Von links: Noel Schulte (PTV), Claudia Petri (Diakonisches Werk), Nina Bernert, Jochen Weber (Geschwister-Scholl-Realschule) und Mareike Masuch (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Plettenberg) Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Mit einem Theaterprojekt möchte das Netzwerk „Starke Netze gegen Gewalt“ Jugendliche für das Thema „häusliche Gewalt“ sensibilisieren. Am Mittwoch, 18. Oktober, ist das Essener Forum- und Präventionstheater „Mensch!Theater“ zu Gast an der Geschwister-Scholl-Realschule. Die interaktive Aufführung wird für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 gegeben. Das Projekt wird mit dem Preisgeld finanziert, dass das Gemeinschaftsprojekt von Plettenberger Turnverein (PTV) und der Gleichstellungsbeauftragten Mareike Masuch 2016 aus dem Wettbewerb „Starke Netze gegen Gewalt“ des Deutschen Olympischen Sportbundes erhalten hatte.

2016 entstand eine enge Kooperation des Plettenberger Turnvereins (PTV), in Person von Winfrid Schulte (1. Vorsitzender), mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Plettenberg, Mareike Masuch. Gemeinsam nahmen sie den Bereich „häusliche Gewalt“ in den Fokus und setzte sich gegen Gewalt an Mädchen, Jungen und Frauen ein.

Überwiegend Frauen betroffen

„Häusliche Gewalt“ ist schon seit 2010 ein intensiver Arbeitsbereich der Gleichstellungsstelle in Plettenberg. Viele Menschen, überwiegend Frauen, sind betroffen. Offen gesprochen wird selten über das Thema. Damals wurde die Gesprächsrunde gegen häusliche Gewalt vor Ort gegründet. Akteurinnen und Akteure der Gesprächsrunde haben durch ihren beruflichen Zusammenhang zahlreiche Berührungspunkte mit dem Thema. Amtsgericht, Kanzleien, Arztpraxen und Opferschutz der Polizei, Frauenberatungsstelle im MK, Caritas, das Kinderschutzzentrum MK, die Drogenberatungsstelle, das Jugendamt der Stadt Plettenberg (Allg. Soz. Dienst) und das Diakonische Werk sind Institutionen, die an diesem wichtigen Thema arbeiten, Projekte unterstützen und sich fortbilden und austauschen.

Mit Selbstbehauptungskursen für Frauen und Kitas, einem Quiz gegen Gewalt auf der Plettenberger Woche und anderen Aktivitäten bewarb sich die Kooperation PTV/Gleichstellungsstelle beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und nahm an dem Wettbewerb „Starke Netze gegen Gewalt“ mit Schirmherrin Regina Halmich teil. Im November 2016 konnten sich Winfrid Schulte, Selbstbehauptungstrainerin Noel Schulte und Mareike Masuch über die Erstplatzierung beim Wettbewerb freuen. In Berlin wurde dem Team ein symbolischer 5000-Euro-Scheck übergeben.

Das Geld wird nun so eingesetzt, dass Bewohnerinnen und Bewohner Plettenbergs weiterhin sensibilisiert werden und Präventionsmaßnahmen umgesetzt werden können.

Im Rahmen der regelmäßigen Sitzungen entwickelte die Gesprächsrunde gegen häusliche Gewalt daher die Idee, ein präventives Theaterprojekt mit der Geschwister-Scholl-Realschule und deren Schulleiter Jochen Weber zu planen und so den Blick von Jugendlichen – in diesem Fall Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen – auf das Thema häusliche Gewalt zu lenken.

Nach einigen Recherchen kam es zur Zusammenarbeit mit dem Forum- und Präventionstheater „Mensch!Theater“, mit Sitz unter anderem in Essen.

Interaktives Theater und Workshops

Nina Bernert steht als Beratungslehrerin der Realschule in regem Austausch mit den erfahrenen Theaterpädagogen und weiß, was zu tun ist, um die Schülerinnen und Schüler auf Mittwoch, den 18. Oktober vorzubereiten. Am Tag des Theatergastspiels wird das Schauspielteam in der Aula ein Stück aufführen, bei dem zwischendurch unterbrochen und mit den Achtklässlerinnen und Achtklässlern gesprochen wird. Es entsteht ein Austausch. So werden die anwesenden Jugendlichen reflektierend in das Geschehen, das häusliche Gewalt beleuchtet, einbezogen.

Nach der Aufführung werden Workshops gebildet, um tiefer in die Thematik einsteigen zu können.

Während des Theatertages werden verschiedene Institutionen die Gelegenheit nutzen, sich bei dem jungen Publikum bekannt zu machen. Es gibt neben dem mehrsprachigen kostenfreien „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ (Tel. 08000116016) ebenso vor Ort und in der näheren Umgebung Einrichtungen, an die man sich wenden kann. Auch Diplom-Psychologin Claudia Petri bietet beim Diakonischen Werk an der Bahnhofstraße entsprechende Beratungsmöglichkeiten an.

Links

www.hilfetelefon.dewww.mensch-theater.de

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