Foto: Parnemann / Archiv

Märkischer Kreis. (pmk). Im Märkischen Kreis wird weder ein Schülerticket noch ein Sozialticket für die Busse der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) eingeführt. Die Kosten dafür sind zu hoch. Das Interesse am Jobticket ist eher gering. Das wurde in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr deutlich.

Einstimmig, bei Enthaltung der Fraktion Die Linke, verabschiedeten die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr des Märkischen Kreises die Haushaltsansätze 2015 für ihren Zuständigkeitsbereich. 9,68 Millionen Euro, so hoch ist der Zuschussbedarf, möchte der Kreis im kommenden Jahr für den Öffentlichen Straßenpersonennahverkehr, den Schienenpersonennahverkehr sowie die Verwaltung von Beteiligungen, Mitgliedschaften und Beratung und statistische Informationen ausgeben. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Haushaltsansätze passierten ohne politische Debatte den Ausschuss.

Mit dem Thema Öffentlicher Personennahverkehr befassten sich auch drei Anträge der Fraktio-nen von Bündnis90/Die Grünen, Die Linke sowie der SPD. Einstimmig beauftragte der Ausschuss die Kreisverwaltung, Kontakt zu Fernbus-Unternehmen aufzunehmen, um die Möglichkeiten von Bus-Fernverkehrshaltepunkten im Märkischen Kreis zu erörtern. Mit großer Mehrheit abgelehnt wurde der Antrag der Fraktion Die Linke, den Gutachter für die Fortschreibung des Nahverkehrsplans zu beauftragen, die Einführung eines Schülertickets sowie eines Sozialtickets im Märkischen Kreis zu prüfen. Das, so der Vertreter der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) im Ausschuss, erfordere einen Mehrbedarf an Bussen und Fahrern. Der Kreis, so die Mehrheitsmeinung, könne die zusätzlichen Aufwendungen in Millionenhöhe nicht tragen.

Der Wunsch der Fraktion Bündnis90/Die Grünen, mit der Einführung eines Jobtickets zusätzliche Fahrgäste für die MVG zu gewinnen, wurde ebenfalls abgelehnt. Ein Jobticket, so der MVG-Vertreter, gebe es im Märkischen Kreis bereits. Es sehe eine 30-prozentige Ermäßigung vor. Die Bereitschaft der Unternehmen, ihren Mitarbeitern ein Jobticket mitzufinanzieren, halte sich allerdings in Grenzen. Lediglich die Stadtverwaltung Iserlohn nutze diese Art des Fahrscheins für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Firmen Grohe und Alberts seien in der jüngsten Vergangenheit aus dem Angebot ausgestiegen. Zudem hätten Umfragen in den Jahren 2009 sowie 2010 bei den Firmen in den Gewerbegebieten in Lüdenscheid, Werdohl sowie Plettenberg kein Interesse der Unternehmen ergeben.
Eine Erfolgsgeschichte für den Kreis sei die Regionale 2013 gewesen, berichtete Kreisdirektorin und Regionale-Beauftragte Barbara Dienstel-Kümper dem Gremium. Es sei gelungen, 60 Millionen Euro Fördermittel für die verschiedenen Projekte im Kreisgebiet zu bekommen. Sie stellte das Integrierte Handlungskonzept für Südwestfalen im Rahmen der künftigen EU-Strukturförderung vor. Der Wettbewerb „Regio.NRW“ sei mit Fördermitteln in Höhe von 30 Millionen Euro ausgestattet. Die Ausschussmitglieder stimmten zudem der Änderung des Gesellschaftervertrages der Südwestfalen Agentur GmbH zu. Anlass ist die Erhöhung der Stammeinlage des Vereins Wirtschaft für Südwestfalen e.V. von 5.000 auf 11.000 Euro. Gesellschafter sind auch alle fünf Kreise in Südwestfalen mit einer Einlage von jeweils 5.000 Euro.

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