Märkischer Kreis (pmk). Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Dieses Jahr feiert das Märkische Jugendsinfonieorchester sein 25-jähriges Jubiläum. 1989 wurde die Idee, junge Musiker an große Orchesterliteratur heranzuführen, vom Märkischen Kreis in die Tat umgesetzt. 1989 ist auch das Geburtsjahr von Musikstudent Stephan Quandel. Seit 2003 ist er eng mit dem MJO verbandelt. Mit Dirigent Thomas Grote hat er sich für die Jubiläumsfeierlichkeiten etwas ganz Besonderes ausgedacht: Gemeinsam mit den Gesangs- und Bühnentalenten von „Musical & More“ aus Hemer interpretiert das MJO Titel aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ und George Gershwins „Porgy and Bess“. Für „Porgy and Bess“ hat Stephan Quandel eigens eine 35minütige Suite arrangiert.

Frage: Herr Quandel, mit 13 Jahren haben Sie zum ersten Mal beim MJO mitgespielt. Was verbindet Sie seitdem mit dem MJO?

Quandel: Angefangen habe ich als Celestaspieler in Orffs Carmina Burana 2003. Seitdem gehörten die Arbeitsphasen für mich zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres. Dort traf ich auf Gleichaltrige, die meine Begeisterung für die Musik teilten. So haben sich über die Jahre Freundschaften fürs Leben gefunden. Seit 2008 engagiere ich mich bei den Konzerten für die Vermittlung zwischen Orchester und Publikum sowie für die Betreuung der Jugendlichen während der Probephasen.

Frage: Für ein Jubiläumskonzert soll es ja immer ein besonderes Programm geben. Was gibt das MJO in diesem Jahr zum Besten?

Quandel: Zum schwungvollen Auftakt wird Leonard Bernsteins berühmte „Candide“-Ouvertüre erklingen, der zwei Nummern aus seinem Musical „West Side Story“ folgen: Tonys Liebesarie „Maria“ und das folgende Duett von Tony und Maria („Tonight“) haben das Konzertpublikum auf der ganzen Welt verzaubert.
Aus der Oper „Porgy und Bess“ von George Gershwin spielt das MJO stimmlich unterstützt von „Musical and More“ aus Hemer eine Suite bestehend aus den bekanntesten Nummern der Oper, wie „Summertime“ oder „I got plenty o‘ nothing“. Es ist eine sehr reizvolle Begegnung von schwarz-amerikanischer Musik mit der europäischen Sinfonik.

Nach der Pause folgt mit Sergej Prokofjews fünfter Sinfonie eines der großen Orchesterwerke der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dies ist ein umfangreiches, dramatisches und brillantes Werk, das eines Jubiläumsprogramms ohne Frage würdig ist.

Frage: Die Suite aus „Porgy und Bess“ haben Sie selbst neu arrangiert?

Quandel: Ja, wenn Sie so wollen, eine 35-minütige Abfolge in der Art eines „Best of“. Von der dreistündigen Oper konnte ich keine Originalpartitur bekommen und musste mich daher an verschiedene Konzertarrangements und vor allem den Klavierauszug halten. Das war einige Arbeit, eine neue Partitur für Orchester plus Sänger und die dazugehörigen Einzelstimmen herzustellen. Auch musste die neue Instrumentation auf die Sänger Rücksicht nehmen, so dass die klangliche Balance gewahrt bleibt.

Allerdings hatte ich auch den Ehrgeiz, die einzelnen Nummern so zu arrangieren und anzuordnen, dass sie ein künstlerisches Ganzes ergeben. Daher habe ich auch Übergänge zwischen den einzelnen Titeln geschrieben. Streng genommen hat es jetzt immer noch etwas Opernhaftes.

Frage: Das MJO wird dieses Jahr erstmals von den jungen Gesangstalenten der Musicalgruppe „Musical and More“ aus Hemer unter der Leitung von Frau Ursula Schwingel unterstützt. Wie ist die Zusammenarbeit entstanden?

Quandel: Das MJO hatte schon lange vor, eine Probephase mit „Musical and More“ zu gestalten. In diesem Ensemble werden begabte Jugendliche gezielt auf ein späteres Musikstudium und ihren Talenten entsprechende Musik- und Theaterberufe vorbereitet. Dabei werden die ausgewählten Nachwuchs-Talente zwei Jahre von professionellen Stimmbildnern, Regisseuren und Musikern betreut. Bei den Jubiläumskonzerten können die jungen Sängerinnen und Sänger nun erstmals mit einem Sinfonieorchester zusammenarbeiten. Dies ist eine seltene und daher ganz besondere Gelegenheit.

Frage: Worauf freuen Sie sich bei den Konzerten besonders?

Quandel: Beim Jubiläumskonzert im Grohe-Forum am 24. August in Hemer werden nach der regulären ersten Programmhälfte zusätzlich über 100 ehemalige MJO-Orchestermitglieder auftreten. Mit dem Megaorchester spielen wir dann ein Programm voller latein-amerikanischem Feuer. Erklingen werden Aaron Coplands “Fanfare for the common man”; Mariano Mores’ “El Firulete”; Aloysio Olivieras “Tico Tico”; Gerardo Rodriguez’ “La Cumparsita”; Horacio Salgans “A fuego lento” und Arturo Márquez’ „Danzon No. 2”.

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