Text und Bild: Claus Hegewaldt

Herscheid. Mit Thomas Birkelbach, geschäftsführender Gesellschafter der Werkzeugbau Otto Huss GmbH aus Herscheid, konnten die Mitglieder der von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen geschäftsführend betreuten Erfahrungsaustauschgruppe Press-, Zieh- und Stanzwerkzeuge wieder einen erfahrenen und fachkundigen Referenten in ihrem Kreis begrüßen. Birkelbachs Unternehmen entwickelt und produziert mit über 40 Mitarbeitern Werkzeuge für die Metallbearbeitung.

Daneben hat sich durch den Zukauf von entsprechenden Maschinen ein großer Bereich der Zerspanung als Dienstleistung für die Kunden entwickelt. Schon früh habe das Unternehmen, so Birkelbach, die Möglichkeiten der Effizienzsteigerung durch elektronische Datenverarbeitungssysteme bei der Entwicklung, Kalkulation, Planung und Leistungserfassung im Werkzeugbau erkannt. Nach einem ersten Start im Jahr 1988 mit einer PC-gestützten Lohnabrechnung folgten 1991 erste Auftragsbearbeitungen sowie das Erstellen von Angeboten, Auftragsbestätigungen und Rechnungen.

Über verschiedene Stationen wie z. B. Einführung von Kostenstellen im Jahr 1993 kam im Jahr 1998 die erste ERP-Software zu Einsatz. Das heute benutzte Nachfolgesystem ist auch weiterhin flexibel hinsichtlich des Einsatzes sowohl für den Bereich Werkzeugbau als auch die Zerspanungsdienstleistungen. Das SQL datenbankbasierte System wurde über viele Jahre hinweg mit Berechnungsformeln zur Kostenermittlung, mit eigenen Messwerten sowie Erfahrungswerten aus dem Hause Otto Huss angereichert und ermöglicht zusammen mit eingespielten Einkaufsdaten z. B. für Materialien und / oder Dienstleistungen die Möglichkeit, die Kosten der Herstellung eines Werkzeuges von der Entwicklung bis zum Zusammenbau relativ exakt im Voraus zu bestimmen. Das System erlaubt damit heute auch den jederzeitigen Abruf des Fertigstellungsgrades eines Werkzeuges einschließlich einer bilanziell nutzbaren Bewertung der bisher geleisteten Arbeit in Euro.

Erfahrungswert sei aber auch, so Birkelbach in der Diskussion mit den Teilnehmern weiter, dass es nach wie vor noch nicht möglich sei, Werkzeuge komplett vom ersten Entwurf bis in den Serieneinsatz durchzukalkulieren. Hintergrund dafür sei unter anderem die nur schwer vorausplanbaren Aufwände von der Ermittlung des Tuschierpunktes bis hin zur Werkzeugerprobung und dem Dauereinsatz beim Kunden. Auch hier würden heute noch individuelle Erfahrungswerte in Ansatz gebracht. Bei dem anschließenden Betriebsrundgang der Teilnehmer nutzten diese intensiv die Gelegenheit zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit dem Referenten und seinen Mitarbeitern vor Ort. Dabei zeigten sich nicht wenige Teilnehmer von der Größe der im Unternehmen hergestellten Werkzeuge sowie deren Einsatzgebiete beeindruckt.

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