Das "Interreligiöse Forum Lüdenscheid" traf sich zum gemeinsamen Friedensgebet im Rathaus der Stadt. Auf der Treppe des Rathauses versammelten sich zum abschließenden Foto: Jugendpastor Daniel Scharf, Superintendent Klaus Majoress, Pfarrer Andreas Rose, Burkhard Waimann, Imam Mustafa Tastekin (Ditib Gemeinde), A. Bektas (Alevitische Gemeinde), Christa Bätz (evangelische Kirche), Iman Cengis Varli (Ahmadiyya-Gemeinde Köln), Hella Goldmann (Christlich-Jüdische Gesellschaft), Emel Gülec (Ditib Gemeinde) und Pfarrer Achim Riggert. Foto: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Zum gemeinsamen Friedensgebet trafen sich am 4. Oktober von 18 bis 20 Uhr die Vetreter der drei großen Weltreligionen Judentum, Islam und Christentum im Foyer des Lüdenscheider Rathauses. Initiator des Treffens war das „Interreligiöse Forum“, das bereits am 16. Oktober 2011 gegründet wurde. Ziel des Forums ist es, seit mittlerweile sechs Jahren, einen Beitrag zu leisten, zu einem verständnisvollen und freundschaftlichen Miteinander der Gläubigen aller Religionen.

Achtung und Duldsamkeit

Viele Lüdenscheider Bürger waren zum gemeinsamen Friedensgebet ins Rathaus gekommen.

Außdrücklich willkommen sind dabei alle, die bereit sind, Menschen der jeweils anderen Glaubensrichtung mit Achtung und Duldsamkeit zu begegenen. Damit soll das friedlichliche und einvernehmliche Zusammenleben der Religionen in Lüdenscheid gestärkt und unterstützt werden.

Niemand ist eine Insel

Auch an diesem Mittwoch trafen sich die Vertreter der drei sogenannte „abrahamitischen Religionen“, also derer, die sich auf den biblischen Abraham als Stammvater berufen und betonten noch einmal ausdrücklich das, was sie alle verbindet. Zu dem abendlichen Motto „Niemand ist eine Insel“ lasen die Vertreter der einzelnen Denominationen jeweils Geschichten und Texte mit dem gemeinsamen Tenor, dass Gott seine Geschöpfe gleichermaßen liebt und sie nicht einteilt in Moslems, Christen und Juden. Für ihn ist jeder Mensch einmalig und liebeswert und Religion nicht dazu da, sich gegenseitig auszugrenzen und zu verfolgen, sondern sich auf der gemeinsamen Basis eines liebenden Gottes gegenseitig zu unterstützen und aufzubauen.

Friedlicher Dialog der Religionen

Bürgermeister Dieter Dzewas richtete ein berührendes Grußwort an die Anwesenden.

Nach der Bergüßung durch Moderator Pfarrer Achim Riggert und Jugendpastor Daniel Scharf, richtete auch Bürgermeister Dieter Dzewas ein Grußwort an die Anwesenden.

Er wies noch einmal darauf hin, wie wichtig ihm dieses jährliche Treffen ist, besonders in Hinblick auf den Nationalsozialismus, der von deutschem Boden ausging und durch die Intoleranz, Menschenverachtung und brutale Grausamkeit zu weltweit 56 Millionen Toten führte. Und zum Genozid an ganzen Bevölkerungsgruppen. Dieter Dzewas rief dazu auf, sich vehement gegen ein erneutes Erstarken faschistoiden Gedankengutes in unserer demokratischen Gesellschaft zu stellen und wies ausdrücklich darauf hin, dass für ihn der friedliche Dialog der Religionen einer der wichtigsten Schlüssel dazu ist.

Burkard Waimann spielte Klezmer Musik

Burkhard Waimann spielte Klezmer.

Musikalisch begleitet wurde der Abend durch die virtuose Klezmer-Musik von Burkhard Waimann, die mal fröhlich, mal getragen in einem gemeinsamen „Hevenu shalom alechem“ mündete.

Die vielen anwesenden Kinder führten einen Derwisch-Tanz auf, sangen ein Lied und malten Friedensengel, die sie zum Abschluss stolz präsentierten. Bei einem abschließenden Essen hatten alle noch einmal die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, was gut und lange genutzt wurde.

Friedliche Coexistenz

Die anwesenden Kinder malten Friedensengel und präsentierten sie stolz am Ende der Veranstaltung dem Publikum.

Zusammenfassend ein wichtiger Termin, der in Zeiten von Terroranschlägen und weltweiter Flüchtlingsströme eine immer größere Brisanz gewinnt.

Das gemeinsame Ziel, friedlich miteinander zu coexistieren, ist zumindest in Lüdenscheid eine Realität, die es nicht nur zu erhalten, sondern für die es vielleicht sogar irgendwann zu kämpfen gilt.

Wer sich für interreligiöse Arbeit interressiert: Unter der Webadresse www.interreligioeses-forum-luedenscheid.de findet man Ansprechpartner und Möglichkeiten, sich und seine Gemeinde einzubringen.

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