Im Rettungsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe arbeiten Profis. Erste-Hilfe-Kenntnisse sollte aber jeder praktisch anwenden können. Foto: Bert Löwenherz/Johanniter

Märkischer Kreis. 99 Prozent der Menschen in Deutschland finden es wichtig, sich mit Erste Hilfe auszukennen – aber bei jedem Fünften liegt der Erste Hilfe-Kurs mehr als fünf Jahre zurück, bei jedem Dritten sogar mehr als zehn Jahre. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage, die von der Johanniter-Unfall-Hilfe in Auftrag gegeben wurde. Die Bundesregierung hat auf die mangelnden Erste-Hilfe-Kenntnisse reagiert und eine Gesetzesänderung beschlossen: Ob lebensrettende Sofortmaßnamen für Führerscheinanwärter, Ausbildung von Betriebshelfern oder Fortbildungen – alle verpflichtenden Erste-Hilfe-Kurse dauern künftig neun Unterrichtsstunden.

Viele haben Angst, etwas falsch zu machen

Auf die Frage, warum Menschen Verletzten nicht helfen, antworteten 44 Prozent der Forsa-Befragten: aus Angst, etwas falsch zu machen. „Nur wer gar nichts tut, handelt falsch. Wir konzentrieren uns in den Erste-Hilfe-Kursen auf das Wesentliche. Mit vielen praktischen Übungen lassen sich die Handgriffe im Ernstfall leicht anwenden“, erklärt Christopher Tomaszik der bei den Johannitern im Märkischen Kreis für die Erste-Hilfe-Ausbildung zuständig ist. Die Kurse wurden zugunsten der Praxis inhaltlich gestrafft.

Perspektive von Retter und Betroffenem

Um die lebensrettenden Handgriffe noch besser zu verinnerlichen, haben die Johanniter ihr Ausbildungskonzept um den 360-Grad-Ansatz ergänzt: Die Kursteilnehmer nehmen in kleinen Gruppen jeweils immer die Perspektive von Retter und Betroffenen ein und betrachten die Unfallsituation auch von außen. „Wir hoffen, dadurch den Menschen die Angst vor dem Helfen zu nehmen“, so Tomaszik.

Johanniter begrüßen die Neuregelung

Kern der Neuregelungen zur Ersten-Hilfe-Ausbildung ist die geänderte Vorschrift 1 der gesetzlichen Unfallversicherungsträger, die bereits seit 1. April 2015 gilt. Zudem ändert sich noch in diesem Jahr die Fahrerlaubnisverordnung. Bei Führerscheinanwärtern und Fortgeschrittenen dauert der Kurs nun neun statt acht Stunden – bei den Betriebshelfern mussten die Inhalte von 16 auf neun Stunden gestrafft werden. Die Johanniter begrüßen die neuen gesetzlichen Regelungen. „Die Anforderungen an Ersthelfer am Unfallort sind immer dieselben – deshalb kann es aus unserer Sicht nur eine Erste-Hilfe-Ausbildung geben“, sagt Tomaszik.

Unter www.johanniter.de/suedwestfalen können die Kurse online gebucht werden oder telefonisch unter der Nummer 02351 87070-23 (für Lüdenscheid und Iserlohn). E-Mail: anmeldungen.maerkischerkreis@johanniter.de

 

 

 

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