IT-Sicherheit
Der Landtagsabgeordnete Gordon Dudas (mitte) traf sich zu einem Gespräch zum Thema IT-Sicherheit mit dem Geschäftsführer der Firma INDUSYS Zoran Trajkovic (links) und dem Marketing-Experten Frank Steinhauer (rechts).

Lüdenscheid. Gordon Dudas, Landtagsabgeordneter der SPD war zu Gast bei der Firma INDUSYS, einem Systemhaus am Freisenberg. Hintergrund war neben allgemeinen Fragen zur IT-Sicherheit und wie diese gewährleistet wird, eine Bitkom Studie zu Wirtschaftsschutz und Cybercrime.

Laut dieser Studie halten 60 Prozent der Unternehmen ihre eigene Sicherheitsmaßnahmen für unzureichend. Dies geht aus einer Umfrage unter mehr als 1.000 Sicherheitsexperten aus der Wirtschaft hervor. Täter im Bereich Cybercrime sind vor allem aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter: 52 Prozent der betroffenen Unternehmen geben diesen Personenkreis an. Die zweite große Tätergruppe mit 39 Prozent umfasst das unternehmerische Umfeld (Wettbewerber, Lieferanten, Dienstleister, Kunden). 17 Prozent nennen Hobby-Hacker als Täter. 11 Prozent sind Opfer organisierter Bandenkriminalität geworden und 3 Prozent standen im Visier ausländischer Geheimdienste.

Eine erschreckende Bilanz

Sie waren sich in vielen Punkten zum Thema IT Sicherheit einig.
Sie waren sich in vielen Punkten zum Thema IT Sicherheit einig.

Dazu kommt, dass sowohl Bundestag als auch NRW-Landtag durch die Infiltrierung von Trojanern derart angegriffen wurde, dass beide Regierungsinstanzen für Tage mehr oder weniger „lahm“ gelegt waren.

Während jedoch diese Instanzen natürlich mit Hochdruck an der Verbesserung und Schließung von Sicherheitslücken arbeiten und sich dabei der modernsten Technologien bedienen, sind die Firmen im Klein- und Mittelständischen Bereich immer noch eher träge, wenn es darum geht, sich gegen feindliche Angriffe abzusichern. So steht laut Aussage von Zoran Trajkovic, dem Geschäftsführer und Inhaber der INDUSYS GmbH, bei den Mittelständlern oft einfach der reine Kostenfaktor, den eine funktionierende IT natürlich erst einmal impliziert, im Vordergrund und damit der erklärte Unwille, für „so etwas“ Geld auszugeben.

Kostenfaktor IT-Sicherheit?

Gordon Dudas.
Gordon Dudas.

Natürlich bedeutet die Implementierung einer gut funktionierenden IT-Sicherheit immer ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. Aber, welche Kosten stehen dem gegenüber, wenn´s denn wirklich zum „Supergau“ kommt? Konventionalstrafen z.B. in sechsstelliger Höhe, im schlimmsten Fall Schließung des Betriebes, Verlust von Arbeitsplätzen, an denen ganze Familien hängen. Wägt man diese Risiken gegen die Kosten für eine funktionierende IT ab, sind die IT-Kosten dem gegenüber verschwindend gering.

Ungenügende Pflege

Ein zusätzlicher Riskofaktor für einen feindlichen Angriff ist ebenfalls nicht zu unterschätzen: Hat sich der Unternehmer durchgerungen, seine IT neu aufzusetzen, scheitert das ganze dann oft an der Pflege. Passwörter werden nicht im vorgeschriebenen Zyklus erneuert, Updates nicht erstellt, Virenscans nicht gemacht. Zoran Trajkovic berichtete sehr anschaulich über eine Firma, die seit über einem Jahr keine Sicherung ihrer Daten mehr gemacht hatte, bis sie dann INDUSYS zur Hilfe rief. Im schlimmsten Fall wären alle Dokumente der Firma einfach unwiederbringlich verloren gewesen, auch die Buchhaltung, alle Adressdaten der Kunden und vieles mehr.

Mehr Aufklärung und ein geschärftes Bewusstsein

Ein erfolgreiches Treffen. Das Ziel: Mehr Bewusstesein für die Gefahren des Cybercrime zu schaffen.
Ein erfolgreiches Treffen. Das Ziel: Mehr Bewusstsein für die Gefahren des Cybercrime zu schaffen.

Beide, Gordan Dudas und Zoran Trajkovic waren sich einig, dass bei den Unternehmern grundsätzlich mehr Aufklärung und ein geschärftes Bewusstsein zu wecken sei, darüber, dass Cybercrime nicht nur Thema für Sience Fiction Filme ist, sondern hier und jetzt täglich millionenfach passiert.

Ganze Staaten werden gehackt, riesige Firmen wie Sony, Disney, Coca Cola oder Pixar werden angegriffen. Längst findet ein Krieg statt, ein lautloser Krieg auf unseren Datenautobahnen. Und wer als Firmeninhaber meint, er sei doch völlig uninteressant für Hacker: Fehlanzeige! Oft sind gerade die kleinen und mittleren Firmen die Einstiegstore zu den ganz Großen. Denn irgendwo gibt es immer eine Schnittstelle des kleinen Zulieferers zu der nächstgrößeren Firma, die seine Produkte verbaut und sie dann wieder zu jemandem weiterschickt, der dann das Endprodukt erstellt.

Politik ist sich der Situation bewusst

Herr Dudas erläuterte dann auch, dass die Politik sich durchaus der Situation bewusst ist und der Gesetzgeber versucht, Standards im Bereich der IT-Sicherheit zu schaffen, an die sich alle halten müssen. Aber er gab auch offen zu, dass die Politik allein es nicht schafft, der rasanten Entwickling im digitalen Bereich vorauszugehen. Sie galoppiert eher hinterher, einfach, weil es Zeit braucht, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, gleichzeitig aber im Cyberbereich Standards und Möglichkeiten schon fast täglich wechseln. Hier sind Firmen wie INDUSYS gefragt, deren Kernkompetenz die Sicherheit im Web ist und eben nicht zuletzt die Unternehmen, die mitziehen sollten und müssen.

IT Zertifizierung?

Der Landtagsabgeordnete Godon Dudas und Frank Steinhauer von der INDUSYS.
Der Landtagsabgeordnete Godon Dudas und Frank Steinhauer von der INDUSYS.

Herr Trajkovic regte deshalb an, eine Art Zertifizierung für alle Firmen zu implementieren, die den IT-Bereich betrifft. Ähnlich dem schon bestehenden Qualitätsmanagement. Zudem gibt es immer mehr große Firmen, die von ihren Zulieferern erwarten, dass sie die von Seiten eben dieser Großkonzerne an sie gestellten IT-Standards nahtlos erfüllen. Sonst droht im schlimmsten Fall die Aufkündigung der Geschäftsbeziehung. Es tut also Not, über gemeinsame Standards nicht nur nachzudenken, sondern sie umzusetzen. Einfach um wettbewerbsfähig zu bleiben.

IT-Sicherheit – ein brisantes Thema

Sowohl Gordan Dudas als auch Zoran Trajkovic waren sich einig, dass noch viel zu tun ist, um ein entsprechenes Bewusstsein für die Brisanz des Themas in der Bevölkerung zu wecken. Denn heutzutage ist jeder ein potentielles Opfer für Hacker und kann mit ein bisschen Geschick auch zum Täter werden. Die Mittel stehen großzügig zur Verfügung. Jeder hat Zugriff auf das Internet, Smartphones sowie die entsprechenden Programme und Rechner. Und Hacken ist kein „Hexenwerk“, sondern mittlerweile ein gut florierender Markt, der im Verborgenen wächst und gedeit. Und dem Einhalt zu gebieten ist! Dieser Herausforderung haben sich It-Fachleute, Politiker, Verbände und Unternehmen zu stellen. Am besten gemeinsam!

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