Die kleine Luna - der ganze Stolz von Familie Bergmann aus Nachrodt-Wiblingwerde - ist per "Kaisergeburt" zur Welt gekommen. Foto: Bergmann

Lüdenscheid. Die Geburt des eigenen Kindes – ein lebensverändernder und meist unvergesslicher Moment für Mutter und Vater. Der Wunsch einer Spontangeburt für viele werdende Mütter ist groß. Nicht immer kann dieser Wunsch erfüllt werden. Trotz Kaiserschnitt lässt sich jetzt auch im Klinikum Lüdenscheid ein intensiveres Geburtserlebnis nachahmen – mit der sogenannten „Kaisergeburt“.

Luna die erste Kaisergeburt im Klinikum

Luna – der ganze Stolz von Familie Bergmann aus Nachrodt-Wiblingwerde – ist das erste Baby, das im Dezember per „Kaisergeburt“ im Klinikum Lüdenscheid auf die Welt gekommen ist. Bereits im Vorfeld hatte sich Familie Bergmann für einen Kaiserschnitt entschieden „Dann haben wir von der Kaisergeburt im Fernsehen erfahren und waren begeistert. Als wir das den Ärzten im Klinikum Lüdenscheid vorgeschlagen haben, sind wir auf offene Ohren gestoßen“, freut sich Andreas Bergmann. Die Familie sei froh und glücklich, dass sie so nah dran gewesen seien, als das kleine Wunder am 6. Dezember passierte, berichtet das Klinikum.

Alternative zum klassischen Kaiserschnitt

Die ersten Blickkontakte zwischen Mutter und Kind, die ersten Lebensminuten auf der Brust der Mutter- unvergessliche Momente, die viele Mütter bei einer Kaiserschnitt-Operation vermissen. Doch: der natürliche Vorgang einer  Spontangeburt ist leider nicht für jede Mutter möglich. „Einige Frauen können aus anatomischen Gründen, psychischen Traumata oder auf Grund von zu erwartenden Komplikationen keine normale Geburt durchführen“, erklärt Dr. Manfred Hilscher, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Lüdenscheid. Für diese Frauen sei die Methode der „Kaisergeburt“ eine geeignete Alternative zur normalen Geburt und zum klassischen Kaiserschnitt.

Die „Kaisergeburt“ ist eine leicht veränderte Form des Kaiserschnitts. Dabei wird das Bindegewebe unter der Haut zunächst nur wenig geöffnet und dann gedehnt. Holt der Arzt das Baby vorsichtig aus dem Bauchraum der Mutter, wird der Sichtschutz gesenkt.

Sofort Blickkontakt

Die Mutter sieht, wie der Arzt das Baby aus dem Bauch holt und kann sofort Blickkontakt mit dem Neugeborenen aufnehmen. Dann legt der Arzt das Baby auf die Brust der Mutter. Auch Luna konnte ihre ersten Lebensminuten bei ihren Eltern genießen, noch mit Käseschmiere und etwas blutverschmiert. „Wir waren die ganze Zeit nah dran. Das war einfach toll“, so Bergmann.

Nur bei geplanten Kaiserschnitten möglich

Der Hautkontakt, die innigen Blicke – diese wertvollen ersten Minuten  stärken die Mutter-Kind-Bindung unheimlich. Der Vater hat bei dieser Methode außerdem die Möglichkeit, die Nabelschnur selbst durchzutrennen. Die Zeiten, in denen das Baby bei einem Kaiserschnitt zuerst versorgt, gebadet und angezogen wird, sind damit vorbei.

Trotzdem: „Die Kaisergeburt ist nur bei geplanten Kaiserschnitten möglich und nur solange kein Risiko für Mutter und Kind besteht. Aber die Nachfrage ist da und das Angebot besteht“, sagt Dr. Hilscher.

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