Bastian Rosenthal und Max Jalaly spielten " Modal Jazz" in Karolina`s Kunst & Musik Cafè. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. Am Freitagabend gaben sich der Pianist und Arzt Bastian Rosenthal gemeinsam mit Max Jalaly ein Stelldichein im Karolina´s. Der Schlagzeuger war leider verhindert und hätte wohl auch vom räumlichen Umfang des Instruments einfach nur noch mit Drücken und Schieben hineingepasst.

Was genau ist eigentlich „Modal Jazz“?

Bastian Rosenthal am Klavier.
Bastian Rosenthal am Klavier.

Eine sehr gute Frage: Die beiden Musiker boten besten Jazz aus dem Bereich des „Modal Jazz“, zu dem mir Max auf mein „nie gehört“, folgendes erklärte:  „Beim „Modal Jazz“ handelt es sich um eine Abkehr von der,  in der herkömmlichen abendländischen Musik üblichen, funktionsharmonischen Akkordfolgen hin zu modalen „Flächen“, was dem Solisten mehr improvisatorische Freiheit ermöglicht. (Beispiele „The Saga of Harrison Crabfeathers“ (Steve Kuhn). Der Modal Jazz entstand Mitte der 1950er Jahre und entwickelte sich später zum Free Jazz.“ OK??! Schön, wenn man immer wieder etwas lernen darf. Und: Wer das jetzt verstanden hat, vor dem ziehe ich in aller Form hier einmal meinen Hut!

Max Jalaly am Kontrabass.
Max Jalaly am Kontrabass.

Aber egal, ob man die Theorie versteht, die Praxis war hörenswert.
Free Jazz wäre vielleicht für die einen oder anderen Ohren zu anspruchsvoll gewesen. So jedoch durften die Gäste in gemütlicher Atmosphäre sehr gechillt dabei sein, als die beiden Musiker zeigten, dass sie ihre Instumente wirklich beherrschen. Und „Modal Jazz“ sich zwar irgendwie einschüchternd anhört, aber in der Realität zum Mitwippen und Fingerschnippen einlädt. Das Duo schaffte es ganz locker, seine Zuhörer trotz des eigentlich schwierigen musikalischen Themas ganz auf seine Seite zu bekommen.

Dabei spielten sie auch eigene Bearbeitungen von Stücken aus anderen Bereichen, z.B. eine Jazz-Waltz- Version von „Das zerbrochene Ringlein“ (Friedrich Glück/Josef von Eichendorff) und einige Jazzstandards in neuem Gewand, z.B. „My Funny Valentine“ (Richard Rodgers / Lorenz Hart).

Ein musikalischer Arzt und ein Mann mit „Möbel“

Gut gefüllt: Das Karolina´s.
Gut gefüllt: Das Karolina´s.

Bastian Rosenthal lebt in Bochum und ist in seinem zweiten Leben Arzt. Also eine sehr heilsame Kombination aus Medizin und Musik. Seine Familie, die ebenfalls bei dem Konzert anwesend war, lebt in Lüdenscheid. Er spielt seit früher Kindheit Klavier, und seit ca. 20 Jahren in verschiedenen Jazzformationen. Max Jalaly ist den meisten Lüdenscheidern bekannt, als der „Mann mit dem Möbel“, bei dem das Möbel sein großer Kontrabass ist. Auch er ein Jazzmusiker, der sein Metier beherrscht und als echtes Lüdenscheider Urgestein in unserer Stadt schon mit jedem ernstzunehmenden Musiker gejammt hat.

Das Karolina´s war gut gefüllt und das Publikum durfte die beiden Musiker in Bestform erleben. Das Platzangebot, im kleinen Karolina´s eh immer eingeschränkt wurde, durch Max Jalalys gewaltigen Kontrabass zusätzlich reduziert, was aber niemanden störte. Man rückte einfach noch ein bisschen mehr zusammen.

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