Die evangelische Kirchengemeinde Kierspe hat die Pforten des Lutherhauses geöffnet, um einem jungen Kurden Kirchenasyl zu gewähren.

Kierspe . Bei Fragen nach Leben und Tod hat sich die evangelische Gemeinde Kierspe für das Leben entschieden. Sie gewährt einem 28-jährigen muslimischen Kurden aus Damaskus in Syrien Kirchenasyl im Lutherhaus. Darauf hatte sich das Presbyterium auf einer außerordentlichen Sitzung am 4. März geeinigt.

„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht und es ist uns sehr wichtig zu betonen, dass dies keine Entscheidung gegen die Ausländerbehörde ist“, teilt das Prtesbyterium in einer Stellungnahme zu dieser Entscheidung mit. Es handele sich um eine Entscheidung für einen einzelnen Flüchtling, dessen Not als so groß erachtet, dass ihm das Preybyterium mit dem Asyl im Lutherhaus beistehen möchte.

Keine Stimmungsmache

Dieser Schitt sei nicht als Stimmungsmache gegen den Staat zu verstehen. Das Schicksal des jungen Kurden habe das Presbyterium allerdings sehr betroffenen gemacht.

Der junge Syrer hatte mitte Februat den Abschiebungsbescheid nach Ungarn erhalten. Einen Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg hatte das Gericht ablehnend entscheiden. Mit dieser Entscheidung muß der Betroffene nun jederzeit mit der Abschiebung rechnen.

Abschiebung nach Ungarn zu gefährlich

Das Presbyterium weist darauf hin, dass nach seiner Auffassung dem jungen Mann durch die anstehende Abschiebung nach Ungarn Gefahr für Leib, Leben und Freiheit drohe. In einem ähnlich gelagerten Fall habe das Verwaltungsgericht Berlin bereits eine Abschiebung abgelehnt, da in Ungarn Asylbewerber ohne Angabe von Gründen zum Teil bis zu sechs Monate inhaftiere würden, ohne dass dies tatsächlich notwendig sei.

Die Haftbedingungen in Ungarn, die Ernährung und insbesondere die medizinische Versorgung in Ungarn seien so mangelhaft, dass es für den jungen Kurden lebensgefährlich werden könnte. „Insbesondere seine Zuckerkrankheit bringt für ihn hierbei ein sehr hohes Risiko mit sich.“

Anfrage von zwei Stellen befürwortet

Michael Wirth von der Lüdenscheider Flüchtlingsberatungsstelle und das ökumenische Netzwerk Asyl haben auf die Anfrage der evangelischen Kirchengemeinde zu diesem konkreten Fall ein Kirchenasyl befürwortet.

Die Zeit seines Asyls will der junge Kurde nutzen, um weitere rechtsstaatliche Mittel einzulegen und so ein Bleiberecht zu erreichen. „Wir erkennen ausdrücklich an, dass wir uns durch das Kirchenasyl in keinem rechtsfreien Raum bewegen“, betont das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde.

 

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here