Iserlohn/Lüdenscheid. Die Vorsitzenden der Innungen des Kfz-Gewerbes im Märkischen Kreis, Christian Will, Iserlohn, und Klaus Ballauf, Lüdenscheid, blicken auf ein zufriedenstellendes Jahr für ihre Branche zurück und wagen eine Prognose für 2016.
In bewegten Zeiten hat sich das Kraftfahrzeug-Gewerbe gut geschlagen. Das Autojahr 2015 brachte Zuwächse bei Neu- und Gebrauchtwagen. Die Werkstätten waren ordentlich ausgelastet. Für 2016 ist eine stabile Geschäftsentwicklung zu erwarten. Daher geht das Kfz-Gewerbe mit Zuversicht ins neue Jahr.

Denn die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem verhaltenen Aufschwung. Im Jahr 2016 werden die Unternehmen laut dem Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsinstitute kräftig in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge investieren. Die Zinsen bleiben niedrig. Der private Konsum wird weiter zunehmen.

Angesichts dieser Prognosen dürfte sich der Automobilmarkt in Deutschland weiter positiv entwickeln. Für das Jahr 2016 erwartet das Kfz-Gewerbe insgesamt 3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen und rechnet mit 7,3 bis 7,4 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen. Das Werkstattgeschäft sollte sich stabil auf dem Niveau des Jahres 2015 bewegen.

Viel Aufklärungsbedarf bei den Kunden gab es durch den Skandal um manipulierte Emissionswerte. Im kommenden Jahr haben zahlreiche Autohäuser und Werkstätten die Rückrufaktion der betroffenen Fahrzeuge zu bewältigen. „Die notwendigen Nachbesserungen werden im Sinne der Kunden zügig und in gewohnter Qualität umgesetzt“, so Christian Will, Vorsitzender der Innung des Kfz-Handwerks Iserlohn.

Gleichzeitig bricht er eine Lanze für die moderne Dieseltechnik. „Ohne den Verbrauchsvorteil des Diesels lässt sich der von der Europäischen Union für das Jahr 2020 verabschiedete CO2-Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer nicht einhalten. Das wissen auch die Kunden, sie hängen nach wie vor am Diesel. Das wird sich nicht schlagartig ändern.“

Eine andere große Herausforderung ist die Bewältigung des Zustroms von Flüchtlingen. Hier sind alle gesellschaftlichen Gruppen gefordert. Ohne intensives ehrenamtliches Engagement wäre diese Aufgabe in den Kommunen kaum zu leisten. Die Kfz-Innungen im Märkischen Kreis stehen hier „Gewehr bei Fuß“. Aufgabe der Politik ist es, hierfür die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

„Das Kraftfahrzeuggewerbe hat schon immer Menschen aus anderen Kulturen integriert und ausgebildet“, sagt der Vorsitzende der Innung des Kfz-Gewerbes Lüdenscheid, Klaus Ballauf. „Nun sind auch wir in besonderer Weise gefordert. Wichtig ist vor allem, dass die Flüchtlinge sehr schnell die deutsche Sprache erlernen.“

Das ist die Voraussetzung zum Einstieg in ein zukunftsorientiertes Berufsumfeld. So ist der Kfz-Mechatroniker die Nummer 1 der Ausbildungsberufe im Handwerk. Das zeigt sich auch in den Kfz-Innungen im Märkischen Kreis. „Zum neuen Ausbildungsjahr haben 120 junge Menschen ihre technische oder kaufmännische Ausbildung in den hiesigen Autohäusern und Werkstätten begonnen“, so die beiden Innungsvorsitzenden Ballauf und Will. Autoberufe sind und bleiben attraktiv, die Bewerberzahlen sind stabil. Bundesweit bildet das Kfz-Gewerbe fast 90.000 junge Menschen aus.

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