Kiepenlisettken
Christian Mörkens und Lucas Janzer setzen das Kiepenlisettken auf seinen neuen Sockel.

Schalksmühle. Über Monate lagerte die alte Dame aus Bronze unbeachtet am Rathausplatz. Seit Donnerstag, 16. April, steht das Kiepenlisettken wieder auf der umgestalteten Fläche vor dem Rathaus. Und das an prominenter Stelle. Die vom Kiersper Bildhauer Waldemar Wien geschaffene Statue rückte einige Meter vor. Zudem wurde sie um einige Zentimeter angehoben. Das Kiepenlisettken steht nun auf einem kleinen Sockel an der Rinne, durch die künftig ein kleiner Bach plätschern soll.

Mit einem Flaschenzug hoben die Steinmetze Christian Mörkens und Lucas Janzer am Donnerstag das rund 200 Kilogramm schwere Schalksmühler Wahrzeichen auf seinen Sockel. Tagsüber wird das Lisettken jetzt kaum noch zu übersehen sein. Und auch im Dunkeln erstrahlt das Schalksmühler Wahrzeichen im neuen Licht. Ein in den Boden eingelassener Spot wird die Statue ins rechte Licht rücken.

Kleiner Wasserlauf

Kiepenlisettken
Bei einer rund 200 Kilogramm schweren alten Dame geht nichts ohne Flaschenzug.

Die Arbeiten an der Rinne sollen in der kommenden Woche abgeschlossen werden. Durch den kleinen Wasserlauf wird Wasser fließen, das von einem Behälter in der Tiefgarage nach oben gepumpt wird. „Das wird ein Wasserkreislauf“, sagt Oliver Emmerichs vom Fachbereich Planen und Bauen der Gemeinde Schalksmühle. „Wasser aus der Volme durften wir aus hygienischen Gründen nicht verwenden.“ Allerdings sollte auch niemand das Wasser aus dem Rathaus-Bachlauf trinken. „Wir werden mit einem Schild darauf hinweisen, dass es sich nicht um Trinkwasser handelt.“

Lisette Cramer Vorbild für das Kiepenlisettken

Das Vorbild für Waldemar Wiens Kiepenlisettken hat tatsächlich gelebt. Es war Lisette Cramer, geb. Buschhaus, geboren am 26. Januar 1845 in Kierspe, gestorben am 1. Mai 1907 in Halver. Lisette Cramer zog als Handelsfrau mit ihrer Kiepe – bis zum Rand gefüllt mit Waren für den täglichen Gebrauch – von Hof zu Hof und von Ort zu Ort.
In jungen Jahren war Kiepenlisettken auch über den heimischen Raum hinaus bis nach Mainz, Frankfurt und Einbeck gewandert und hatte den dort im Militärdienst stehenden Schalksmühlern und Halveranern Pakete und Briefe überbracht. Sie war überall bekannt und aufgrund ihrer Redlichkeit und ihrer freundlichen Art sehr beliebt.

Der Kiersper Bildhauer (1927 – 1997) schuf eine Reihe von Skulpturen und Brunnen. Er kreierte auch den „Onkel Willi“ vor dem Gasthaus Hulda in Lüdenscheid.

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here