Wigginghausen
von links Stephan Thiel (Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe), Udo Lütteken, Ingrid vom Hofe und Dr. Michael Schulte von der Karl-Reeber-Stiftung und Dr. Wolfgang Schröder und Doris Mähler vom Aufsichtsrat der Lebenshilfe. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Rund ein Jahr wird es dauern, bis die 24 Frauen und Männer, die das Gut Wigginghausen wegen des Neubaus verlassen mussten, in Wigginghausen ihre neuen Zimmer beziehen können. Bis dahin benötigt die Lebenshilfe Lüdenscheid für ihre Aktion Wigginghausen „Stein auf Stein“ noch jeden Menge Spenden. Ihrem großen Ziel ist sie am Donnerstag ein großes Stück nähergekommen. Die Karl-Reeber-Stiftung unterstützt das Vorhaben mit 50.000 Euro.



Anzeige | Eigene Anzeige schalten



Ingrid vom Hofe, Vorsitzende der Stiftung, sowie Udo Lütteken und Rechtsanwalt Dr. Michael Schulte vom Stiftungs-Management überreichten dem Vorstand der Lebenshilfe am Donnerstagmittag den symbolischen Scheck.

100.000 Euro-Marke bereits geknackt

„Das hilft uns sehr“, bedankte sich Dr. Wolfgang Schröder, Aufsichtsratsvorsitzender der Lebenshilfe, für die großzügige Unterstützung. Bis zum Spendenziel 500.000 Euro sei es noch ein weiter Weg. Aber: „Die 100.000 Euro-Marke ist geknackt und die Zuwendung der Karl-Reeber-Stiftung bringt uns einen großen Schritt weiter.“

Immer am Standort festgehalten

Wigginghausen sollte immer ein gemeinschaftliches Zentrum für das Zusammenleben von behinderten Menschen und anderen Lüdenscheidern sein. Deshalb habe die Lebenshilfe immer an diesem Standort festgehalten. Am Neubau habe kein Weg vorbeigeführt. „Viele Standards haben sich im Laufe der Jahre geändert. Die Einrichtung entsprach in vielen Bereichen nicht mehr den aktuellen Vorschriften.“

Lohnende Überzeugungsarbeit

Die Überzeugungsarbeit der Lebenshilfe habe sich gelohnt. Neben den öffentlichen Zuschüssen muss die Lebenshilfe einen Eigenbetrag zum 4,4 Millionen-Euro-Projekt beisteuern. Deshalb wurden beim traditionellen Picknick in Wigginghausen 2016 die Aktion „Stein auf Stein ins Leben gerufen.

Rund 4,3 Millionen Euro kostet der Neubau. Die Arbeiten sollen nach dem bevorstehenden Abriss im Sommer beginnen und in einem Jahr abgeschlossen sein. An der Finanzierung beteiligen sich auch die Aktion Mensch, die Stiftung Wohlfahrtspflege und das Land NRW.

Schon 1984 gespendet

Dr. Wolfgang Schröder ist überzeugt: „Ein sehr schönes, neues Wigginghausen wird es dann geben, aber auch der Charakter des alten Gutshof wird noch erkennbar sein.“ Die barrierefreie Gestaltung mit breiteren Fluren, großzügigeren Nasszellen und größeren Zimmern werde den 24 Bewohnern künftig das Leben erleichtern. Sie sind während der Bauphase in barrierefreien Wohnungen der Lüdenscheider Wohnstätten AG (Lüwo) sowie in Appartements am Lebenshilfestandort an der Hotopstraße untergebracht.

Dr. Wolfgang Schröder erinnerte am Donnerstag daran, dass die Karl-Reeber-Stiftung schon 1984 beim Ausbau des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebs zur ersten Wohnstätte der Lebenshilfe Lüdenscheid zu den maßgeblichen Förderern zählte.

Wer war Karl Reeber?

Karl Reeber brachte vier Millionen Mark aus seinem Privatvermögen in die Stiftung ein.

Seine Heimatstadt hat ihm viel zu verdanken. An ihn erinnert nicht nur das Seniorenzentrum am Danziger Weg, sondern auch eine Stiftung, die zu ihrer Gründung im Jahr 1981 ihresgleichen in Deutschland suchte. Nach Lehrjahren als Maschinenschlosser und Werkzeugmacher war Karl Reber 1934 Mitbegründer der Firma Erco.

Viele Erfindungen

Karl Reebers Beitrag zum Firmenerfolg waren zahlreiche nützliche und gewinnbringende Erfindungen und Patente überwiegend für die Leuchtenherstellung.

Auch als er bei Erco ausgeschieden war, entwickelte er zahlreiche Gebrauchsmuster, die ganze Akten füllten und Karl Reeber, der 1987 im Alter von 78 Jahren starb, zum vielfachen Millionär machten.

Doch das Schicksal hielt für Reeber nicht nur Erfolg und Ansehen bereit. Er litt unter schweren Depressionen. Und als er von ihnen befreit werden konnte, schwor er sich, ein gutes Werk zu tun.

So gründete der kinderlose Millionär 1981 die Karl-Reeber-Stiftung, in die er knapp vier Millionen Mark aus eigenem Vermögen einbrachte.

Aus dem ersten Kapitalertrag der Stiftung gingen 100.000 Mark an die Lebenshilfe für geistig Behinderte für den Ausbau des Wohnheims in Wigginghausen, das Karl Reeber stets besonders am Herzen lag.

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here