Symbolbild

Hagen/Märkischer Kreis. Internet-Verbrecher tarnen sich immer häufiger als Stellenbewerber. Sie schicken eine Initiativbewerbung per E-Mail. In den Anhängen verbirgt sich ein Trojaner. Das berichtet IT-Experte Dr. Michael Dolny von der Südwestfälischen Industrie und Handelskammer (SIHK).

„Perfekte Anschreiben mit persönlicher Anrede“

Via Mail Schadsoftware auf Rechnern zu platzieren ist nicht neu. Mails in sonderbar englischer Sprache oder in auffallend fehlerhaftem Deutsch landen zuhauf in Postfächern und Spamordnern. Sie werden schnell als potentielle Bedrohung eingestuft. Mittlerweile gibt es aber auch andere. Es sind „perfekte Anschreiben mit persönlicher Anrede und passendem Anlass“, so Dolny.

Die lesen sich dann so: „Da ich auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung bin, möchte ich mich hiermit bei Ihnen um eine Stelle als Vermessungstechniker bewerben… Die vollständige Bewerbungsmappe habe ich in meine Dropbox geladen, weil die Datei für die Email zu groß war – Entschuldigen Sie bitte!“

SIHK-IT-Experte Dolny warnt: „Wer nun den Rest der PDF-Bewerbung herunterlädt übersieht sehr schnell, dass an der Datei eine weitere Endung hängt: ‚BewerbungsmappePDF.exe‘.“

Zugriff auf Computer geht verloren

Wer die anklickt, läuft Gefahr, wenige Augenblicke später einen Totenkopf auf seinem Bildschirm zu sehen. Das bedeutet dann meist, dass alle Dateien auf dem Computer verschlüsselt wurden und man keinen Zugriff mehr hat. Man soll Geld dafür bezahlen, um wie Zugriff auf seinen Computer zu bekommen.

Cloud-Dienste umgehen Mailprogramm-Scanner

Auch wenn diese Masche neuer ist, das Problem mit unerwünschten exe-Dateien – ausführbaren Dateien/Programmen – ist Jahrzehnte alt. Für gewöhnlich meldet sich ein gut eingerichtetes System, wenn eine verdächtige exe-Datei Anhang einer E-Mail ist. Allerdings kann man sich darauf nicht immer verlassen. „Durch das Ausweichen über Cloud-Dienste wird der Virenscanner des Mailprogrammes umgangen“, so Dolny.

Verzicht auf Online-Bewerbung ist keine Lösung

Das wachsende Problem bei Bewerbungsschreiben sollte allerdings nicht zu Lasten der engagierten Bewerberinnen und Bewerber gehen, die die Initiative ergreifen und ordentliche Bewerbungen an potentielle Arbeitgeber schicken. Auf Online-Bewerbungen zu verzichten ist auch für den SIHK-IT-Experten keine Lösung: „Gestern kamen manipulierte Rechnungen, heute sind es Fake-Bewerbungen, morgen ist es wieder etwas anderes.“

IT-Notfallkoffer der SIHK

Hilfe für richtiges Verhalten gibt es bei der SIHK im IT-Notfallkoffer für Unternehmen – inklusive kostenfreier Programme, teilt die SIHK heute (25.7.2016) mit. Dort wird unter anderem beschrieben: „Neben der technischen Absicherung z.B. mit einem Virenscanner ist ein regelmäßiges Backup unerlässlich. Und bei E-Mails heißt es besonders aufmerksam zu sein, da Absender und Links zu Webseiten leicht zu fälschen sind. Mailanhänge sollten grundsätzlich nur geöffnet werden, wenn es sich um PDF-Dateien handelt.“

Links zum Thema

SIHK Pressemitteilung

IT-Notfallkoffer für Unternehmen

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here