Nezahat Baradari und Monika Baukloh sind die Kandidatinnen für die Nachfolge von SPD-Bundestagsabgeordneter Petra Crone. Fotos: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Kandidatinnen-Grillen im Dahlmann-Saal: „Würdet ihr euch in eine Podiumsdiskussion mit AfD-Leuten setzen?“ „Seid ihr in einer Gewerkschaft?“ Nezahat Baradari und Monika Baukloh sahen sich am Montagabend einem kritischen Publikum gegenüber. Die 51-jährige Kinderärztin aus Attendorn und die 37-jährige Kreis-Angestellte aus Kierspe bewerben sich um die Nachfolge Petra Crones. Die Kiersper Bundestagsabgeordnete steht im September 2017 nicht mehr zur Wahl. Wer von beiden antritt, dass entscheiden die Delegierten der SPD-Ortsverein aus dem MK Südkreis und des SPD-Unterbezirks Olpe am 6. Dezember.

Einfache Fragen, nicht immer einfache Antworten

Die beiden Frauen stellten sich am Montag auf Einladung des SPD-Stadtverbandes Lüdenscheid den Fragen der Besucher im Dahlmann-Saal. Einfache Fragen, nicht immer einfache Antworten. Diskussionen mit Populisten? Für beide Kandidatinnen kein Problem, wenn der Respekt gewahrt bleibt. Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft? Bei Monika Baukloh liegt der Aufnahmeantrag für Verdi noch auf dem Schreibtisch. Die Medizinerin Nezahat Baradari gehört keiner Gewerkschaft an. Sie ist Mitglied im Verband der Kinder- und Jugendärzte.

Keine Spekulationen über Bündnisse

Beide wollen eine möglichst starke SPD und lehnen es deshalb ab, schon im Vorfeld der Bundestagswahl über mögliche Bündnisse der Sozialdemokraten mit anderen Parteien zu spekulieren. Zunächst einmal, sagten beide sinngemäß, würden sie um jede Stimme kämpfen.

Gerechtigkeit, Gleichheit von Mann und Frau und als Schwerpunkt Gesundheitspolitik – auf diesen Feldern möchte sich Nezahat Baradari engagieren. Das Freihandelsabkommen CETA, erklärte sie auf Nachfrage, lehne sie ab Im Gegensatz zu Monika Baukloh. „Aber“, sagte die Kiersperin, „wir brauchen Abkommen mit denen alle leben können und Verträge, die die in der EU erreichten Standards nicht gefährden.“

Kommunal-Finanzen stärken

Monika Baukloh möchte in Berlin für die Stärkung der kommunalen Finanzen kämpfen und so die Region Südwestfalen stärken. Insbesondere fordert sie mehr Investitionen in Bildung und Kultur. „Es ist wichtig, dass die jungen Menschen in der Region bleiben oder nach der Ausbildung wieder in ihre Heimat zurückkehren“, sagte sie. Dazu brauche es Anreize.

Beide wollen sich gegen Vorhaben stellen, die die Städte und Gemeinden weiter finanziell belasten. „Ich werde immer nach besten Wissen und Gewissen entscheiden“, bekräftigte Nezahat Baradari. „Deals wird es mit mir nicht geben.“

Thema „Armenien-Resolution“

Ein wenig hektisch wurde es im Dahlmann-Saal, als die sogenannte Schlammschlacht um die türkischstämmige Kandidatin angesprochen wurde.

Zum Hintergrund: Nezahat Baradari, Mitglied der SPD-Landesarbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt hatte sich in einer internen Whats-Gruppe ausgesprochen kritisch zur Armenien-Resolution der Bundesregierung geäußert und aus Enttäuschung aus der SPD ausgetreten. „Das habe ich aber nach 24 Stunden wieder zurückgenommen“, erklärte sie am Montag.

Ihre Kritik an der Armenien-Resolution müsse man im Zusammenhang sehen. Auf einer Bundeskonferenz der AG Migration und Vielfalt, an der sie 2015 teilgenommen habe, sei eine Resolution gegen den Völkermord aller Völker formuliert worden. Geärgert habe sie dann, dass sich die von der SPD unterstützte Bundestagsresolution nur auf Armenien reduziert habe.

 

 

 

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