Die denkmalgeschützte Villa im Park wird zu einem Haus der Kultur umgebaut. Foto: Wolfgang Teipel

Meinerzhagen. Sie ist ein Kleinod aus dem vorvergangenen Jahrhundert und in ihrer Lage sowie Bauweise ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Meinerzhagen. Obwohl die Zeit nicht spurlos an ihr vorüber gegangen ist, bedarf es nur geringen Vorstellungsvermögens, ihr Potenzial zu erkennen: Die Rede ist von der Villa Schmiemicke, der so genannten „Villa im Park“. Sie wird nach Beschlussfassung des Rates behutsam und denkmalgerecht saniert und soll dann neuen Nutzungsmöglichkeiten als Haus für kulturelle Veranstaltungen zugeführt werdenl.

Gebäude ein Schmuckstück

Die umfangreichen Arbeiten zur Wiederherstellung des alten Glanzes haben begonnen. Schon ein kurzer Blick auf ihren jetzigen Zustand macht deutlich: Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert ist ein echtes Schmuckstück, das diese Arbeit nicht nur rechtfertigt, sondern nach seiner Wiederherstellung das städtische Leben bereichern kann. Und so soll Stück für Stück aus dem alten Haus wieder die repräsentative Villa im Herzen Meinerzhagens werden: Seit Donnerstag wird der Hauptbaukörper eingerüstet – ein Vorzeichen für die Dachdeckerarbeiten, die am kommenden Montag beginnen werden.

Zunächst wird der Dachstuhl überprüft

Volkspark Meinerzhagen
Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert ist ein Schmuckstück. Foto: Wolfgang Teipel

Dabei werden zunächst am Hauptdach die große Zeltdachfläche, die Mansarden sowie die Gauben abgedeckt, um die Sparrenköpfe des Dachstuhls, die Traufe und Schalung auf ihren Zustand zu überprüfen. Danach erfolgt die Abdichtung der Zeltdachfläche mit Elastomer-Bitumenbahnen, so dass der Dachstuhl undurchlässig bleibt und die Arbeiten sachgerecht erfolgen können. Die Man-sarddachflächen werden, wie seinerzeit bei Erbauung der Villa, verschiefert.

Innensanierung läuft parallel

Parallel zu den Dacharbeiten erfolgt im Gebäudeinneren der erste Schritt zur Sanierung: Tapeten und Oberböden werden entfernt, die zu erhaltenden Türblätter ausgebaut und eingelagert sowie Holzbauteile wie Treppen und Geländer, Parkett und Dielenböden zum Schutz vor Beschädigungen abgedeckt. Auch kleinere Abbrucharbeiten von nachträglich eingefügten Einbauten und Trockenbauwänden finden nun zügig statt.

Originalgetreue Wiederherstellung möglich

Dass die Bausubstanz des alten Gebäudes nahezu unverändert erhalten oder gut dokumentiert ist, ist ein echter Glücksfall: Dies ermöglicht die originalgetreue Wiederherstellung des gesamten Hauses mit all seinen architektonischen Elementen.

Insgesamt fallen für Erwerb, Umbau und Ausstattung für die künftige Nutzung der Villa rund 1,54 Millionen Euro an. 60 Prozent dieser Kosten werden durch Fördermittel der Städtebauförderung des Landes getragen, das jetzt auch die Zusage zur Förderung der Gelder zur Ausstattung der Villa gegeben hat.

Fertigstellung Mitte 2018

Für die Stadt Meinerzhagen, die in der Planung und Bauleitung durch das Büro OE Planung + Beratung aus Altena unterstützt wird, ist das Gesamtprojekt demnach mit etwa 616.000 Euro veranschlagt. Die Ausschreibungsverfahren für die notwendige Heizungs- und Sanitärarbeiten, die Elektroinstallationen sowie die Restaurierung der historischen Fenster laufen zurzeit. Für die gesamten Umbau- und Ausstattungsarbeiten wird mit ca. einem Jahr gerechnet, so dass etwa Mitte 2018 mit einer Fertigstellung zu rechnen ist.

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