Klaus Sonnabend, Ingo Starink, Melina Fuhrmann und Christian Breddermann auf. Sie nahmen Kim nach deren Soloprogramm irgendwann ganz einfach in ihre Mitte und machten dann gemeinsam mit ihr weiter.

Spontane Band: Kim Leitinger, Melina Fuhrmann, Ingo Starink, Klaus Sonnabend und Christian Breddermann.
Spontane Band: Kim Leitinger, Melina Fuhrmann, Ingo Starink, Klaus Sonnabend und Christian Breddermann.

Kim Leitinger – 17 Jahre alt

Kim Leitinger ist ein besonderes Talent. Sie hat ihren eigenen YouTube-Kanal mit 12.000 Followern und teilweise 15.000 Klicks unter ihren selbstproduzierten Videos. Bei ihrem Jennifer Lawrence Cover „The Hanging Tree – Mockingjay“, muss ich mir erst einmal die Augen reiben, weil darunter die unglaubliche Zahl von 426.320 Klicks steht. Eigentlich irgendwie nett, dass sie trotzdem noch beim Breakfastclub auftritt. Und so gar kein Aufhebens um sich macht. Sehr bescheiden, sehr natürlich und mit einer sehr schönen Stimme, die mich an Amy Macdonald und natürlich an Jennifer Lawrence erinnert, deren beeindruckenden À-Capella-Song aus den „Tributen von Panem“ sie richtig gut covert.

Ihr Vorbild ist Tailor Swift. Passt! Die hat 45 Millionen Followers allein auf Twitter und ist so ziemlich eine der erfolgreichsten jungen Musikerinnen unserer Zeit. Gut, wenn man solche Vorbilder hat und tatsächlich schon in großen Schritten auf dem Weg dorthin ist. Kim war 2014 Teilnehmerin beim RTL-„Rising Star“ und hat dort mit der ebenfalls äußerst charmanten und talentierten Madeline Juno auf der Bühne gestanden.

Kim ist cool.
Kim ist cool.

Sie schreibt dabei so gut wie alle ihre Songs selber, komponiert, singt, spielt Gitarre und Ukulele und dreht ihre Videos selbst. Dabei kommt sie aus einem Dorf im Sauerland nicht weit von Lüdenscheid entfernt. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass sie auch noch richtig gut aussieht.

Getragen und gefördert wird sie dabei vorbehaltlos von ihrer Familie, die ebenfalls im Breakfastclub anwesend war, sie liebevoll begleitet und ihr dabei die Freiheit lässt, sich zu einem starken selbstbewussten Menschen zu entwickeln, der ganz genau weiß, was er will. Während einer Pause zwischen zwei Auftritten schnappe ich sie mir dann auch erst einmal und verziehe mich mit ihr in eine stille Ecke, während Klaus und Ingo für das weitere musikalische Rahmenprogramm sorgen. Zwischendurch blickt Oli, der Inhaber des STOCK um die Ecke und fragt, ob wir es auch gut haben. So ist das mit dem Breakfastclub. Jeder hier wird als Individuum angesehen und so umsorgt, als sei er der einzige Gast. Wir sind zufrieden.

Christian Breddermann: Wenn man keine Drums zur Verfügung hat,baut man sich welche! Hier: zwei Barhocker.
Christian Breddermann: Wenn man keine Drums zur Verfügung hat,baut man sich welche! Hier: zwei Barhocker.

 

Ein guter Platz für ein Interview

Kim und ich haben ein Plätzchen gefunden, bei dem man sicher sein kann, dass man auf der späteren Aufnahme nicht nur Klaus Stimme mit dem Sting-Song „Every breath you take“ hören kann, sondern auch noch unser Interview. Eigentlich schade, super Stimme, schöner Song, klasse gesungen, aber hier werden jetzt mal Prioritäten gesetzt: Ich will ein Interview von Kim, brauche deshalb Ruhe und fange einfach mal an.

Hallo Kim, Du bist ja für die Lüdenscheider keine unbekannte Größe, hast 2012 bereits den Singer/Songwriter-Wettbewerb im „Eigenart“ gewonnen. Da warst Du 14 Jahre alt?

Jaaaaa stimmt, den habe ich gewonnen, aber da war ich eigentlich schon 15.

Ich finde das immer noch beeindruckend jung. Seit wann machst Du denn schon Musik, wenn Du in der Lage bist, mit 15 so einen Wettbewerb zu gewinnen?

So richtig Musik mache ich seit ca. 5 Jahren, aber eigentlich habe ich bereits mit 10 Jahren damit begonnen. Da habe ich angefangen zu singen, wie man das so anfängt in dem Alter. Mit der Playstation. Das hat mir so großen Spaß gemacht, dass ich immer besser werden wollte und dabei entdeckt habe, dass das genau das ist, was ich mein Leben lang tun möchte: Sängerin sein.

Aber Du spielst ja auch richtig gut Gitarre. Hast Du damit früher angefangen. Oder stand von Anfang an das Singen im Vordergrund?

Nee, das Singen stand immer im Vordergrund. Zwischendurch habe ich mal 3 Jahre Saxophon gespielt,
dann habe ich mir das Gitarre spielen selbst beigebracht, um mich auch gesanglich begleiten zu können.

Kim beim Breakfastclub.
Kim beim Breakfastclub.

Aha, einfach mal so. Ok. Gehst Du denn noch zur Schule oder bist Du schon ganz Profi und nur noch als Musiker unterwegs?

Nein, ich mache dieses Jahr mein Abitur. Das finde ich wichtig. Ein gutes schulisches Fundament zu haben. Das beansprucht mich jetzt erst einmal ziemlich. Aber es ist ja jetzt schon der Endspurt, also bald geschafft.

Tritts Du häufig auf oder ist das hier eher die Ausnahme?

Ich trete schon relativ häufig auf. Meistens spricht sich das rum, man wird einfach weiter empfohlen. Durch die Auftritte gewinne ich an Sicherheit und Routine. Das ist sehr wichtig, um auf der Bühne wirklich gut rüberzukommen und meiner Musik den Ausdruck zu verleihen, den ich mir wünsche.

Du schreibst fast alle Songs selber, hauptsächlich in englischer Sprache. Die Texte und auch die Musik!

Ja, das macht mir großen Spaß. Ich verarbeite in meinen Songs die Dinge, die mein Leben ausmachen. Natürlich schreibe ich deshalb auch viel über Liebe und Beziehung und Liebeskummer. Was einen eben so beschäftigt in meinem Alter. Oft sehr persönlich.

Melina und Kim – schöne Stimmen.
Melina und Kim – zwei schöne Stimmen.

Wie kommst Du mit Gleichaltrigen zurecht? Unterstützen die Dich oder schauen die Dich eher skeptisch an.

Die meisten finden das toll und unterstützen mich. Es gibt einige, die reisen zu allen Konzerten mit und feuern mich an. Das ist mir echt wichtig, gibt mir Kraft und macht mich einfach glücklich.

Wie kann man Dich denn buchen?

Im Moment hauptsächlich noch über Facebook, da ich noch keine Agentur oder Manager habe, die mich vertreten. Meine Songs kann man sich über YouTube anhören, wenn man einen Eindruck haben möchte zu meiner Stimme und meinem Portfolio insgesamt.

Welche Wertigkeit hat die Musik für Dich? Gibt es noch andere Interessen, die Du gleichwertig verfolgst?

Nein, der Mittelpunkt meines Lebens ist die Musik. Nichts hat einen ähnlichen Stellenwert. Ich will Musik machen und dafür stelle ich alles andere zurück, das ist meine Leidenschaft, ich will nichts anderes machen.

Wie soll es denn nach dem Abi weitergehen?

Gut besucht: Der Breakfastclub.
Gut besucht: Der Breakfastclub.

Ich möchte auf jeden Fall Musik studieren, vorzugsweise Gesang. In Mannhein gibt es eine Popakademie, die würde mich sehr interessieren. Aber auch die „Deutsche Pop“ in Köln oder Bonn wären etwas für mich.

Du schreibst nicht nur Deine Songs selber, sondern drehst auch noch wirklich schöne Videos, die Du dann bei Youtube einstellst.

Ja, ich habe einen eigenen YouTube-Kanal, mit mittlerweile 12.000 Followern, in den ich regelmäßig eigene Videos einstellen. Von meinen eigenen Songs, aber auch gecoverte Sachen wie das Lied von Jennifer Lawrence. Zudem mache ich gern mit andern YouTube-Usern etwas zusammen, wie z.B. das Band-Aid Lied, das wir Weihnachten dort gemeinsam aufgenommen, gefilmt und eingestellt haben. Ich berichte dort aber auch von mir und dem, was mich berührt oder berührt hat, so z.B. in meinem Jahresrückblick, bei dem ich auch auf Fragen antworte, die Fans mir per Facebook etc. geschickt haben.

Jetzt hätte ich noch viele Fragen, aber Kim muss wieder auf die Bühne. Ein guter Grund, sie demnächst wieder
vor meine Kamera zu bitten und sie noch mal ganz neu zu befragen.

Die Gäste fühlen sich wohl.
Die Gäste fühlen sich wohl.

Während des Auftritts zückt sie dann auch noch ihre Ukulele, singt, lacht, ist ganz Profi, hat die Gäste so im Griff, dass viele vergessen, sich auf ihr Frühstück zu konzentrieren. Lieber schauen sie ihr zu. Klatschen, holen sich Autogramme. Sie ist so taff und stark und zielgerichtet. Und dabei erst 17 Jahre alt. Sie wird ihren Weg machen.

 

 

 

 

 

 

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