Birgit Niehaus Malytczuk und Hans-Werner Wolff besiegelten mit ihrer Unterschrift die Zusammenarbeit von Johannitern und Cariats beim ambulanten betreuten Wohnen.

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Immer mehr Menschen in Lüdenscheid und Umgebung sind von Wohnungslosigkeit bedroht oder leben unter unangemessenen Wohnverhältnissen. Hans-Werner Wolff, Vorsitzender des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Altena, schätzt, dass mindestens 500 Frauen und Männer zu dieser Gruppe zählen. Ihnen wollen die Caritas und die Johanniter jetzt gemeinsam helfen. Kürzlich unterzeichneten Hans-Werner Wolff und Birgt Niehaus-Malytczuk vom Regionalvorstand der Johanniter einen Vertrag über die künftige Zusammenarbeit auf dem Feld des ambulanten betreuten Wohnens.

Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei

„Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei“, sagte Birgit Niehaus-Malytczuk. Als Folge von gesetzlichen Regelungen wachse der Druck auf Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten, erläuterte Hans-Werner Wolff. Verbände müssten sich zwangsläufig zusammenschließen, um effektiv helfen zu können. Die Kooperation von Caritas und Johannitern solle Kräfte bündeln.

Beistand bei der Lebensführung

Zurzeit betreuen die beiden Verbände 27 Personen mit vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe genehmigten Fachbetreuungsstunden. Dabei geht es in der Regel um ganz praktische Dinge wie die Unterstützung bei der Wohnungssuche, Hilfe bei der Sicherung von Ansprüchen wie Arbeitslosengeld II, Rente oder Grundsicherung. Dazu kommt aber auch Beistand bei der Lebensführung, Hinweise zu Einsparmöglichkeiten im Haushalt usw.

Leben ohne Strom, Heizung und Wasser

„Manche Menschen leben in Wohnungen ohne Strom, Heizung und Wasser, weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlen konnten“ berichtet Marion Teichmann-Stolf, Leiterin des Ambulant Betreuten Wohnens bei den Johannitern. Auf die schwierigen, oftmals höchst unterschiedlichen Lebenssituationen reagieren die Helfer mit einem Hilfeplan. „Selbstverständlich erwarten wir und der Landschaftsverband als Kostenträger Einsicht und Mitarbeit von den betreuten.“

Mit normaler Lebensführung überfordert

Manchmal müssten die Helfer auch Rechnungen, Behördenschreiben und mehr ordnen vom Beratungszentrum für Wohnungslose der Caritas. „Sofern solche Schreiben noch vorhanden sind.“ Manche würden in ihrer Hilflosigkeit solche Schreiben oftmals einfach in den Mülleimer werfen. „Es gibt Menschen, die mit einer normalen Lebensführung einfach überfordert sind.“

Manche scheiterten trotz der Unterstützung durch die Betreuer, beispielsweise weil sie wichtige Termine versäumten. Anderen helfe die ambulante Betreuung relativ schnell wieder in geregelten Bahnen zu leben. „Bei machen kann es aber auch bis zu zwei jahren dauern“, weiß Marion Teichmann-Stolf von den Johannitern.

 

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