13. Dez. Jazz mit der Gruppe "Klaro!" in der Brennerei Rönsahl. KuK-Veranstaltung mit der Saxophonistin Karolina Strassmayer & Drori Mondlak (Ba?). Dazu Marimbaphon und Drums. Foto: Rüdiger Kahlke

Kierspe. Voll ist es. Eng. Ein bisschen zugig. Urig. Ländlich. Dazu Musik, die fasziniert. Dumpfer, wohliger Bass. Ein Genius am Vibraphone, der klangliche Ausrufezeichen setzt, ein Schlagzeuger, der an Drums und Becken zaubert, vor allem eine Saxophonistin, die verzaubert. Mal wehen die Phrasen kaum hörbar durch die Alte Brennerei in Kierspe-Rönsahl, mal ist der Druck, den sie mit ihrem Saxophon ausübt physisch spürbar.

Musikalisches Highlight

13. Dez. Jazz mit der Gruppe "Klaro!" in der Brennerei Rönsahl. KuK-Veranstaltung mit der Saxophonistin Karolina Strassmayer & Drori Mondlak (Ba?). Dazu Marimbaphon und Drums. Foto: Rüdiger Kahlke
13. Dez. Jazz mit der Gruppe „Klaro!“ in der Brennerei Rönsahl. Saxophonistin Karolina Strassmayer Stefan bauer, Vipraphon.
Foto: Rüdiger Kahlke

„Klaro!“ nennt sich das Quartett, das der KuK-Verein für den letzten Jazz-Abend des Jahres in der Brennerei verpflichtet hatte. „Melodiösen Jazz“ hatte KuK-Vorsitzender Fritz Schmid im Vorfeld angekündigt. Es wurde am Samstag, 13. Dez. 2014, ein musikalisches Highlight für die Besucher.

„Klaro!“ das sind neben der aus der Steiermark stammenden Bandleaderin Karolina Strassmayer noch der Schlagzeuger Drori Mondlak, Bassist John Goldsby und Vibraphonist Stefan Bauer. Ein Wortspiel führte zum Namen der Band. „Karo“ war in Karolina Strassmayers Kindheit ihr Spitzname. “‘Klaro – Karo!’“ sei für sie „ immer ein Wort der Ermutigung, ein sanfter Schubs, mich in die Welt hinauszutrauen”, gewesen. Die Band „Klaro!“ zu nennen war so nicht überraschend.

Top-Fünf der Saxophonisten

Das amerikanische Jazzmagazin Downbeat kürte Karolina Strassmayer zum „Top Five Alto Saxophonist” und nennt sie „one of the most interesting alto saxophonists under forty”. In der Brennerei gingen regionales Flair und Musiker mit internationaler Reputation eine Symbiose ein. Einen Tag zuvor hatte die Musiker noch in der Kölner Philharmonie gespielt. „Hier gefällt es mir noch besser“, sagte John Goldsby. Man mochte es dem Bassisten, der auf den Bühnen der Welt zuhause ist, glauben. Das war mehr als „fishing for compliments. Getragene Balladen, Swing und eine Reminisenz an die Blasmusik ihrer steierischen Heimat, mit der sie nie etwas zu haben wollte, bestimmte Strassmayers Repertoire mit Eigenkompositionen.

Kein populärer Jazz, keine Stücke, die fast jeder kennt, dennoch Musik, die von Herzen kommt und Herzen und Seelen berührt, wie Fritz Schmidt abschließend befand. Ja, einen Ausflug ins Populäre erlaubte sich das Duo Goldsby (Bass) und Mondlak (Drums) doch noch. Ein Auszug aus einem aktuellen Cole-Porter-Projekt: „I love Paris“ oder wie Goldsby erläuterte: Caterina Valente erster Hit: „Ganz Paris träumt von der Liebe“. Und das in ganz eigenwilliger Interpretation – mit Bass und Schlagzeug.

Roland Ferger, Saxophion-Lehrer im Volmetal, outete sich als Fan von Karolina Strassmayer. Seinem Kommentar: „Sehr gefühlvoll, sensibel, einfach nur schön“, war nach den zwei Stunden nichts hinzufügen.

Rüdiger Kahlke

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