Bei Demonstrationen in Lüdenscheid und Plettenberg wurde das Bleiberecht für die Familie Kaludra gefordert.

Lüdenscheid/Plettenberg. Die Odyssee der Familie Kaludra aus dem Kosovo geht weiter. Nach der plötzlichen Abschiebung am Dienstag und dem Flug von Düsseldorf ins Kosovo mit dem Zwischenstopp in Ungarn befindet sich die Familie heute Morgen in einem Auffanglager in Köln-Chorweiler. Nach Informationen der TACH-Redaktion konnte der Flieger nicht in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, landen. Dichter Nebel verhinderte den Landeanflug.

Klarheit im Laufe des Tages

Wie es mit der vierköpfigen Familie weitergeht, wird sich im Laufe des Mittwochs entscheiden. „Bislang ist nur bekannt, dass am Vormittag Busse kommen, die alle Menschen aus dem Flugzeug abholen werden“, sagte Michael Schulte vom Plettenberger Verein „Menschen helfen“. Für ihn kommen drei Möglichkeiten in Betracht. „Es kann sein, dass alle Abschiebehaft genommen werden“, sagte er. Nicht auszuschließen sei, dass die Menschen in ein Auffanglager nach Dortmund gebracht werden könnten. Zudem sei es auch möglich, dass sie in die Städte zurückkehren würden, in denen sie zuletzt gelebt hätten.

Ein Wink des Schicksals? Viele Menschen hatten um das Bleiberecht für die Familie Kaludra gekämpft. Die NRW-Härtefallkommission hatte nach intensiver Prüfung des Falls dem Märkischen Kreis empfohlen, der Familie das Bleiberecht zu gewähren. Noch ist auch ein Petitionsverfahren nicht abgeschlossen, in dem es ebenfalls um das Bleiberecht für die Familie aus dem Kosovo geht.

Nur ein Zwischenstopp?

Sejdi und Xhevahrie Kaludra waren als junge Leute Anfang der 1990er Jahre vor dem Krieg im Kosovo geflüchtet und hatten sich in Deutschland kennengelernt. Sie gründeten eine Familie. Zwei Kinder wurden geboren. Ihr Asylantrag wurde 2004 abgelehnt. Kaludras mussten ausreisen und kehrten nach einer zehnjährigen Einreisesperre im Februar 2015 nach Deutschland zurück. Jetzt sind sie überraschend zum dritten Mal im Land ihrer Träume angekommen. Möglicherweise ist ihr neuerlicher Aufenthalt aber auch nur ein Zwischenstopp während einer Odyssee durch Europa.

 

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