JeKits
Die Grundschule Wehberg ist eine "JeKits"-Schule: Hier können Mädchen und Jungen bald ein Instrument ihrer Wahl erlernen.

Lüdenscheid. Die Grundschule Wehberg ist eine „JeKits“-Schule. An 1. November kommen im Olpendahl Kinder ab dem 2. Schuljahr spielerisch in Kontakt mit Musik. Ab dem 3. Schuljahr können sie ein Instrument ihrer Wahl erlernen. Am Mittwoch stellten Schulleiterin Bettina Göldner und Franz Schulte-Huermann, Leiter der städtischen Musikschule, das Projekt vor.

Keine Fachkräfte für Musik

„JeKits“ ist die Abkürzung für „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“. Dahinter verbirgt sich ein Bildungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen mit den drei alternativen Schwerpunkten Instrumente, Tanzen und Singen. „Singen bekommen wir noch selbst hin. Tanzen auch“, sagte Schulleiterin Bettina Göldner am Montag. „Für den Instrumentalunterricht fehlen uns die Fachkräfte.“ Deshalb habe sich die Schule für den Schwerpunkt Instrumente und damit für den außerschulischen Partner Musikschule entschieden.

JeKits beginnt im zweiten Schuljahr

JeKits
Schulleiterin Bettina Göldner (links) freut sich zusammen mit Lehrerinnen ihrer Schule sowie Vertretern der Musikschule und der Stadt, dass die JeKits-Bewerbung doch noch geklappt hat.

Wie funktioniert „JeKits“? Im zweiten Schuljahr entdecken die Kinder spielerisch die Welt der Musik und der Instrumente. Immer mit dabei im sogenannten Tandem-Unterricht: eine Lehrerin und eine Fachkraft der Musikschule. Im dritten Schuljahr, dem zweiten JeKits-Jahr, spielen die Kinder gemeinsam und auf dem selbst gewählten Instrument. In einer zweiten Unterrichtstunde erhalten die Kinder Einzel- oder Gruppenunterricht auf ihrem Instrument.

Zweites Jahr kostenpflichtig

Im ersten JeKits-Jahr ist die Teilnahme kostenfrei. Da der JeKits-Unterricht im Rahmen des Schulunterrichts im Klassenverband erteilt wird, nehmen alle Kinder automatisch daran teil. Das zweite JeKits-Jahr ist freiwillig und kostenpflichtig. An der Grundschule Wehberg fällt pro Monat ein Elternbeitrag von 23 Euro an.

JeKits
Tambourine, Schlaghölzer, Xylophon: Die Instrumentenauswahl wird bald deutlich größer sein.

Unterrichtet werden Holz- und Blechblasinstrumente, Streich- und Zupfinstrumente sowie Klavier und Akkordeon als Tasteninstrumente. Die Instrumente werden gestellt und eigens für die JeKits-Schule angeschafft. „Wir sind dankbar, dass sich die Sparkasse mit 50 Prozent an den Anschaffungskosten beteiligt“, sagte Bürgermeister Dieter Dzewas am Montag.

Aufnahme im Nachrückerverfahren

Ohnehin sind alle Beteiligten froh, dass die JeKits-Stiftung in Bochum die Bewerbung der Grundschule Wehberg angenommen hat. „Nach der Absage zum Abschluss der Bewerbungsrunde waren wir doch sehr enttäuscht“, sagte Bettina Göldner. Die Aufnahme in das Förderprogramm gelang schließlich im Zuge des Nachrückerverfahrens.

Für die beiden Partner Grundschule und Musikschule sei die Kooperation beim „JeKits“-Programm eine „Herausforderung“, erklärte Musikschulleiter Franz Schulte-Huermann. Wie viele Kinder sind im zweiten Jahr noch dabei? Welche Instrumente möchten sie lernen? Wie reagieren die Eltern auf das kostenpflichtige Angebot? „Es ist sicher noch eine Menge Feinabstimmung erforderlich“, sagte er.

Bürgermeister Dzewas: „Möglicherweise Talentschmiede“

Bettina Göldner ist zuversichtlich, dass viele Eltern und Kinder das neue Angebot annehmen werden. Angesichts steigender Anforderungen bei der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund setzt Bürgermeister Dzewas auf die Musik. „In der nonverbalen Kommunikation liegt ein hoher Integrationsfaktor.“ Möglicherweise entpuppe sich „JeKits“ auch als Talentschmiede. „So können Kinder ein Instrument erlernen, die möglicherweise ohne dieser Förderung niemals so intensiv mit Musik in Kontakt gekommen wären.“

Weiter als als bis zum Abschluss des dritten Schuljahres reicht das Förderprogramm allerdings nicht. Musikschulleiter Franz Schulte-Huermann: „Danach müssen die Kinder außerschulische Unterrichtsangebote nutzen.“

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